Der 3. Versuch

Hallo Ihr Lieben,

es war einmal ein NRW‘ler der auszog Steuerberater zu werden.
Sein Name ist Mr. Guinness und nun, nach 4 Rücktritten im 3. Versuch hat er nun, im 5. Anlauf des 3. Versuches, abgegeben und bestanden!
Jetzt, nach insgesamt 7 Versuchen, darf er sich nun in der Mündlichen beweisen …

Was für eine Geschichte!
Gern hätte ich mehr über diesen Ultralangstreckenlauf erfahren, ihr sicherlich auch, oder? Ich habe Mr. Guinness diesbezüglich angeschrieben und ihm angeboten ihn in einem eigenen Blog seine Geschichte erzählen zu lassen …

Natürlich ist es völlig okay, sich dagegen zu entscheiden …

Ich bin gerade in ziemlich krassen Corona-Depressionen.
Im Januar, stand heute, bin ich 108 KM gelaufen, in der Hoffnung die Endorphine würden mir Kraft fürs Lernen geben …

mal sehen wieviel KM ich im Februar Laufen muss um halbwegs klar zu kommen …

Die Zeilen von Mr. Guinness haben mich heute ganz schön aufgerüttelt!

Was macht das mit einem, wenn man weiß, es gibt nur noch diesen einen, letzten Versuch? Zu wissen, wenn ich jetzt abgebe und es hat nicht gereicht, dann ist es vorbei, für immer! Mr. Guinness hatte den Mut 4 mal zurück zu treten, weil er sich nicht sicher war. War es Mut oder Angst, hätte, wen und aber?

Jetzt, beim 5. Versuch hat er abgegeben. Er hat die 1. Hürde genommen und jetzt kommt die Mündliche …

Ich wünsche Mr. Guinness von ganzem Herzen, dass nun sein persönliches Happy End folgt. Wir sind uns wohl alle einig, dass er es sowas von verdient hat …

Im 3.Versuch in der Mündlichen, was für ein unglaublicher Druck? Oder auch nicht?

Wie bereitet man sich nun auf den 3. Versuch vor? Wie mit den Versagensängsten umgehen? Neue Wege gehen? Wenn ja, welche?

Interessant wäre es zu erfahren, was war dieses mal anders für Mr. Guinness, warum hat er abgegeben, war er sich sicher, dass es reichen würde? Geht es im 3. Versuch darum, die Nerven zu behalten und erst abzugeben, wenn man sich sicher fühlt? Was denkt ihr? Was ist der Schlüssel …

Es wäre ganz zauberhaft, wenn 3. Versuchler ihre Erfahrungen einbringen und mit uns teilen würden …

Egal wie lange ihr schon auf dieser Reise seit,
ich wünsche euch ganz viel Kraft zum Lernen

LG aus Berlin
Beate

89 Gedanken zu „Der 3. Versuch

  1. @Beate: ich will hier weder damit kokettieren ,irgendetwas zum Maß der Dinge machen oder provozieren. Ich habe hier nur meine Erfahrungen geschildert. Ich finde es allerdings interessant wie du darauf anspringst. Ich verstehe echt nicht warum man von einem Blogger derart blöd angemacht wird – ernsthaft was soll das?

  2. Hallo Tommy,
    meinst du den Fernkurs von Haas zur Vorbereitung auf die schriftliche Prüfung?
    Den habe ich gemacht. Ich fand ihn insgesamt eigentlich ganz gut. Die Hefte sind meiner Meinung nach zu Umfangreich um diese neben dem Vollzeitjob vollständig inkl. Übungsaufgaben durchzuarbeiten. Dafür haben mir persönlich die Live-Videos zu den Heften sehr geholfen. Ich habe mir zudem noch die Leo-Intensiv aus dem Vorjahr dazu gebucht, weil diese dann stark reduziert waren. Das fand ich als Abwechslung auch super, wenn man mal keine Zeit hat sich vor ein Heft zu setzen aber trotzdem was machen will (z.B. neben der Hausarbeit).
    Rückwirkend würde ich aber vermutlich eher den Fernlehrgang von Knoll machen, weil da die Hefte zeitlich vermutlich eher machbar sind und ich mit dem Examenskurs bei Knoll super zufrieden war.
    Falls du noch konkrete Fragen hast kannst du dich gerne nochmal melden 🙂

  3. @Paulaner
    Bei welchem Anbieter hast Du welchen Kurs gemacht und wieviele Klausuren hattest Du geschrieben?
    LG

  4. @MKI ich war in Sundern bei der Steuerfachschule Tillmann… auf die Idee bin ich gekommen, da mein Cousin beim 1. Mal durchgefallen ist und beim zweiten Anlauf dann durch die Vorbereitung dort bestanden hat. Das ganze ist ziemlich hart und ich habe von den ganzen Klausuren dort auch nur 2 Stück bestanden. In der Echtklausur lief es dann aber super. Uns wurden gebetsmühlenartig die “Standardsätze” für die Fußgängerpunkte eingetrichtert. Daher habe ich im Echtexamen sehr gut angeschnitten. Ich habe mir ein WG-Zimmer mit anderen Teilnehmern geteilt, das war insofern gut, dass man sich abends noch austauschen konnte. Ich würde es auf jedenfall nochmal so machen. Dort wird man an die Hand genommen und wie in einem bootcamp auf das Examen vorbereitet. Ich habe dort beide Klausurenkurse gebucht und davor nen Klausurenfernkurs bei Bannas gemacht, wo ich aber gemerkt habe, dass die Bannas Klausuren dagegen ein Witz waren. Insgesamt kam ich auf ca. 55 Klausuren. LG

  5. @Paulaner
    okay, von denen hatte ich bisher noch nichts gehört ist aber nicht so weit von meinen Eltern entfernt…
    das hat ja schon was von „Hardcore Lernen“ von 7:00 bis 21:00 Uhr….solange kann ich mich gar nicht konzentrieren….das mit den „Fußgängerpunkten“ und „Standardsätzen“ macht Sinn, weil man nicht mehr im Gesetz nachschauen muss und einen schön geordneten Aufbau der Klausur hat…ich kann mich ohne „Kind+Kegel+Haushalt“ besser auf das Lernen konzentrieren, sonst lasse ich mich doch immer wieder von anderen Dingen ablenken oder ich muss mich konsequenter strukturieren und das dann auch diszipliniert einhalten….ich lese hier immer wieder das Selbstdisziplin und Struktur in der Vorbereitung wichtig sind…..Mandy aus 2019 war glaube ich auch mehrere Wochen in Bamberg statt zuhause,das hatte ich für dieses Jahr auch überlegt falls Präsenzkurse stattfinden… unser Sohn ist alt genug und selbständig und mein Mann ist ja auch noch da
    LG

  6. @ Paulaner: Ich war in der gleichen Situation wie du und ich habs genauso gemacht in 2019. Hierzu habe ich mich mehr als ein Jahr über einen Fernkurs vorbereitet (am Wochenende und teils unter der Woche) und anschließend ging’s nochmals für 4 Monate in einen Vollzeitlehrgang inklusive ca. 55 Klausuren bis zum Ende. Ich habe mich auch wie im Studium zurück versetzt gefühlt und es war ein gutes Gefühl. Lieber einmal alles geben und die Familie (leider) für 4 Monate auf Distanz halten (vorausgesetzt der Partner erkennt den Benefit daraus), als über Jahre die Familie mit rein zu ziehen und alle nur noch genervt sind. Zum Glück hat das meine Frau relativ schnell erkannt, aufgrund der ganzen Negativbeispiel aus unserem Umfeld. Hiervon kennen wir einige, aber Hauptsache mich hat man im ersten Moment geschockt angeschaut, als ich von meinem Vorgehen erzählt habe. Naja, leben und leben lassen. Wir sind ja erwachsen genug, jeder darf für sich entscheiden. 🙂

  7. @Tommy: Ich habe mich im Mai 2019 für LeoIntensiv entschieden. Damals waren immer freitags und samstags die Liveeinheiten nebst Skript und Übungen. Zu dem Zeitpunkt war ich jedoch noch mit meinem BiBu beschäftigt. Ich habe dann Ende 2019 angefangen mir erste Aufzeichnungen daraus anzusehen. Ich fand sie tatsächlich super. Natürlich ist jeder Dozent anders, aber im Großen und Ganzen war ich mit meiner Entscheidung zufrieden. Als dann ab März 2020 noch Corona dazukam, war Haas goldrichtig. Leider hat es mein Präsenzkurs erst mit vielen Monaten Verspätung hinbekommen auf digitale Lernsessions umzusteigen.
    Mir wäre ohne Haas sehr viel Zeit verloren gegangen. Besonders positiv: Du kannst selbst entscheiden wonach dir der Sinn steht. Wenn du am Samstagmorgen motiviert aufstehst, kann diese Motivation schnell mit dem zu bearbeitenden Thema stehen oder fallen. In meinem Augen hat es keinen Sinn gemacht mich an einem Tag durch KStG zu quälen, wenn ich viel mehr Lust auf ErbStG hatte. Mit Leo hast du da einfach die Wahl und kannst individuell lernen. Das macht eine Menge aus. Und es ist dann immer mal ein motivierter Tag dabei gewesen für KStG 😉
    Ansonsten sind bei Haas im LeoIntensiv dann auch ab Frühjahr Fernklausuren inkludiert mit digitaler Besprechung. War auch sehr hilfreich. Ich habe dann im September in Springe noch den Intensivkurs über einen Monat gemacht – einfach nur klasse! So viele Gleichgesinnte und alle waren bis zu den Zehenspitzen motiviert. Für uns ging es noch in Präsenz, kann ich wirklich auch nur allen empfehlen. Ich war auch raus aus der Familie und 100% fokussiert. Hab dann Richtung Ende noch WLW Modul C und einzelne Endrissklausuren gemacht. WLW war leider nicht meins – bin schon mit dem Aufbau der Klausuren überhaupt nicht zurecht gekommen. Keine Ahnung warum. Aber sie haben definitiv Pfeffer!
    Weiterhin maximale Motivation für dich und alle anderen!!!

  8. @Paulaner and @ all:

    Ich verstehe ganz ehrlich auch nicht, was am Post von Paulaner so schlimm war…
    Wie schon häufiger geschrieben, hat meine Vorbereitung auf das Examen 2007/2008 auch so bzw ähnlich ausgesehen.
    Ich habe zwar zu Hause gelernt, aber meine Familie habe ich gleichwohl vernachlässigt, da ich nur gelernt und gearbeitet habe.
    Meine Frau hat das mitgetragen; es geht nicht ohne…
    Nun hat meine Frau aber auch nichts gegen das traditionelle oder konsverative Familien-/ Rollenbild mit Mann als Hauptverdiener…

    Leben und leben lassen…

    Ich glaube, alle hier geschilderten Vorbereitungsstrategien waren sinnvoll für diejenigen, die bestanden haben, allein aus individueller Sicht! Niemand behauptet, dass die eigene Strategie der letzen Weisheit Schluß sei…

  9. Hallo Tina,
    ich hatte den Examenskurs letzten Sommer belegt und würde es jederzeit wieder machen. Für mich persönlich war die Kombination aus neuem Wissen am Vormittag und der direkten Anwendung des Wissens am Nachmittag ideal. Vor dem Kurs ist es mir ziemlich schwer gefallen Klausuren zu schreiben und ein schreiben innerhalb der vorgesehen Zeit erschien mir kaum möglich. Das tägliche Kurzklausuren schreiben hat mir da sehr geholfen, genauso wie der Austausch mit anderen (nachdem ich davor nur einen Fernkurs bei Haas belegt hatte und mich nicht wirklich viel Austauschen konnte)
    Für mich hätte der Kurs auch noch eine Woche länger gehen können, weil 5 Wochen natürlich nicht ausreichen um alle Themen ausreichend genau anzuschneiden.
    Schaue aber, dass sich der Kurs nicht mit etwaigen Fernklausurenkursen überschneidet (war bei mir so), weil man das zeitlich dann eigentlich nicht mehr schafft.
    Hast du sonst noch Fragen?

  10. @Atilla @Paulaner @ Stb2019 ich habe das Examen im ersten Anlauf bestanden und das mit lediglich einer 4 monatigen Vollzeitvorbereitung hinter dem Laptop im Schlafzimmer einer kleinen Zweitraumwohnung (coronabedingt im Homeoffice). Meine Tochter war zu Beginn der Vorbereitungszeit gerade ein Jahr alt geworden und ich habe bis zum schriftlichen Examen noch nachts gestillt. Mir wäre es nicht im Traum eingefallen, meine Familie zu verlassen, weil die Gesellschaft uns nun mal drauf trimmt als Mütter für das Kind da zu sein.
    Im Gegenteil es wurde mir noch ständig gesagt, ich solle mich doch nicht überfordern und das Examen doch lieber schieben. Ich wollte es unbedingt, es hat letztendlich auch geklappt, aber es war für alle eine enorme Zerreißprobe und ohne familiäre Unterstützung unserer Eltern hätten wir es nicht gepackt.

    Gleichzeitig lese ich so häufig von Männern, wo die Frauen halt einfach ganz selbstverständlich ihre Karriere zurückstellen, easypeasy während der anstrengenden Zeit ihres Mannes die häuslichen Pflichten übernehmen und das für das Umfeld so klar ist. Der Mann macht halt eine schwere Zeit durch und muss für sich sein… ich hatte alles, Haushalt, Kind Orga und Examen. Und das obwohl mein Mann vergleichsweise liberal und engagiert ist. ES macht von den Rollenbildern einfach einen enormen Unterschied der Belastung und das hat nix mit Leben und Leben lassen zu tun. Unsere gesellschaftliche Prägung ist nur bedingt eine individuelle Entscheidung. Es schmerzt einfach zu lesen, wenn es heißt „stelle einfach alles hinten an, Stb geht vor allem“.

    Das können Männer tun, aber Mütter haben diese Wahl einfach faktisch nicht oder können sie schwerer treffen. Wie hätte euer Alltag den ausgesehen, wenn eure Frauen und Mütter eurer Kinder sich diesem Examen gestellt hätten? Wäre es genauso selbstverständlich, dass sie 10 Wochen in der Akademie gewohnt hätten?

    So, dass musste jetzt noch mal raus. Habts fein…

  11. @cool down:
    Respekt für das Bestehen im ersten Versuch trotz der Belastung; einfach Hut ab!
    Ob ich die Prüfung bestanden hätte, wäre ich in Deiner Situation gewesen, bezeifele ich.

    Meine Frau hat nie Karriere machen wollen.
    Ich im übrigen auch nicht. Mein Studium und die Beraterprüfung waren aus der Not (Krankheit heraus geboren) und ich hätte die Möglichkeit gehabt, Kanzleinachfolger zu werden (hat sich zuerschlagen, da ich von meinem Büropartner, dem ich hätte nachfolgen sollen, betrogen worden bin).

    Jetzt stehst Du da mit einer Krankheit, die Dich daran hindert, in Deinem ursprünglichen Beruf zu arbeiten, bist bereits Ü30. Daher habe ich mir was gesucht, was Erfolg versprechen konnte (Studium BWL und Beraterpfrüfung).
    Da hat dann – selbstverständlich oder nicht – meine Frau und mein Kind zurückstecken müssen; so haben wir es vereinbart und da gab es keine Frage. Ich wollte meine Familie ernähren können, ich wollte arbeiten. Es durft einfach nichts schiefgehen, ich musste die Beraterprüfung bestehen, so blöd das auch klingt. Daher habe ich alles dafür getan; vielleicht hätte weniger gereicht, das Risiko wollte und konnte ich nicht eingehen.

    Du hast gefragt:
    „Wie hätte euer Alltag den ausgesehen, wenn eure Frauen und Mütter eurer Kinder sich diesem Examen gestellt hätten? Wäre es genauso selbstverständlich, dass sie 10 Wochen in der Akademie gewohnt hätten?“

    Meine Antwort: ja!
    Bei uns musste eine Lösung her! Dass der Weg dahin hart werden würde, war klar. Wir haben diesen Weg gewählt; ich hätte auch einen anderen Weg getragen, denn die Alternative wäre Hartz IV mit allen Konsequenzen (Wohnsituation usw) gewesen.

  12. @ Cooldown: großen Respekt vor deiner Leistung. Hätte ich so nicht geschafft.

    Aber eines möchte ich auch noch ergänzen, da sich hier einige offensichtlich persönlich angegriffen fühlen, obwohl man nur seinen Weg aufgezeigt hat, ohne weitere Details zu nennen. Gleich in eine Schublade zu stecken, finde ich nicht besonders konstruktiv.

    Meine Frau und ich verfolgen den Grundsatz: Jeder darf sich selbst verwirklichen und man hilft sich gegenseitig. Kinder stellen kein Hindernis dar. Wir leben nicht das Modell „Frau -> Sammlerin, Mann -> Jäger“. Meine Frau ist Fachärztin und als vor 4 Jahren das erste Kind kam, war es für uns selbstverständlich, dass ich mich um unser Kind kümmere (Elternzeit usw.), damit Sie sich voll und ganz auf das letzte Facharzt-Jahr konzentrieren konnte. Als klar wurde, dass ich in den StB gehen möchte (2019), war es selbstverständlich für uns, dass ich mich voll und ganz darauf konzentrieren kann und darf.

    Mit dem oben angeführten Negativbeispielen wollte ich nur ausdrücken, dass meine Frau und Ich rational und für manch anderen nicht nachvollziehbar entschieden haben, dass es für UNS und für UNSER Familienleben besser (subjektive Meinung, nicht allgemeingültig) ist, lieber für einige überschaubare Monate völlig raus zu sein, als über Jahre die Familie im Alltag zu Hause damit zu belasten. Und wir glauben auch fest daran, dass unsere beiden Kinder (mittlerweile) uns trotzdem lieben und uns nicht dafür verteufeln werden. 🙂

    Selbstverständlich ist diese Vorgehensweise absolut kein Garant fürs bestehen, es ist nur ein Weg, der vielleicht auch für andere in Frage kommen könnte.

    Und dies hat in meinem Fall absolut nichts mit dem veralteten (steinzeitlichen) Familienmodell zu tun. Wir leben zum Glück im 21. Jahrhundert.

    VG aus dem Norden

  13. Natürlich haben Männer es leichter in dieser Hinsicht. Aber das man hier direkt von Beate angenommen wird, finde ich seltsam. Ich habe hier nur meinen Weg beschrieben. Vielleicht hilft es ja einen. Auch ich habe Respekt davor, dieses Examen mit Kind und Familie als Mutter zu absolvieren.

    Was aber sicherlich nicht hilft, ist über den Umstand zu jammern, das man einen Wettbewerbsnachteil hat. Dass das Leben unfair ist, ist ja längst bekannt. Vielmehr würde ich für mich als Mutter schauen, ob ich mir irgendwie die Zeit freischaufeln kann um mich ausreichend für das Examen vorzubereiten. Ist das nicht der Fall, würde ich dieses Examen erst garnicht ablegen. Warum sich diesen Wahnsinn dann antun wenn die Chancen auf Erfolg denkbar schlecht stehen? Man kann auch ohne Titel im Bereich Steuern erfolgreich sein, das haben schon sehr viele Leute bewiesen.

    Von einem Marathon, der wohlmöglich über 5 Jahre oder mehr geht, dazu rate ich ab. Zumindest halte ich es für fraglich, sich für diesen Weg zu entscheiden. Sich mehrere Jahre dieser psychischen Belastung auszusetzen und dann noch die Kosten jedes Jahr für Anmeldung + Kursgebühren aufzubringen, da wäre mir meine Lebenszeit zu schade für. Aber das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Ich habe tatsächlich jemanden damals im Kurs kennen gelernt, der schon das 8. (!!) mal in Folge schreibt, da er nie abgegeben hat.

    Ich kann allen nur aus meiner Sicht raten: wenn es euch möglich ist, gibt 1 1/2 Jahre richtig Gas und schaukelt das Ding nach Hause! Wenn ihr durchfallt, versucht es wieder und gebt aber auf jeden Fall ab! Man kann bekanntermaßen wirklich schlecht einschätzen, ob man bestanden hat oder nicht! Wenn es nach dem dritten Versuch nichts geworden ist, dann sollte es halt nicht sein.

  14. Erstmal vielen Dank für die ganzen Rückmeldungen zu den Erfahrungen mit WLW und Haas. Ich habe jetzt von beiden Informationsmaterial angefordert.

    Zu der obigen Diskussion kann ich aus eigener Erfahrung sagen, es ist absolut frustrierend, wenn man merkt, man hat das Zeug für das Examen, aber die Umstände im Umfeld lassen es nicht zu, sich zu 100 % auf die Vorbereitung einzulassen. Das wurmt. Und dann wird das Projekt Examenstitel leider auch schon mal ein Marathon. Ich werde bewusst erst in 2023 den Drittversuch schreiben und wenn die Vorbereitung meiner Meinung nicht ausreichend war, dann halt 2024 🤷‍♀️

  15. Warum reden hier so viele von entweder voller Fokus auf das Examen oder Familie?

    Meiner Erfahrung nach lässt sich das Examen auch mit Familienurlauben(damals zwei Wochen im August), zahlreichen Wochenenden mit Freunden (zu meiner Zeit war das noch erlaubt) und freien Abenden für die Familie kombinieren.

    Keiner meiner Mitstreiter die ich kenne haben den Fokus nur auf das Examen gelegt. Wenn man keinen Ausgleich hat, dann hätte das meine persönlichen Ambitionen eher geschadet, denn genützt.

    Und aus meiner persönlichen Erfahrung haben eher Leute bestanden, die das Ganze unverkrampft angegangen sind.

    Mir war zum Beispiel klar, dass ich einen Versuch machen werden, wenn der erfolgreich sein sollte, dann gut und wenn nicht, dann sollte es eben nicht sein.

  16. Hallo, sorry, aber muss die aktuelle Disskussion mal crashen, da mich folgende Frage immer mehr beschäftigt und ich weiß einfach nicht wofür ich mich entscheiden soll:

    Wie sieht es mit neuen Gesetzen aus?

    Ich will auf jeden Fall neue holen, die Frage ist aber wann? Definitiv nach dem bereits das Jahressteuergesetz einsortiert ist, aber direkt danach oder vielleicht doch lieber erst im Juni/Juli/August? Meine gedanklichen pros und contras, wobei ich da auch nicht wirklich sicher bin ob das überhaupt die richtigen Überlegungen sind:

    – Direkt nach dem JStG
    pro = bei der Klausurennacharbeit gezielter neue Makierungen setzen können; genug Zeit um die Gesetze wieder durchzustrukturieren bis zum Examen; nicht mehr über alte, zu bunte Makierungen ärgern müssen beim drüber stolpern (quasi blanko von vorne starten)
    contra = jede Menge Ergänzungslieferungen bis zum Examen, die einsortiert und nachmakiert werden müssen

    – Juni/Juli/August
    pro = weniger Ergänzungslieferungen (mein persönliches Hauptargument so spät wie möglich neue Gesetze zu kaufen)
    contra = zu wenig Zeit bis zum Examen (vielleicht sind die Ergänzungslieferungen dann doch das kleiner Übel?)

    Ich bin ratlos, vielleicht hat schon jemand Erfahrungen gemacht und kann mir weiterhelfen?

    Viele Grüße und Kraft an Alle!

  17. @wdh:

    Ich würde die Gesetze kaufen, sofoert nachdem das JStG einsortiert ist.
    Deine Pros sind auch die meinen und mE viel mehr wert als das Ärgernis des Einsortierens neue Ergänzungen.

  18. Lieber Flix,
    wann hast du die Prüfung gemacht?
    hast du Lust uns zu erzählen, wie und wo du dich vorbereitet hast?
    Dir eine schöne Zeit
    LG Beate

  19. @Beate
    Kurz zu meiner Vorbildung:
    -B.A. BWL mit Vertiefung im Bereich Steuern
    -M.A. BWL mit Vertiefung im Bereich Steuern
    – ca. 3,5 Jahre Berufserfahrung

    Meine Vorbereitung:
    – 1 Jahr Samstagspräsenzkurs bei der Kammer, wobei nur die guten Vorlesungen besucht wurden, den Rest kann man effizienter zuhause lernen
    – Fernklausurenkurs bei Knoll, hier zwei Abende in der Woche jeweils 3h geschrieben und ab in die Post, die nächste Woche die Klausur liegen lassen, bis zur Freistellung (also etwa jede zweite verschickt)
    – Ab Juli Freistellung, davon ca. 2-3 Wochen Urlaub mit lockerem Skript durchblättern am Strand, ansonsten wochentags von 10-16 Uhr durchgelernt
    – 1 Klausurenpräsenzwoche im September
    – An den Abenden vor den Examen das Kurzzeitgedächtnis mit dem letzten nicht abspeicherbaren Quatsch zumüllen.

    Ja, ich gebe zu, ich habe schon zu Schulzeiten leicht gelernt aber vielleicht macht es manch einem Mut, dass man die Freizeit nicht zwingend bis zur letzten Sekunde zusammenstreichen muss um bestehen zu können. Wer jedoch mehr Zeit benötigt, darf aber oben genanntes bitte nicht als Musterbeispiel nehmen.

  20. Lieber Flix,
    vielen Dank für deine Ausführungen
    Ich finde es ganz zauberhaft, dass du so offen zugibst, das dir das Lernen etwas leichter fällt.
    Es wäre für uns „Normalsterbliche“ leichter, wenn sich mehr Leichtlerner outen würden.
    Egal ob Leichtlerner oder Schwerlerner, diese Prüfung zu bestehen ist für ALLE eine Herausforderung!
    Du hast es geschafft und kannst sehr stolz auf dich sein und soooo wenig hast du ja auch nicht gemacht,
    dass war schon konsequent und auf das Ziel fokussiert.
    Ich wünsche dir jetzt ganz viel Langeweile …
    Auch würde ich mich freuen, wenn du uns hier im Blog gelegentlich Tipps geben könntest.
    LG Beate

  21. Hallo zusammen,

    gibt es hier jemanden der dieses Jahr den Klausurenfernkurs von Knoll macht und sich ein bisschen austauschen/motivieren möchte?

    LG Kim

  22. Ich hole mir die Gesetze Anfang August oder so neu. Nachheften werde ich definitiv nicht mehr. Dann nehm ich mir mal 3–5 Tage zum nachmarkieren der neuen Gesetze. Hauptsache keine Nachlieferungen einsortieren und wieder nachmarkieren müssen.

  23. Hallo Zusammen,

    @Kim: habe mich jüngst angemeldet für den Klausurenkurs von Knoll. Gerne würde ich mich austauschen.

    Viele Grüße

  24. Ich habe dieses Wochenende die Probeskripte zu den Fernlehrgänge von Haas und WLW durchgearbeitet. Ich muss sagen, beide Anbieter fand ich ansprechend. Die Skripte gut durchdacht und die Themen anschaulich vorbereitet. Haas hätte den Vorteil, dass ich jetzt schon anfangen könnte. WLW beginnt erst im Mai. Da ich aber erst 2023 antreten möchte, habe ich mich trotzdem für WLW entschieden, da ich dort bei meinem 2. Versuch im Klausurenfernkurs und der mündliche Vorbereitung gute Erfahrungen gemacht habe. Ich werde zusätzlich die Karteikarten Stoffvermittlung und die Fallsammlungen buchen. Mein Ziel ist es, das Material bis Oktober 2022 durchzuarbeiten. Bis Anfang 2023 wollte ich meine alte Klausuren nochmal durchgehen und im Anschluß die Klausurenkurse von WLW und Knoll buchen. Mal sehen, wie sich der Plan tatsächlich umsetzen lässt.

  25. Liebe Tommy,
    dafür, dass du erst 2023 schreiben willst, startest du ganz schön durch …
    Super wie motiviert du bist 😉
    Dir ganz viel Kraft
    LG Beate
    P.S. Ich werde deine Strategie mal im Auge behalten und verfolgen …

  26. Hallo zusammen,

    ich habe leider keine Zeit mir die ganzen Kommentare durchzulesen…. Ich habe 2015 und 2016 geschrieben und bin durchgefallen. :/ Jetzt habe ich mich dazu entschieden einen 3. Versuch zu wagen.

    Daher suche ich Leidensgenossen, die sich austauschen wollen. Wegen Corona sitzt man alleine zu Hause und machmal überkommen einen Ängste und Zweifel… Ihr kennt es ja sicher.

    Also, ich habe 2015 einen Samstagslehrgang gemacht und keine einzige Klausur bestanden. Die Prüfung habe ich auch nicht bestanden, war für mich aber irgendwie ok, da ich wusste, dass der Samstagslehrgang falsch war und ich nicht die richtige Lern- und Klausurtechnik drauf hatte.

    2016 war ich 15 Wochen in Springe bei Haas und habe ungefähr 90% der Klausuren mit einer 4 – 4,5 bestanden. Ich war gut vorbereitet und habe mich sicher gefühlt. Ich habe im Kurs unfassbar viel gelernt. Für die richtige Klausur hat es dann doch nicht geklappt. Das hat mich die letzten Jahre SEHR beschäftigt und fertig gemacht. Ich kann immer noch nicht verstehen, wieso es nicht geklappt hat. Irgendwie konnte ich die ganzen Jahre über keinen Schlussstrich ziehen und weitermachen.

    Daher habe ich mich entschlossen 2021 nochmal anzutreten. Ich mache gerade die Vorablehrgänge von WLW und fange im Mai mit den richtigen Lehrgängen an. Wieso die Vorablehrgänge? Na ja, mittlerweile bin ich Mutter geworden und wegen Corona nun schon seit 2 Jahren in Elternzeit. Ich habe nicht immer Zeit zum lernen, die Kita hat zu und meine Mutter passt auf mein Kind auf. Bis August hilft meine Mutter aus, ab August habe eine passende Kinderbetreuung. Ich muss langsam anfangen und möchte durch das Wiederholen der Grundlagen einen kleinen Vorsprung aufbauen.

    Nun überlege ich auch den Klausurenkurs bei Knoll zu belegen. Dieser hat am 2.2. bereits begonnen, spät ist es nicht einzusteigen, aber ich frage mich ob es sinnvoll ist, wenn man mit dem Stoff noch nicht so weit ist. Klar, Vorwissen habe ich, aber reicht das Wissen für den Klausurenkurs?

    Wie schaut Eure Vorbereitung im 3. Versuch aus? Was macht anders als bei den letzten 2 Versuchen.

    Falls sich jemand austauschen möchte, hier ist meine E-Mailadresse: StBpruefung21@web.de

    Liebe Grüße an alle und viel Erfolg!

  27. @Wonderwoman
    Bzgl. des Klausurenkurses von Knoll: am 02.02. hat der „Münchener Klausurenkurs“ angefangen (ist der Kurs mit Live-Besprechung der Klausuren am Mittwoch abends).
    Der „reguläre“ Klausurenkurs von Knoll beginnt erst übermorgen am 24.02. (hier kann man auch eine Videobesprechung extern hinzubuchen – ist halt aufgezeichnet).
    Also falls Du nicht so viel Wert auf eine „Live-Besprechung“ hast, wäre das ja noch eine Alternative.

    Viele Grüße und ich drück Dir die Daumen, dass es dieses Mal hinhaut.

  28. @Schweinstaxe (toller Name übrigens :D), Danke für deine Nachricht und den Hinweis. Ja, das ist die Frage, ob man mit Kind immer Zeit hat jeden Mittwoch sich live dazu zu schalten. Daher würde ich eher zu den Aufzeichnungen tendieren. Vielleicht kann man ja in einer Gruppe die Fragen besprechen oder sogar eine E-Mail an Knoll schicken… Anders geht es mit Kind leider nicht. Mal schauen.

    Viele Grüße

  29. @Wonderwoman
    Danke 😀
    Es gibt für die Teilnehmer ein Online-Knoll-Forum wo man jegliche Fragen stellen kann. Ich fange morgen auch den „regulären“ Kurs an, welcher dann noch bis Ende März parallel zu meinem Klausurenvorbereitungskurs verläuft. Das wird noch was geben mit der Doppel- bzw. Dreifachbelastung durch die zusätzlichen Klausuren aus meinem Präsenzkurs bei der Kammer…
    Versuche aber alle Klausuren zu wuppen 🙂

  30. @wonderwoman
    Ich würde auch die Knoll Klausurenkurse empfehlen, gerade wegen dem fachlichen Austausch. Frag doch mal nach ob die Klausur Besprechungen vom Münchner Klausurenkurs aufgezeichnet werden. Die soll ausführlichr sein, also länger. Evtl. gibt’s auch eine whatsapp Gruppe zum Austausch.
    LG

  31. @MKI Hi! Ich habe mich heute für den Klausurenfernkus und den Aufzeichnungen von Knoll angemeldet. Die Aufzeichnungen sind vom Münchner Klausurenkurs, allerdings nur 90 Minuten. Im September möchte ich (nach dem 15 Wochenkurs bei WLW) noch den Intensivkurs bei Knoll belegen. Also, wenn alles gut geht! Ich hoffe das bringt was.
    Einige aus dem Forum haben mir auch bereits eine E-Mail geschrieben. Schön, dass man nicht alleine ist! 🙂

    Liebe Grüsse

  32. Lieber B,
    hast du schon wieder angefangen zu lernen oder Klausuren zu schreiben?
    Wie lief USt bei dir?
    Was sind deine Traumathemen?
    Dir viel Kraft
    LG Beate

  33. Hallo Beate,

    ich habe Mitte Januar angefangen zu lernen. Ich lerne jeden Tag vor der Arbeit 1–2h und habe gerade den Klausurentechnikkurs von Knoll belegt. Sehr empfehlenswert! Habe schon viele gute Erkenntnisse für mich mitgenommen. Am Wochenende lerne ich einen Tag und einen Tag nehme ich eine Auszeit. Ich schreibe nicht nur Klausuren, sondern vertiefe auch noch mal die Theorie. Bei Sachverhalten und Themen, die ich nicht verstehe, versuche ich es mir solange zu Gemüte zu führen, bis ich es verstanden habe. Ich nutze neben den vielen Klausuren (auch originalklausuren), Steuer und Studium, WLW-Klausurtechnikkarten und die Videos dazu. Als Kurs will ich dann im August/September nur noch den Klausurenintensivkurs von Knoll machen (10 Klausuren in 2 Wochen).

    Ich fühle mich auch motiviert und auf einem guten Weg. Jetzt steht bald unsere Hochzeit und die Geburt unseres Sohnes an. Durch die Arbeit im Homeoffice und mein separates Arbeitszimmer habe ich gute Bedingungen für Lernzeiten.

    USt mache ich immer als letztes. AO zuerst. Letztes Jahr hatte ich 14 Punkte in AO, 17 in ErbSt und 11 oder 12 in USt. USt war letztes Jahr definitiv am komplexesten. Bis jetzt hatte ich mich für USt am „wenigsten“ der drei Gebiete vorbereitet. Aus den 2 Prüfungen kann ich für mich jedenfalls bestätigen, dass in USt vergleichsweise viele Punkte in wenig Zeit geholt werden können. Im Erstversuch hatte ich in AO 8 Punkte nach 2,5h Bearbeitung und 8 Punkte in USt nach 1h Bearbeitung. Daher fange ich zwar weiterhin mit AO an, höre aber aus klausurtaktischen Gründen nach etwa 1,5h definitiv auf und gehe zur ErbSt über. Erfahrungsgemäß wird dann nach 2 bis 2,5h ErbSt und 2 bis 2,5h USt kein Zeit mehr übrig sein, um noch mal AO weiter zu bearbeiten. Aber aus taktischen Gründen ist es so für mich am sinnvollsten. Ich würde das so auch empfehlen.

    Ich bin motiviert und überzeugt, es zu schaffen, wenn ich dran bleibe. Gewiss ist, dass Mitte Oktober das Thema schriftliche StB-Prüfung endlich geschafft ist und spätestens Anfang Februar 2022 das Thema StB insgesamt. Also noch mal alles geben jetzt 💪🏼

    Viele Grüße und viel Kraft allen
    B

  34. Meine „Traumathemen“ sind alles, was mit UmwStG und PersGes sowie alles, was mit Gründung, Ges’er-Wechsel, -Aufnahme etc. zu tun hat. Das sind die Themen, in denen ich mich zumindest am unsichersten und unwohlsten fühle. Alles andere empfinde ich als weniger schlimm, auch wenn ich da sicher auch vieles nicht herausragend beherrsche. Daher werde ich mich mit diesen (Trauma-)Themen auch noch mal im Besonderen und intensiv beschäftigen.

  35. Liebe Saskia,
    wie läuft das Lernen bei dir?
    Schreibst du Klausuren? Hast du nochmal einen Kurs gebucht?
    Dir viel Kraft
    LG Beate

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*