Es ist geschafft!

Die dritte Klausur ist geschrieben. Über das Wochenende heißt es Familienzeit genießen, es geht in den Freizeitpark. Ich bin gerade einfach nur erleichtert und erschöpft. Erholt euch gut!

Auf geht es- Wir bekommen das schon gerockt!

Der Wahnsinn- ich habe meine drei Monate Freistellung hinter mir. Es kommt mir viel kürzer vor. Die Zeit ist gerast. Zum Glück konnte ich sie aber auch gut nutzen. Klausurtechnisch bin ich auf dem Stand, den ich gerne zum Beginn der Freistellung gehabt hätte. Ich kann es leider nicht ändern.
Der letzte Klausurenblock ist ganz gut verlaufen. Ich meine jetzt nicht von den Noten her. Ich habe die Korrekturen noch nicht zurück und möchte sie, ehrlich gesagt, auch nicht mehr  vor den Klausuren zurück haben. Viel mehr haben mich die Aufgaben nicht mehr so aus der Ruhe bringen können. Der kurze Schockmoment ist immer noch da, aber dann geht es auch schon an das Lösen. Damit habe ich für die Echtklausur viel gewonnen.

Am Mittwoch sind wir die Strecke zu meinem Prüfungsort abgefahren und haben uns die Stadthalle von außen angeguckt, seitdem habe ich etwas Grummeln im Magen. Vorher waren die Prüfungstage noch so weit weg für mich.  Zum Glück werde ich die drei Tage über von meinem Mann gefahren.  Eigentlich habe ich 32 Minuten Fahrtzeit. Eigentlich. Das heißt also, wenn es keinen Stau gibt. Trotzdem habe ich auf ein Hotelzimmer verzichtet. Ich werde sehen, ob ich das noch bereuen werde. Zur Sicherheit starten wir schon um viertel vor sieben und gehen lieber noch gemeinsam einen Kaffee trinken. Meinen Proviant habe ich größtenteils bereits gekauft. Es gibt Brote, Apfel, Schokoriegel, Wasser, Kaffee und für den Notfall Cola und Traubenzucker. Eins ist mal sicher, ich werde nicht verhungern. Was nehmt ihr mit?

Ja und dann ist da noch Michael.

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Er wird mich zusammen mit einem Löwenschlüsselanhänger, den ich seit dem Abitur habe, begleiten. Warum er Michael heißt, ist unschwer auf dem Bild zu erkennen. Egal wie man ihn hinhängt, spätestens nach zwei Tagen ist seine Hand im Schritt. Michael hat bisher sämtliche Azubis aus unserem Büro zu ihrer Abschlussprüfung und mich zusätzlich zur Steuerfachwirtprüfung begleitet. Bisher ist noch nie jemand in Begleitung von Michael durchgefallen. Also hoffen wir mal.

Übrigens: Ich erkläre meine Vorbereitungszeit für die schriftliche Prüfung an diesem Samstag um 12.30 Uhr für offiziell beendet! Ab dann wird entspannt und sich mental vorbereitet. Wir haben über das Wochenende Besuch da, auf den ich mich sehr freue und Montag möchte ich noch einmal richtig ausspannen, die Sachen in Ruhe packen, spazieren gehen. Wie haltet ihr das? Lernen bis zum Schluss? Oder habt ihr Ablenkungsprogramm wie ich?

Ich bin mir bewusst, dass gerade die Leute, die erst nächstes Jahr schreiben, sich über eine Inhaltszusammenfassung der Klausurtage freuen würden. Leider wusste ich bisher nach den einzelnen Klausuren nichts mehr. Ich hatte ein dickes schwarzes Loch im Kopf. Wenn  über dies oder jenes diskutiert wurde, stand ich immer da und konnte mich noch nicht mal daran erinnern, dass es drei Gesellschafter gegeben hat oder ein Gebäude erweitert wurde. Wenn ich dann während der Nachbesprechung die Aufgabenstellung vor mir hatte, war die Klausur sofort wieder präsent. Da wir, bekannterweise, die Aufgabenstellung nicht mehr mitnehmen dürfen, bin ich für diese Aufgabe leider nicht geeignet. Ich hoffe, meine anderen Mitstreiter aus dem Blog werden das übernehmen.

Ich wünsche allen hier gute Nerven und das benötigte Quäntchen Glück um zu bestehen.

Herzlichst Annika

Meine „Generalprobe“ steht an

Hallo zusammen,

die Aufregung steigt. Nächste Woche steht der letzte Klausurenblock an. Meine Generalprobe so zu sagen. Am Donnerstag habe ich dann 35 Klausuren bei Anbietern unter Klausurenbedingung geschrieben, zusätzlich noch die Knollklausuren und alles andere was mir zwischen die Finger gekommen ist. Theoretisch, so sagen einige Dozenten, könnte das eine gute Basis sein um zu Bestehen. Ich sehe das bei mir persönlich aber noch lange nicht. Vom Gefühl her  wird es eher eine verdammt knappe Kiste.

Im Nachhinein war der Knoll Klausurenfernkurs parallel zum Samstagsunterricht zu viel für mich. Das Pensum hat mich überfordert. In meinem Fall  trifft der Spruch „Weniger ist mehr“ wohl zu.  Es hatte manchmal den Anschein, dass ich an einer Art Lerndurchfall leide. Oben pauke ich mir Wissen rein und unten fließt es wieder raus. :-( Ich bin ziemlich ausgepowert in meiner Freistellung mit dem ersten Klausurenblock gestartet und habe dementsprechende Ergebnisse erhalten. Inzwischen habe ich mich zum Glück kräftemäßig etwas erholt. Ich habe mir sämtliche geschriebene Klausuren noch einmal angesehen und habe dann festgestellt, meine Lösungsansätze sind oft gar nicht mal so verkehrt. Ich schreibe nur viel zu wenig, offensichtliche Dinge benenne ich überhaupt nicht. So etwas simples wie „das Wirtschaftsgut wurde zutreffend bewertet“, denke ich mir nur und schreibe es nicht hin. Das sind doch verschenkte Punkte :-(
Merksatz an mich: Wenn der Apfel rot ist, dann schreib es gefälligst auch hin!
Es sind viele Kleinigkeiten an denen mir Punkte verloren gehen. An dem Problem habe ich die letzten sieben Tage intensiv gearbeitet, insbesondere an der AO. Ich habe meine alten Karteikarten noch einmal rausgekramt und wiederhole gebetsmühlenartig die Tatbestandsmerkmale, Fristen etc. Ich habe zwar das Gefühl, dass der Knoten bald platzt, aber meine Sorge ist, dass es dafür schon zu spät sein könnte. Wir werden sehen. Für meine Nerven habe ich mir genau wie Ivonne etwas Pflanzliches besorgt und ein Vitaminpräparat für die Gesundheit, Magentabletten sind leider auch schon im Einsatz. Der Sport zum Ausgleich kommt leider immer noch viel zu kurz. Jetzt heißt es noch einmal Hintern zusammen kneifen und durchziehen!  Vielleicht reicht es ja doch. Und wenn nicht, dann gibt es nächstes Jahr den zweiten Versuch. Aufgeben gilt nicht!

Ich hoffe euch allen geht es soweit halbwegs gut! Ich wünsche euch eine erfolgreiche Woche

Annika

Landei irrt durch den Großstadtdschungel

Hallo zusammen

Der zweiwöchige Klausurenblock in der Akademie ist auch schon wieder Geschichte. Der reine Wahnsinn, wie die Zeit im Galopp an einem vorbei rennt. Ich muss sagen, ich konnte mit mehr Routine in den zweiten Block als in der ersten reingehen. Das war schon mal positiv. Bestimmte Problemgebiete haben mich nicht mehr eiskalt erwischt und das Pokerface kommt auch langsam zum Vorschein. O-Ton einer Mitstreiterin: „Keine Ahnung ob die vier letzten Sätze richtig waren. Dann soll er sie doch streichen.“ Habe ich am Anfang des Lehrgangs noch jeden Satz dreimal durchdacht und in der schönsten Sonntagsschrift geschrieben, ist die Grammatik inzwischen auch nur noch Nebensache und meine Blätter sehen aus als wäre ein Huhn darüber gelaufen. Aber egal, Hauptsache das fachliche stimmt und lesen kann man meine Schrift auch noch. Leider habe ich zum Ende der zweiten Woche etwas geschwächelt. Ich musste mich die letzten beiden Tage zwingen durchzuhalten. Jetzt bin ich erst einmal froh Wochenende zu haben, aber Dienstag geht es schon wieder mit Bannas los. Da ich mir das selber eingebrockt habe, gilt jetzt auch kein Jammern: Da muss ich jetzt durch.

Ich hatte ja bereits geschrieben, dass sich die Klausurenkurse von der Akademie und Bannas  in der ersten Woche überschneiden würden. Da ich auf der Autobahn am ersten Tag des Klausurenkurses  im Juli  ja zum Hulk geworden bin, habe ich ab dem zweiten Tag zu den öffentlichen Verkehrsmitteln gewechselt. Das ist für mich Landei dann teilweise eine echte Herausforderung, besonders wenn ich  Umsteigen muss.  Der Plan sah so aus, dass ich Montag und Freitag in der Akademie schreiben wollte und Dienstag bis Donnerstag bei Bannas. In der Akademie hatte ich auch schon Bescheid gegeben und die netten Damen vom Empfang hatten mir für die drei Tage Klausuren mit Lösungen bereits auf die Seite gelegt. Der Plan lief gut- bis Dienstagabend :-( . Da saß ich auf dem Rückweg von Bannas im Bus zum Hauptbahnhof. Wir standen schon im Kreisverkehr am Bahnhof und nichts ging mehr. Alles gesperrt wegen Demonstrationen. Kein vor und kein zurück mehr. Das Ende vom Lied- mir ist der Zug vor der Nase weggefahren und ich bin erst kurz nach 20 Uhr Zuhause aufgeschlagen. Ich habe meinem Sohn noch eben gute Nacht gesagt, etwas gegessen und bin auf dem Sofa eingeschlafen. Mittwochmorgen erster Schultag, erster Tag ohne Schienenersatzverkehr. Und was kommt nicht?- mein Zug. Ich habe 45 Minuten zeitlichen Puffer eingeplant und kann mit drei Zügen fahren. Der Bus fährt im 8 Minuten Takt in Köln ab. Es gibt noch eine Ersatzlinie. Aber es tat sich nichts. Mit 25 Minuten Verspätung saß im ich Zug. Es gab immer wieder Verzögerungen auf der Strecke. Genau an der Haltstellte der Akademie zeigte die Bahn-App mir weitere Verzögerungen an. Völlig entnervt bin ich spontan zur Akademie. Anstatt Ertragsteuer habe ich sechs Stunden Erbschaftsteuer geschrieben inklusive drei Grundstücksbewertungen und dreimal Betriebsvermögen. Als nachmittags das dritte Mal Betriebsvermögen besprochen wurde, hatte ich so ziemlich die Nase voll davon und habe die Nachbesprechung eine halbe Stunde früher verlassen. Natürlich hatte der Zug wieder 15 Minuten Verspätung, aber was soll es. Danach fuhr bis 20 Uhr keiner mehr! In Deutz wurde eine Bombe entschärft, bei Bannas wäre ich nicht vor 21 Uhr Zuhause gewesen. Somit hatte ich an dem Tag in Bezug auf die öffentlichen Verkehrsmittel alles richtig gemacht :-) Ab dem Donnerstag ist dann wieder alles planmäßig verlaufen!

So jetzt geht es weiter an die Klausurennachbearbeitung. Es sind keine 30 Tage mehr! Die Nervosität steigt, der Zeiger auf der Waage leider auch. Wie sieht es bei euch aus?

Bis dahin

Annika

Endspurt in der Freistellungszeit-

die schriftliche Prüfung kommt in Sicht!

Es sind noch etwas über 40 Tage Vorbereitungszeit- ich rechne immer nur bis zum 06. Oktober. Die beiden letzten Tage wollte ich nicht mehr lernen. Und die Zeit rennt und rennt. Ich habe einen guten Teil des Stoffes in der Freistellung aufgearbeitet, jede Menge Klausuren geschrieben, trotzdem wünsche ihr mir noch ein paar Tage mehr Zeit zu haben.

Für mich beginnt ab Montag der letzte große Abschnitt in der Vorbereitungszeit auf die schriftliche Steuerberaterprüfung. Es stehen zwei Wochen Klausurenkurs in der Akademie an, die sich in der nächsten Woche allerdings von Dienstag bis Donnerstag mit dem Bannas Klausurenkurs überschneiden werden. Die drei Klausuren muss ich dann bei uns im Büro nachschreiben. Als Nebenkriegsschauplätze stehen noch das Ferienende und die Anmeldung zum Kommunionsunterricht an, der Kindergeburtstag will auch noch geplant und nachgeholt werden. Somit volles Programm für die nächsten beiden Wochen. Zum Glück unterstützen meine Eltern uns und kümmern sich um meinen Sohn bis wir abends wieder zuhause sind. Wir sind beide nämlich in dieser Zeit um sechs Uhr aus dem Haus, die Schule beginnt erst kurz nach 8 Uhr und  die OGS endet um 16 Uhr. Somit würde ohne die Hilfe von Oma und Opa nichts laufen. Dafür ein dickes Dankeschön! Nach den zwei Wochen stehen noch zwei Klausurenblöcke bei  Bannas an. Anschließend eine letzte Woche zu Hause und dann steht schon die Klausurwoche vor der Türe. Die Einladung zur schriftlichen Prüfung ist inzwischen auch eingetroffen. Puh, es wird ernst.

Im Augenblick bleibt leider kaum Zeit zum Schreiben im Blog, umso mehr habe ich mich über den Beitrag von Ina gefreut.

Wie sieht es bei euch im Moment bei der Vorbereitung aus? Kommt ihr voran? Steht ihr kurz vor dem Verzweifeln oder werdet ihr immer zuversichtlicher?

Herzliche Grüße Annika

Dangast

Kleines Motivationstief

Hallo zusammen,

nachdem ich voller Elan in die Freistellungsphase eingestiegen bin, habe ich gerade so ein kleines Motivationstief.

Trotz der ganzen Lernerei komme ich gefühlt nicht weiter. Ich gehe die Skripte durch, mache Übungsaufgaben und denke „Hey läuft doch.“ Die Klausurenergebnisse sind jedoch sehr ernüchternd. Ich brauche erheblich länger für den Stoff, als ich gehofft habe. Klar sind noch ein paar Tage Zeit. Ich habe noch zwei Klausurenlehrgänge vor mir, aber irgendwie bin ich langsam nur noch froh, wenn die Prüfungen geschrieben sind. Eine Steuerberaterin hat vor ein paar Monaten zu mir gesagt: „ Die Zeit kurz vor dem Examen wird hart. Sie werden noch merken aus der Mut zur Lücke, wird der Mut zu Kratern. Und trotzdem kann man das Examen bestehen. Das ging uns allen so.“ Langsam glaube ich, die Aussage mit den Kratern scheint zu stimmen, die mit dem Bestehen hoffentlich auch.

Ich habe von meiner Patentante zu Weihnachten einen schönen Tageskalender mit Sprüchen geschenkt bekommen. Als ich am Montag den Sonntag abreißen wollte, stand dort: „Du willst aufgeben? Denk daran, warum du angefangen hast.“
Ich bin drei Sekunden in mich gegangen, war kurzeitig frohen Mutes und was steht da am Montag?!  „Auf Sand geschrieben ist, was du im Alter noch erlernst; in Stein graviert, was du in der Jugend gelernt hast.“ :-(
Aha, daran liegt es also- ich bin doch zu alt, die alten Perser haben das schon vor mir gewusst. ;-) Ich setze jetzt voll auf mein morgiges Horoskop im Frühstücksfernsehen!

Herzliche Grüße

Annika

Da haben wir sie, die Hundstage!

Hallo zusammen,

meinen zweiwöchigen Klausurenkurs habe ich gut überstanden. Ich war ja etwas skeptisch wegen den jeweiligen sechsstündigen Klausuren Abgabenordnung, Erbschaft- und Umsatzsteuer. Aber ich muss sagen, dadurch habe ich mich mit dem jeweiligen Problembereich so intensiv am Stück auseinander gesetzt wie noch nie. Jedoch vor der nächsten sechsstündigen Klausur in der AO graut es mir jetzt schon. Leider bin ich ziemlich ausgepowert gestartet, freitags noch Arbeiten und dann direkt montags der Klausurenblock. Zum Ende der zweiten Woche hin ist mir dann auch ziemlich die Puste ausgegangen. Sei es drum. Der zweite Block folgt Ende August/ Anfang September. Wobei ich jetzt doch noch einen zweiten Klausurenkurs bei Dr. Bannas besuchen werde. Da schreibe ich ab dem 14. August im zwei Wochen Rhythmus immer Dienstag, Mittwoch, Donnerstag Klausur und das viermal. Ich erhoffe mir dadurch etwas mehr Routine rein zubekommen. Leider überschneiden sich die beiden Kurse um drei Tage. Somit muss ich die drei Klausuren dann noch alleine nacharbeiten.

Mit letzter Woche Montag hat pünktlich mit den Hundstagen meine Lernzeit begonnen. Ich habe zwar die Möglichkeit im Büro zu Lernen und mir das auch vorgenommen, aber mir war es bisher definitiv zu warm dafür. Außerdem hatte ich in der letzten Woche noch tagsüber sturmfrei von meinen Männern. Im Moment habe ich einen guten Rhythmus für mich gefunden. Ich starte morgens um 7 Uhr und lerne bis 13 Uhr in der Küche. Ich habe mich dort ausgebreitet, weil der Tisch größer als im Arbeitszimmer ist. Dank der Hitze in unserer Dachwohnung wechsel ich nachmittags so etwa 14.30 Uhr in den Garten und arbeite die Fallsammlungen durch.  Ab 17.30 Uhr ist in der Regel aber Schluss mit dem Lernen. Im Garten schaffe ich zwar nicht mehr so viel wie am Morgen, aber ich bin mit meinem Pensum zufrieden. Trotzdem wird es vom Gefühl her knapp mit dem Lernen bis zu den Prüfungen. Die Hitze macht mir im Moment schon zu schaffen, aber im Winter im Dunklen Lernen macht auch nicht wirklich Spaß. Wassereis und Wassermelone stehen bei uns in der Familie im Moment ganz hoch im Kurs.

Garten 2

Wie kommt ihr mit der Hitze klar? Habt ihr noch gute Tipps zum Abkühlen? Kommt ihr mit dem Stoff und den Übungsklausuren gut durch?

Viele Grüße
Annika

Der Sprung vom Steuerfachwirtlehrgang zum Steuerberaterlehrgang

Hallo Kadir und natürlich alle andere die dieses Thema interessiert!

Kadir hatte mich unter meinem letzten Blogeintrag gefragt, wie ich den Sprung vom Steuerfachwirtlehrgang zum Steuerberaterlehrgang empfinde. Da ich mir vorstellen kann, dass dies noch andere Leute interessieren könnte, habe ich mich dazu entschlossen,  einen Blogeintrag zu verfassen.

Ich hatte auch Dozenten, die meinten: „Wenn Sie jetzt schon im Stoff des Fachwirtes sind, dann machen Sie am besten den Berater direkt hinterher. Der Sprung ist nicht mehr so groß.“ Worin ich das klar unterstreichen kann, ist bei der Umsatzsteuer. Die Themen sind alle, zumindest bei meinem Dozent, bereits besprochen. Die Berateraufgaben gehen etwas mehr in die Tiefe, aber grundsätzlich sind die Berateraufgaben nicht mehr so viel schwerer. Bei Bilanzsteuer habe ich im Fachwirt Grundstücke rauf und runter gebetet, auch die Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten sind kein großes Problem. Dies gilt bis zu dem Punkt, wo die Personengesellschaften mit ins Spiel kommen.  Mit den Themenkreisen Personengesellschaften, internationales Steuerrecht und Umwandlung hatte ich im Fachwirt noch überhaupt keine Berührungspunkte. Da sind die Leute mit Studium vermutlich klar im Vorteil. Leider kamen diese Themen bei uns von Mai bis Juni geballt im Kurs. Ausgerechnet da hatte ich kaum Zeit diese nach zuarbeiten. Das steht bei mir für die kommenden zwei Wochen auf dem Plan.

Ich muss sagen, der Fachwirt hat mir viele Grundlagen gebracht, die sehr hilfreich sind. Aber die Steuerberaterklausuren sind noch einmal eine große Schippe oben drauf. Die Klausuren dauern 6 Stunden, sind sehr umfangreich, es gibt eine Vielfalt an Themenmöglichkeiten und viel komplexere Aufgaben. Bekommt man im Fachwirt die Betriebsaufspaltung geradezu auf dem Silbertablett präsentiert, sieht das bei der Beraterklausur ganz anders aus.  Oder die AO Klausuren mit teilweise fünf Seiten Text und den unendlichen Wendungen bringen mich schon mal an den Rand des Wahnsinns.

Mein Tipp lautet:
Natürlich den Stoff nacharbeiten um die Grundlagen zu wiederholen und erweitern, aber das Hauptaugenmerk lege ich auf das Klausuren schreiben. Aber jeder lernt anders. Ich male mir zum Beispiel immer Bilder zu den Themen, schön bunt. Ich brauche so etwas. Da können manche Leute gar nichts mit anfangen.

Mein Fazit:
Der Steuerfachwirt ist eine gute Grundlage für das Steuerberaterexamen, aber es kommt noch einiges oben drauf. Von daher heißt es von Anfang an ein gutes Zeitmanagement zu haben um den Anschluss nicht zu verlieren. Viel Glück an alle und speziell an Kadir, mit einem  Abschluss von 3,1 im Steuerfachwirt warst du ja schon ein gutes Ergebnis erzielt- von daher gutes Gelingen. Du packst das im nächsten Jahr!

Annika

Jetzt stehen die Sommerferien auch schon so plötzlich vor der Türe, wie sonst Weihnachten!

Hallo Ihr Lieben,

die erste Klausurwoche ist rum. Meine allererste Erkenntnis am Montagmorgen lautete: Ich bin nicht geeignet für den Berufsverkehr, wenn ich Klausur schreiben muss. Ich hatte noch nicht einmal Stau sondern, nur zähfließenden Verkehr, aber ich hätte jeden auf die Seite schieben können der die Spur wechseln wollte oder unverhofft abgebremst hat. Um mich und meine Mitmenschen nicht weiter zu gefährden, bin ich den Rest der Woche auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen. Zwar bin ich nun anstatt 35 Minuten fast 60 Minuten unterwegs, aber meine Nerven sind geschonter und da ich inzwischen eine nette Person aus dem Kurs gefunden habe, die einen Teil mit mir fährt, sind die Fahrten richtig angenehm. Die Woche ist wie im Flug rumgegangen. Ab Mittwoch hat sich eine gewisse Routine eingespielt, die ich dringend benötige. Bisher war  ich in meinem Alltag und habe dann nur sonntags oder feiertags geschrieben und dann ging der Alltag wieder los. Somit waren die Klausurtermine immer etwas drohendes, das ich irgendwie hinter mich bekommen wollte. Ich war überrascht wie viel Wissen ich schon abrufen konnte, gleichzeitig konnte ich bewusst erkennen, wo noch Nachbearbeitungsbedarf besteht. Leider in manchen Fächern mehr als mir lieb ist.

Ja und dann kam die Mittagspause am Mittwoch. Stolz hat mich mein Sohn per WhatsApp über sein Zeugnis informiert. Zeugnis? Warum Zeugnis? Ferien sind doch erst nächste Woche und dann das Zeugnis auch noch mittwochs? Tief durchatmen. Nein, Ferien haben schon diese Woche Freitag begonnen, nur der Klausurenkurs endet nächste Woche Freitag und am Mittwoch gab es eine Zeugniskopie, die am nächsten Tag unterschrieben in die Schule musste- genau wie letztes Jahr! Vor meinem Klausurenkurs waren mir die Termine noch glasklar, aber mit Kursbeginn war ich auf einmal in meiner eigenen kleinen Steuerwelt gefangen. In aller Eile habe ich ihm dann noch eine Wasserpistole für sein Zeugnis besorgt. Das hatte schon fast was von Weihnachten, das auch immer so plötzlich und unerwartet vor der Türe steht.

Am Samstag hat uns meine Kollegin zum Grillen mit Familie eingeladen. Es war schon interessant, was so im Büro in der Woche passiert ist. Aber ich kann merken, dass ich ganz auf die Prüfung fokussiert bin. Der Abend war richtig schön, lecker und gemütlich. Wir sind zum Teil noch zum örtlichen  Parkfest gegangen. Es gab Musik, der ansässige Heißluftballonverein hat ein Ballonglühen veranstaltet und zum Abschluss gab es ein tolles Feuerwerk. Es ist schon ewig her, dass ich an einem Samstagabend nicht hundemüde war und bis nach 24 Uhr aufgeblieben bin. Das hatte wieder was von Leben. :-)

Feuerwerk

Die nächste Klausurenwoche wird ziemlich Ertragssteuer lastig, zweimal Einkommensteuer und einmal Körperschaftsteuer. Nur die Lust auf Mittwoch mit einem ganzen Tag AO ist bei mir gerade mehr als überschaubar.

Ich wünsche euch eine schöne Woche.

Endlich mit voller Kraft in die Prüfungsvorbereitung

Endlich, endlich beginnt die heiß ersehnte Freistellung. Am Freitag war mein letzter Arbeitstag!

Die letzten drei Monate waren sehr anstrengend für mich. Zu der normalen Prüfungsvorbereitung ist mein ehemaliger Chef vollkommen unverhofft am 31. März in den Ruhestand getreten. Wir sind morgens früh in sein Büro zur Teamsitzung reingerufen worden. Er hat uns in drei Sätzen von der Neuigkeit in Kenntnis gesetzt und zehn Minuten später standen die beiden neuen Kanzleiinhaber in der Türe. Das mussten wir erstmal verdauen.
Ich muss sagen, es ist gut so wie es ist, aber unser ganzes Büro ist innerhalb kürzester Zeit auf links gekrempelt worden. Wir hatten plötzlich zehn neue Kollegen, die wir aber teilweise nur vom Telefon her kennengelernt haben und sind in deren Kanzleistruktur eingegliedert worden. Nach drei Monaten läuft es gut, ich bekomme neue Routine und genau jetzt beginnt meine Freistellung. :-(
Ich bin gespannt, wie sich das in der Kanzlei in den nächsten drei Monaten weiter entwickelt, aber mein Fokus liegt nun ganz und gar auf der Examensvorbereitung! Das wird noch ein harter Weg für mich, aber ich denke, für die meisten anderen hier auch. Klasse finde ich es, dass mich meine neuen Chefs bei der Prüfungsvorbereitung unterstützen, da bekommt man auch mal die körperschaftsteuerliche Organschaft nach Feierabend erklärt.  Außerdem darf ich an unserem Nachbarstandort ein Büro nutzen um ungestört an Klausurenkurs freien Tagen ganz ohne Ablenkung lernen zu können.

Meine Kollegen haben mir zum Abschied eine riesen Freude gemacht. Es gab ein gemeinsames Frühstück im Büro und ein Körbchen mit allen möglichen Dingen zur Entspannung. Jeder hat etwas mitgebracht. Muss ich mir Sorgen machen, weil dreimal Gesichtskur dabei war?

Abschiedskorb

 

Ich bin gespannt auf den Klausurenblock, habe aber etwas Bauchschmerzen dabei. Wir schreiben an einem Tag sechs Stunden das gleiche Fach, z.B. 6 Stunden Abgabenordnung oder Erbschaftsteuer. Mit dem Examen hat das nicht wirklich viel zu tun. Ich lasse mich mal überraschen.

Habt ihr Klausurenkurse gebucht? Wie ist deren Ablauf? Habt ihr eine Empfehlung für Köln und Umgebung?