Aufi geht’s !

Es ist soweit. Da meine sehr nette Vermieterin mir kurzfristig angeboten hat, schon am Samstag die Wohnung zu beziehen, geht es morgen früh Richtung Bamberg. Sie lockte mich damit, dass ich ja die berühmte SANDKERWA anschauen könnte. Ich gebe zu, ich musste Google bemühen. Ein Volksfest ! Mir schoss gleich durch den Kopf, das wär doch was für die Kids, vielleicht noch ein Tag zusammen… tröstet etwas. Kurz gesagt, mein Mann und die Kids kommen mit, sehen wie und wo ich wohne, verbringen noch einen hoffentlich schönen Nachmittag auf der SANDKERWA mit mir und fahren Sonntag früh zurück nach Hause. Mir geht zwar wieder ein Klausur-Schreibe-Tag verloren, aber ich freu mich, dass ich nicht ganz alleine fahren muss und in der ersten Nacht Gesellschaft habe 🙂 Und ich hab den ganzen Sonntag zum Klausur schreiben oder Nacharbeiten.

Seit dieser Woche bin ich müde und etwas down. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich aufgrund des Spätdienstes meines Mannes und der wieder begonnenen Schule nicht mehr wirklich vernünftig durcharbeiten kann und wieder weniger geschafft habe als erhofft. Kaum ist mein Mann aus dem Haus, kommen die Kinder aus der Schule. Unterbrechungen durch Fahrten zum/vom Sport, Orchester etc., und das für zwei Kinder zum Teil an unterschiedlichen Tagen… Die Kleine hat natürlich viel zu erzählen aus der neuen Schule von den neuen Lehrern und Mitschülern. Hilfe bei den ersten Hausaufgaben und Aufbauarbeit an der „Ich kann das nicht – Front“ musste geleistet werden. Gefühlt 100 Zettel ausgefüllt und unterschrieben werden, Belehrungen, Datenbogen, Klassenfahrt, AG-Angebote etc. Dafür saß ich dann schon mal bis 23 Uhr an der Klausur. Der Blick danach in die Lösung hat mich auch nicht wirklich aufgebaut. Gestern Vormittag habe ich deshalb mit meinem Mann 2 „Abschieds“-Stunden am See verbracht. Eine herrliche Ruhe mitten in der Woche dort, das war traumhaft. Die Idylle wurde nur leicht gestört von einer Handvoll FKK-Rentner, die sich nackt und lautstark über leckere Bratwurst am Rennsteig, Urlaub an der polnischen Ostsee, faule deutsche und fleißige polnische Straßenbauarbeiter unterhielten. Außerdem habe ich mir Vitamin B-Komplex für die Nerven und Vitamin D3 besorgt, denn viel ans Sonnenlicht werde ich in den nächsten 4 Wochen wohl nicht kommen. Ich hoffe aber, ohne Ablenkung ganz viel aus den Kursen mitnehmen zu können. Für heute habe ich mir dann nach dem Koffer packen und restliche Wäsche waschen mal zur Erholung Nacharbeit der letzten Klausuren und einen Abschieds-Vino mit meiner Nachbarin verordnet. Den Vino gibt es aber erst, nachdem ich den Sohn zum Kinder- äh ups „Jugendlichen“-Geburtstag gebracht und die Tochter vom Orchester abgeholt und zur Feuerwehr gebracht habe…

Natürlich möchte ich mich in den fremden Landen gut integrieren und hoffe, die Bayern nehmen die kleene Sächsin freundlich auf und der Bäcker versteht, wenn ich versehentlich „Brötchen“ sage, dass ich „Semmel“ meine. Damit wir uns nicht missverstehen, habe ich mich informiert und die wichtigsten“Vokabeln“ gelernt:

  • bayrisch – sächsisch- hochdeutsch:
  • „I glaab, dir brennt da huat!“ – „Ich gloobe dei Hud brennt.“ – „Ich glaube, dein Hut brennt.“ (Da ist was ganz anderes gemeint…)
  • „Schau bloß, dass`t die schleichst!“ – „Mach’n Abgang!“ „Ich bitte dich, jetzt zu gehen.“ (Könnt ja sein, dass ich das mal sagen oder vielleicht sogar hören muss)
  • „Griaß Good.“ – „Tach“ – „Grüß Gott bzw. Guten Tag“

Aber es gibt laut Google noch einige Dinge zu beachten:

  • „Erwähnen Sie niemals, auf keinen Fall den FC Bayern München und den TSV 1860 München im gleichen Satz. Am besten, Sie sprechen gar nicht über Fußball.“ Das ist gaaar kein Problem für mich. Ich habe nämlich genau 0,00 Ahnung, obwohl die eine berühmte Leipziger Mannschaft ja auch seeehr gut sein soll 🙂
  • Setzen Sie sich in einer Gaststätte unter keinen Umständen an einen Tisch mit dem Schild „Stammtisch“. Ich alleine in einer Kneipe? Niemals.
  • Tragen Sie beim Autofahren keinen Hut. – Auch hier besteht keine Gefahr.
  • Und ziehen Sie um Himmels Willen keine Lederhose an! Egal wie gut sie passt – man sieht immer, dass Sie nicht von hier sind. – Ok, ich pack sie wieder aus.

Ihr merkt, ich bin ein wenig aufgeregt. Aber es wird schon schief gehen und hoffentlich viel bringen. Habt ihr noch Tips, was ich unbedingt mitnehmen, tun oder lassen sollte? Und wie laufen eure Intensiv-, Klausuren- und Präsenzkurse?

Liebe Grüße

9 Gedanken zu „Aufi geht’s !

  1. Servus nach Bamberg 🙂

    Iwie lange bleibst du denn dort? Schreibst du die zwei Wochen Klausuren auch mit im September?

    VG

    Jonas

  2. Hallo Jonas! Servus ! Ich bleibe 4 Wochen und schreibe beide Klausurenwochen mit.
    LG

  3. Bamberg ist Franken, das letzte was die wollen, ist mit Oberbayern verwechselt zu werden 😉
    Ganz anderes Völkchen.
    Also ist „de Lederhosn“ wohl immer fehl am Platze im Frankenland 🙂

    Liebe Grüße aus dem Verwaltungssitz des Bezirks Oberbayern und viel Spaß in Bamberg mit der Familie bevor der harte Lernalltag wieder anfängt!
    Dein Münchner Kindl

  4. Danke für die Info 😉 Die Klischees über Bayern sind wahrscheinlich genauso so groß wie die über die Sachsen.. Also bitte nicht übel nehmen, war nur Spaß. Ich wollte keinem Franken oder Oberbayern zu nahe treten 🙏
    Liebe Grüße zurück!

  5. Hallo Mandy,
    dein blog hat schon so manchen trüben Tag gerettet.😉
    Viel Spaß trotz „Sprachbarriere“
    Bitte berichte über Deine Erfahrungen mit wlw. Schönes Wochenende

  6. Hallo Mandy,

    ich bin in den 2 Klausurwochen auch vor Ort, allerdings stehen für mich vorher noch 2 Wochen bei Knoll in Düsseldorf an.

    Einen guten Start bei wlw!

  7. @ MIKI Das freut mich, ich werde berichten. Schönes Rest-WE zurück!
    @ Jonas Viel Erfolg und Spaß bei Knoll, schreib ruhig zwischendurch wie es ist, würde mich freuen!

  8. Ich war bei Huttegger in Kiel. Im Vollzeitlehrgang stießen dann einige aus sehr südlichen Bundesländern zu uns. Da wir Nordlichter ja auch nicht gerade gewillt sind, andere Dialekte zu verstehen – gab es den einen oder anderen witzigen Wortabtausch auch mit den Dozenten.

    Ich weiß noch, wie an den ersten Tagen jemand aus Offenbach (?) im breitesten Dialekt ein Beispiel zu irgendwas mit V+V aufzog und der Dozent ihn anschaute und dann trocken in die Runde meinte: „Ok – was will uns der Kollege sagen ? Und wer übersetzt meine Antwort jetzt ?“ 😀

  9. 🤣 Ich liebe dieses rollende R hier. Erinnert mich bisschen an den Russisch Unterricht früher. Der erste Dozent war aber bisher gut zu verstehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*