Mea Culpa

Ich muss etwas gestehen. Letzte Woche habe ich eine Klausur geschwänzt.

Als ich mich letzte Woche an die Bilanzklausur von Knoll machen wollte wurde mir plötzlich ganz heiß, ich konnte mit dem Thema rein gar nichts anfangen.

Nach der ersten Panik versuchte ich mit den bekannten Lösungsmustern irgendwie einen Zugang zu den Aufgaben zu finden, aber da war nichts zu machen.

Ich verbrachte den Rest des Tages damit Klausuren nachzuarbeiten und mir Vorwürfe zu machen weil ich die Klausur nicht geschrieben habe. Diese Woche kam dann die Musterlösung und ich bin leider noch nicht dazu gekommen reinzuschauen.

Im Moment scheint das hinterher Hängen ja eine grassierende Krankheit zu sein.

Meinen Lernplan habe ich daraufhin etwas umstrukturiert. Bisher habe ich unter der Woche immer nachgearbeitet und am Samstag noch eine Klausur geschrieben. Nach der Klausur habe ich dann meistens nichts mehr gemacht und erst wieder am Sonntag weiter nachgearbeitet. Leider bin ich dadurch gar nicht zum Beseitigen meiner Wissenslücken gekommen.

Mein neuer Lernplan sieht zunächst bis samstags Nachmittag gleich. Allerdings werde ich jetzt nach der Klausur auch noch einmal 2-3 Stunden auf das Nacharbeiten verwenden. Der Sonntag soll ab jetzt ausschließlich dem Ausmerzen meiner Wissenslücken dienen.

Ich hoffe, dass mir das etwas innere Ruhe verschafft und solche kompletten Katastrophen wie letzte Woche nicht mehr vorkommen.

Gutes Durchhalten weiterhin!

16 Gedanken zu „Mea Culpa

  1. Ich habe das Examen letztes Jahr geschrieben und auch mit einer sehr guten Note bestanden.

    Ein Tipp: Nicht zu früh Vollgas. Man macht sich zu früh verrückt und zu früh Stress der noch gar nicht angebracht ist. Ich habe die Knoll Klausuren bis zu meiner Freistellung im Juli nicht gemacht und erst dann durchgearbeitet.

    Es ist noch sehr viel Zeit bis zum Examen und man muss sich was den Lernaufwand angeht ja auch noch steigern können.

    Ach ja: Ein freier Tag Pro Woche halte ich auch für sehr wichtig. Bei mir war der Sonntag immer lernfrei 😉

  2. Ich habe ebenfalls letztes Jahr bestanden und bei Knoll die Vorbereitung gemacht.

    Meine Empfehlung ist: Klausur anfangs mit Lösung bearbeiten und wenn du nicht weiter weißt in die Lösung schauen. Die Knoll Klausuren sind teilweise so schwierig und realitätsfern, dass ich mich dort a) weder verrückt machen würde, dass ich die Klausur X in Woche Y noch nicht geschrieben habe und b) dass es teilweise reine Zeitverschwendung ist, eigene Lösungsansätze zu entwickeln.

    Die Klausurenroutine kommt von alleine. Was Du aber nicht mehr wieder bekommst sind die 6h Zeit, die du damit verschwendet hast eine Neugebauer EST Klausur zu probieren, um festzustellen, dass du maximal 10 Punkte für die Steuerpflicht prüfen bekommen hättest.

  3. Ich beiße mir auch an so mancher Knoll Klausur die Zähne aus, dieses WE die Gemischte war wieder schrecklich… Ich hätte sie am liebsten aus dem Fenster geworfen. Ich hatte gefühlt schon wieder alles in ErbSt vergessen. Die BilSt Klausur hab ich auch geschrieben. Nach dem ersten Schreck, dass ich mit Sachverhalt nichts anfangen konnte, hab ich Google befragt, nachgelesen und dann doch so nach und nach gelöst. Das kostet schon Überwindung, Zeit und Mühe, so unbekannte Themen zu bearbeiten. Aber ich habe einiges draus gelernt und bin auf Erlasse und Paragraphen gestoßen, die ich sicher auch nicht so schnell wieder vergesse. Ich weiß auch nicht, was der beste Weg ist, es gibt sicher mehrere. Ich freue mich auf die Freistellung, da werde ich dann die Klausuren nochmal schreiben, mit der Lösung daneben. Da werde ich dann sehen, wieviel wirklich hängen geblieben ist. Aber ich bin nicht der Typ, der alles auf die Freistellung verschiebt. Das Risiko ist mir einfach zu groß, dass dann die Zeit nicht reicht. Ansonsten ist es mit Sicherheit zu früh, sich total verrückt zu machen.

  4. Nicht jetzt schon so extrem unter Zeitdruck setzen. Ich habe vor 4 Jahren geschrieben. Um diese Jahreszeit habe ich damals nur freitags abends und Samstags den Kurs besucht. Ansonsten habe ich erst im August (Freistellung) angefangen zu lernen und einen dreiwöchigen Klausurenkurs besucht. Ich hätte das gar nicht durchgestanden, unter der Woche nach der Arbeit noch zu lernen. Und sonntags war immer mein komplett steuerfreier Tag.

  5. Ich habe auch letztes Jahr geschrieben und auch bestanden. Ich habe kontinuierlich gelernt, aber nicht exzessiv. Zwei Klausuren in einer Woche habe ich nie geschrieben (das hat man dann später bei den Klausurenkursen schon genug 🙂 ) Wenn man eine Klausur nicht lösen kann (und das kommt nun mal leider vor) dann muss man das für sich abhaken. Lösung nehmen, sauber durcharbeiten und nicht denken, dass man nichts kann. Es ist wichtig, dass man eine gewisse mentale Stärke aufbaut, um die 3 Klausuren im Oktober zu bestehen. Mein Tipp: nicht schon im April an die Kraftreserven gehen, die Reserven sollten von ca. Mitte August-Mitte Oktober aufgebraucht werden. Haltet durch.

  6. Die anstrengste Zeit für mich waren die Präsenz-Klausurenkurse und die Examenstage. Hier muss genug Akku über sein. Speziell aus den Klausurenkursen habe ich sehr sehr viel mitnehmen können. Herangehensweise, Bepunktung, Verständnis. Das setzt natürlich voraus, dass man nach 6h Schreiben noch in der Lage ist konzentriert der Klausurbesprechung der Dozenten zu folgen.

    Die Jagd nach dem Ziel „Weiss alles, kann alles“ ist m.E. kontraproduktiv. Diese Erwartung führt denke ich zu toten Zeitphasen gefüllt mit Resignation oder schlaflosen Nächten.

    Was man anpackt sollte man konzentriert, vernünftig und abschließend tun. Sprich am Ende sollte idealerweise das tiefen-Verständnis da sein oder zumindest eine Skizze/Beispiel anhand dessen man zu späterer Zeit innerhalb kürzester Zeit das Thema wieder begreift und mit gutem Gefühl ins Examen geht.

  7. Hallo Richard, mach Dir nicht so einen Stress. Ich selbst habe die Prüfung vor 2 Jahren erfolgreich bestanden, obwohl ich nur 6 Klausuren geschrieben habe. 14 Tage vor der Prüfung habe ich intensiv gelernt, Sonntag aber steuerfrei. Vielleicht hatte ich aber auch nur Glück. Habe zuvor die Ausbildung als Steuerfachangestellter mit einem „sehr gut“ abgeschlossen.

    Viel Erfolg weiterhin!!!

  8. Letztes Jahr um diese Zeit bin ich auch das erste mal in Rückstand geraten… ich hatte 2 Kurse parallel (Haas und Knoll) und 3 Tage waren oft zu wenig.
    Ich würde mir um die Zeit der Bearbeitung keinen Kopf machen. Allerdings fand ich es immer wichtig sich durchzuquälen und nicht „zu schummeln“. Das Nichtwissen habe ich bei der Nacharbeit versucht auszumerzen.
    Am Ende hatte sich mein Vorgehen gut ausgezahlt. Aber man muss seinen eigenen Rhythmus finden. Ich hätte es definitiv mit „nur“ 20 Klausuren nicht geschafft. Ich hatte immer schiss wiederholen zu müssen. Also war es immer mein Ziel an Ende nicht sagen zu müssen „hättest du mal hier oder da mehr gelernt, dann kann man sich wenigstens nichts vorwerfen“. Dafür hab ich dann alles gegeben, auch wenn ich im Nachhinein sage, der ein oder andere freie Tag mehr hätte nicht geschadet. Die Angst war aber zu groß.

  9. @Richard:

    Ich kann Dich beruhigen, ich selbst hänge bei mehreren Fächern – mache einen Samstagskursus – mit dem Nacharbeiten hinterher – ich selbst habe auch großen Respekt vor der Prüfung – aber immer nur Lernen kann man auch nicht!

    Also – ich denke, alles gut!

    Weiterhin viel Erfolg und starke Nerven!

  10. @Richard:
    Wenn Du jetzt schon nicht mehr hinterher kommst und Probleme mit den ersten (noch einfachen) Klausuren hast, würde ich Dir empfehlen weniger Zeit für Blog-Einträge zu verschwenden und Dich stattdessen mal etwas öfter an den Schreibtisch setzen.

    Ohne den nötigen Ehrgeiz und mit der Einstellung “wird schon”, wird das ganz sicher nichts. Die Prüfung ist nun mal äußert schwer, damit der Kreis der Steuerberater elitär bleibt. Und das finde ich persönlich auch gut so!

  11. @ Carsten: Sehe ich genauso! Kann die Leute nicht verstehen, die die Prüfung auf die leichte Schulter nehmen… Mit wird schon wird keinem geholfen!

    Nicht jeder kann und sollte Steuerberater werden!

  12. @ Carsten M.: Dank Menschen wie dir verliere ich regelmäßig den Glauben an unseren Berufsstand. Unser Beruf zieht wohl besserwisserische, spaßbefreite Möchtegerns wie dich an, davon haben wir nämlich auffallend viele… Elitär ist bei dir höchstens deine Meinung über dich selbst. Still dein Geltungsbedürfnis anderswo und steck dir deinen erhobenen Zeigefinger sonst wo hin…
    @ RIchard: Lass dir nichts einreden, geh deinen eigenen Weg!

  13. @ Carsten M. & Tax_Peter_Nils: Kommentare einer Person unter verschiedenen Nicknames (besonders wenn man sich selbst antwortet und damit offensichtlich nur Verwirrung stiften will) werden hier nicht geduldet. Ich bitte um Unterlassung.

    Viele Grüße vom Blog-Admin

  14. @carsten m.
    Ich finde deine Aussage unter aller Sau.
    Die Klausuren im klausurenfernkurs sind am Anfang nicht einfacher, das mag bei einem Fernkurs der Fall sein, bei den klausurenfernkursen definitiv nicht, die sind alle auf Examensniveau.

    @Samariter: Danke

  15. Ich versteh die Leute nicht…letztes Jahr wurde immer gejammert, dass die Blogger nicht bloggen, dieses Jahr wird ihnen vorgeworfen, dass sie regelmäßig bloggen anstatt zu lernen. *Kopf schüttel

    Lasst euch alle nicht verrückt machen. 2016/2017 war mein Erstversuch und ich hab mich auch schon früh (April/Mai) verrückt gemacht und war im Oktober so durch, dass mir einfach die Puste ausging (neben anderen Fehlern). Im Zweitversuch ein Jahr später bin ich im Juni zwei Wochen absolut steuerfrei in den Urlaub gefahren (ich hatte wirklich nichts mit, weil die Gepäckkapazität das nicht zugelassen hat) und habe darauf geachtet regelmäßig Pausen zu machen (mal einen Tag, mal einen Abend) und der Akku reichte gut für den Ernstfall.
    Da ich auch einige andere Dinge geändert hatte (mehr Augenmerk auf Fussgängerpunkte, mehr Stichwortsätze, alles hinschreiben was mir durch den Kopf geht, auch wenn es hinterher bereits von mir mit einem „Quatsch“ kommentiert oder durchgestrichen wurde u.ä.) hat es dann gereicht. Woran es unter‘m Strich gelegen hat, kann ich euch leider nicht sagen.

  16. Mensch Carsten. Das ist doch Quatsch was du hier schreibst. Natürlich sollte man mit einer gewissen Ernstigkeit an die Sache heran gehen, aber an dieser Zweifel ich hier bei keinem. Du scheinst es jedoch zu übertreiben. Der Schuss kann in den Klausuren dann nach hinten losgehen, wie Steme bereits beschrieben hat. Pausen und Erholung sind mindestens genauso wichtig wie die Lernphase. Und das am Anfang die Klausuren für einem schwer sind, ist auch normal. Daher sollte man auch möglichst viele Klausuren schreiben (am besten auch einige einschicken). Es wird von mal zu mal besser, und durch das Einschicken lernt man, wo man die Fussgängerpunkte einsammeln kann. Liebe Leute, macht euch jetzt nicht zu sehr verrückt, mein ehemaliger Chef sagte mal, „die Schlacht wird in der Freistellung entschieden, alles was jetzt ist, ist nur Vorgeplänkel“ 😉 Und es bringt euch auch sicherlich nichts, wenn ihr völlig ausgebrannt in die Freistellung geht und euch da die Puste ausgeht. Es ist halt ein Marathon. LG

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