Wieder zurück

Hallo ihr lieben. Wir haben es überstanden. Ich denke ständig „Krass, ich hab tatsächlich diese Prüfung geschrieben“. Monatelang, wochenlang davor verrückt gemacht, gebibbert und plötzlich ist es schon vorbei, ein sehr komisches Gefühl…

Es wird ja schon eifrig berichtet und diskutiert über Themen, mögliche Lösungen und den persönlich empfundenen Schwierigkeitsgrad. Da es mein erster Versuch ist, habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Aber tatsächlich habe ich es so empfunden :

Tag 1: Katastrophe. Ich war super aufgeregt. Habe kurz durchgeschaut, dachte: super PersG in Erbst, sollte ich hinbekommen, genug geübt, Ust ging mit Gebäude los, sah auf den ersten Blick nicht sooo viel aus, also wie immer mit AO angefangen. Erst habe ich mich gefreut, dass da doch so wenig Text war, entgegen der Horrorgeschichten von 6 Seiten Fließtext. Dann wurde mir aber klar, dass mir gar nichts klar ist. Was wollten die da??? Ich hab mir 2 Stunden einen abgewürgt über Steueranspruch, Rechtsnachfole, Bekanntgabe, Nichtigkeit oder nicht, Heilung, Festsetzungs- und Zahlungsverjährung blablabla…. Ob es da Punkte drauf gibt? I don’t know. Dann hab ich Erbst gemacht und glaube ich, ganz gut hinbekommen. Habe allerdings mehr als 2 Stunden gebraucht, Bummelliese. Dann hab ich mich auf USt gestürzt. 15a, ich hasse 15a. im UStG und im EStG. Naja, hab geschrieben wie ne wilde, bin aber nur bis Tz 3 gekommen, dann war die Zeit rum. Dumm, dass ich nicht Ust statt AO gemacht habe. Danach war ich erstmal geschockt und doch den Tränen nah. Wie das Wetter war meine Stimmung. Den meisten ging es genauso. Ich dachte nur „Ich will nicht nochmal da hin“. Aber meine liebe Kollegin hat mich aufgebaut, dass ihr Tag 1 damals auch so mies lief und es aber jeden Tag besser wurde und am Ende doch gereicht hat. Danke nochmal 😘

Tag 2: Auf der Fahrt vom Hotel zum Prüfungsort bin ich an der Elbe mit einem wunderschönen Sonnenaufgang entlang gefahren. Ich dachte nur, das muss ein gutes Zeichen sein, heute wird es besser. Und so war es dann auch. Obwohl ich schon mit Kopfschmerzen aufgewacht bin und dieser Druck im Kopf trotz Tablette nicht wirklich lange weg war, lief es deutlich besser. Ich war weniger aufgeregt, habe nur gedacht, das muss ich jetzt irgendwie hinter mich bringen. Begonnen hab ich von vorn mit Est, hab mich komplett durchgewurschtelt und bin immerhin bis zur Verschmelzung gekommen. Da hab ich dann nur noch die Basics hingekrakelt, dann war die Zeit wieder vorbei. Danach war ich wesentlich weniger verzweifelt als an Tag 1..Ich hoffe, ich konnte genug Punkte sammeln.

Tag 3: Ich hab mir eingeredet, der müsse jetzt noch besser werden. So war es dann auch. Ich bin fertig geworden, man höre und staune. Klar waren da auch komische Sachen drin, wo ich mir nicht sicher war., aber ich hab alles irgendwie gelöst. Ob es richtig ist, keine Ahnung. Ich hoffe wie immer auf einen gnädigen Korrektor und Folgefehler. Es wäre schon schön, wenn es ne offizielle Lösung gäbe, damit man zumindest halbwegs einschätzen kann, ob man richtig lag oder völlig auf dem Holzweg war.

Jetzt bin ich einfach nur froh, dass es vorbei ist und müde. Das Kindle lädt, denn ich will endlich mal wieder was anderes lesen. In den nächsten Tagen werde ich mich entscheiden, wie und wo ich die mündliche Prüfung vorbereite. Nächste Woche habe ich komplett Urlaub und werde auch keinen steuerlichen Handschlag machen. Und danach freue ich mich auf die Normalität des Büroalltags und auf meine Kollegen. 😉

Erholt euch alle gut, egal wie es gelaufen ist, hakt es ab und schaut nach vorn. Hauptsache wir haben unser bestes gegeben.

Liebe Grüße

Eure Mandy