Nach der Einsicht ist vor dem Zweitversuch …

Gestern hatte ich meinen Termin zur Klausureinsicht. Ich habe mich direkt für einen der ersten Termine angemeldet, in der Hoffnung, die eventuell fehlenden Punkte noch zu finden… die Hoffnung stirbt bekannt zuletzt. Leider ist sie gestern gestorben. Es war wirklich sehr sehr knapp bei mir. Alle Klausuren waren um 2-3 Punkte an der Grenze zur besseren Note. Im Nachhinein zum Schwarzärgern, da man diese auf jeden Fall hätte bekommen können. An Wissen mangelte es nicht. Allerdings habe ich manche Klausurteile von der Punkteverteilung etwas falsch eingeschätzt, z.B. den Grunderwerbsteuerteil in der ErbSt-Klausur. Hier hätte man die Punkte relativ “einfach” bekommen können, wohingegen man im ErbSt-Teil erstmal seitenlange Berechnungen aufstellen musste, die viel mehr Zeit kosteten. Allerdings habe ich im Oktober nicht auf diese Verteilung (14 + 16) spekuliert und daher diesem Teil nicht die zeitlich angemessene Beachtung geschenkt.

Und so sieht es sich dann durch …

Aus der Korrektur in meinen Klausuren konnte ich nicht wirklich viel mitnehmen. Es wäre schöner gewesen, wenn das Punkteschema der Musterlösung ausgefüllt worden wäre, sodass ich auf den ersten Blick gesehen hätte, wofür ich Punkte bekommen habe und wofür nicht. So war der Abgleich der Musterlösung mit meinem geschriebenen Teil sehr mühselig. Für mich war es jedoch wichtig mal die Musterlösung und damit die tatsächliche Erwartungshaltung zu sehen.

Ich habe mich jetzt mit dem Ergebnis abgefunden. Es ist einfach nicht mehr zu ändern, auch wenn ich mich noch etwas ärgere. Bei mir wird es ab März wieder mit dem Lernen losgehen. Mein Ziel wird es sein durch Klausuren, Klausuren, Klausuren eine bessere Einschätzung für die Punkte zu bekommen, das Zeitmanagement zu verbessern und die Themen zu wiederholen / zu verfestigen.

Ich habe in den Tagen sehr viel reflektiert, wo ich mich thematisch noch deutlich verbessern muss, was ich in der Vorbereitung auf den Zweitversuch ändern möchte und wie ich meinen Lernplan gestalte. Das Grundgerüst hierfür steht bereits. Die konkrete Planung erfolgt dann Ende Februar, damit ich ab März wieder mit Probleklausuren durchstarten kann und die sich daraus ergebenden Themen aufarbeite.

Ich hoffe, dass diejenigen, die auch durchgefallen sind, ebenfalls bereits neuen Mut schöpfen konnten und sich für den Zweitversuch motivieren.

Habt ihr bereits einen Plan?

Welche Anbieter sind insbesondere für den Zweitversuch zu empfehlen?

Gibt es gute Repetitorien, die man als Wiederholen besuchen sollte? Gibt es eventuell auch gute Videos online, insbesondere für diejenigen, die keine lange zeitliche Freistellung mehr gewährt bekommen?

Ich freue mich über Vorschläge / Tipps / Empfehlungen :-)

78 Gedanken zu “Nach der Einsicht ist vor dem Zweitversuch …

  1. Sehe ich anders (Nicht-Jurist, Praktiker). Ich habe immer USt-AO-ErbSt gemacht. Ich finde, dass man in ErbSt wesentlich mehr schreiben muss, um Punkte zu holen. Sehe es aber ähnlich wie der Kollege oben, dass man sich (wie überall) nicht verrennen darf, also nach ca. 2 Stunden dann auch aufhören.

  2. Hallo Sina,

    genau, der Herr Bähr ist bei Dr. Bannas in München Dozent.

    Hier musst du unter Tageslehrgänge 2017 schauen.
    Unter AO siehst du dann 6 Tage für 450 Euro und die Termine im Sommer.
    http://www.steuerlehrgaenge.com/content/index.php/content/muenchen#2474

    Das ist der laufende 10 Wochen Kurs von Dr Bannas und du somit für AO als Externer Teilnehmer dabei.

    Ich kann es jedem nur empfehlen! Es war jeden cent wert.
    Würde sehr gerne von dir oder auch den anderen hören, wie ihr diesen Kurs dann schlussendlich gefunden habt.

    Wünsche viel Erfolg!

  3. Ich kann das AO-Rep. bei Herrn Bähr jedem nur wärmstens empfehlen. Habe bei Bannas nur das 1-tägige Seminar gemacht. Und das hat mir extrem viel gebracht. Viel mehr ist mE nicht nötig, da er an diesem einen Tag das System erklärt und wenn man das verstanden hat läufts.

    Was die Schreibreihenfolge am ersten Tag angeht, ich habe da blind Herrn Bähr gefolgt und habe es gut gemeistert: zuerst AO (max 1h 40 min), dann weiter mit USt (2h bis ca. 2 h 20 min) und den Rest mit ErbSt verbringen. AO ist immer dasselbe (im Groben), das kann man dann mit dem System vom Bähr so runterrotzen. Ich bin zudem der Meinung, dass man in AO nicht blank dastehen sollte. Auch da sind Punkte gut zu holen. USt sind kleine Fälle, die man gut einteilen kann. Und in ErbSt kann man einfach nicht fertig werden, deswegen das zum Schluss, bevor man sich da verrennt.

  4. @ Sina,

    ich habe aus verlässlicher Quelle gehört, dass der Klausurersteller AO der letzten 3 Jahre in Bayern sitzt..

  5. Ich hatte bei der Gemischten trotz der guten Vorsätze gerade nur noch 45 Minuten für AO übrig, hatte viel zu lange bei ErbSt Teil gebraucht. Bloß gut, dass ich nicht wusste, dass im reinen ErbSt-Teil nur 16 Punkte zu holen war. Und es hat trotzdem für eine 4,0 in der Gemischten gereicht. Interessant wäre allerdings zu wissen, wie viel Punkte ich in AO in diesen 45 Minuten geholt habe.

  6. Mir waren die Sachverhalte in der AO zu umfangreich, um damit anzufangen. Da ist die erste Halbe Stunde rum und man hat noch nichts auf dem Papier. Nach weiteren 30 min. stellt man fest, dass man auf dem falschem Weg ist und alles bisherige unbrauchbar ist. Damit ist der erste Tag dann praktisch gelaufen, …….. da wird die Nervosität dann groß.

    Habe deshalb stets mit USt angefangen, grds. immer alles komplett bearbeiten in max 180 min und min. 70 % der Punkte holen. Die Einzelsachverhalte sind einfach kürzer, so dass man da besser rein kommt auch wenn die Nervosität groß ist. Letztlich waren das die letzten Jahre ja dankbare Punkte; es kam stets das Standardklausurwissen ohne große Überraschungen dran. Wenn ich mich recht entsinne, war dieses Jahr bis auf den Diebstahl alles in den letzten 8 Vorjahren dran.

    Bis vor 2 Jahren hätte ich im Anschluss auf jeden Fall den ERbSt-Teil gemacht; dass haben wohl viele gemacht, und auf die AO weitgehend verzichtet, sodass man da gegengesteuert hat. Die Punkteverteilung zw. AO und ErbSt stimmt einfach nicht mehr. Ich bin mit jeweils 90 Minuten dieses Jahr ganz gut gefahren. AO vollständig schulmäßig gelöst, bei der ErbSt musste ich mich dann teilweise auf die Fussgängerpunkte beschränken.

  7. @pe,

    eine Nachfrage zum Diebstahl in der USt-Klausur:

    Wie war dieser SV + wie sah die Lösung (UstG + UStAE) aus?
    Sprich Steuerbarkeit? Wo steht dies im UStAE?

    Vielen Dank.

    Grüße, Charles

  8. @Charles: Du fragtest mal nach den Ergebnissen der Blogger. Soweit ich noch den Überblick habe sind Jana und Daniela zur mündlichen zugelassen. Nadine hat schon bestanden.
    Von Melanie weiß ich nichts.
    Der Rest der Blogger hat die schriftliche leider nicht bestanden.

  9. Zur Reihenfolge der Bearbeitung am 1. Tag, kann ich nur empfehlen, dass man da flexibel sein sollte. Ich hatte vor zwei Jahren in allen Probeklausuren immer die Reihenfolge ErbSt, UST, AO gewählt. Bei der Prüfung bin ich erst genauso vorgegangen. Erbst war auch gut so. USt war aber gar nicht mein Fall, so dass ich dann erst AO gemacht habe. Viele andere haben AO am Schluss gemacht und hatten nicht mehr viel Zeit dafür. Man muss das davon abhängig machen ob einem an dem Tag die Aufgaben zusagen oder nicht.

  10. @Charles: Wenn ich mich recht entsinne, dann war das ein Ladeninhaber der die Tageseinnahmen in die Bank bringt und dabei bestohlen wird. Ich hatte da etwas von fehlender Leistung geschrieben. Zusätlich hätte man wohl schreiben können, dass das zu keiner nachträglichen Änderung der BMG für die vorherigen Umsätze führt. Ich kenne die Lösung aber nicht.

  11. Herr Bähr ist wärmstens zu empfehlen und meiner Meinung nach Pflichttermin für jeden. Ich habe als Nicht-Jurist und Nichtpraktiker überhaupt keine Ahnung vorher von AO. Ich habe in 1,5 Tage dafür bei ihm dann mehr gelernt als irgendwo anders. Herr Bähr wird einem auch die Begründung liefern, warum man keine Angst haben muss, dass in AO Haftung dran kommt. Daneben hat er auch noch Tipps parat für die anderen beiden Fächer am ersten Tag. Dieses Jahr gab es bspw. den Hinweis, dass man sich in der Grunderwerbssteuer auskennen sollte.

  12. Ich habe da eine Frage bzgl. Versicherungssteuer..

    Wie hoch ist der Versicherungssteuer für eine Brandschutzversicherung? Wo ist das gesetzl. geregelt? 22 Prozent?

  13. @Steuererrater: Wo hast du die 1,5 Tage AO bei Herrn Bähr gemacht? Über das AO-Repetitorium oder das Fallrepetitorium von Bannas? An welchem Standort?

  14. Mal ne Frage an Alle:
    Prüfung 2017 ist Rechtsstand 2016. Also ErbSt schon mit neuer Reform und Bilanzen entsprechend mit BilRUG?
    Dankeschööön

  15. Ich war auch bei Bähr und es war schon allein deshalb Hammer, weil er einem derart plausibel erläutert was dran kommt und was man machen muss, dass man keine Angst mehr vor AO hat und sich denkt irgendwas krieg ich da schon hin. Absolut zu empfehlen!

  16. @Steuererrater: Danke für die Info. Laut der Internetseite von Bannas sind AO-Repetitorium (1 Tag) und Fallrepetitorium (1 bis 3 Wochen) allerdings unterschiedlich ausgeführt. Deswegen hatte ich gefragt. Vielleicht mach Herr Bähr ja beides?!

    Schade, dass Herr Bähr nicht in München ist. Oder weiß Jemand von Euch, ob der auch an verschiedenen Standorten das AO-Repetitorium macht? Wenn ihr den alle so empfehlt, würde ich das gerne in Anspruch nehmen.

  17. Also auf der Internetseite von Bannas steht leider bei dem AO Rep. als auch bei dem Fallrep. nichts von Hr. Bähr. Der AO Teil in beiden Rep. wird von Hr. Große übernommen.
    Weiß jemand, ob Hr. Bähr bei Bannas noch aktiv ist?

  18. @ Thomas,

    mir wurde von WLW gesagt, dass bei der Klausur ErbSt davon ausgegangen wird, dass der SV im ersten Halbjahr von 2016 liegt. Zum Zeitpunkt wo die Klausur erstellt wurde, war die neue Gesetzgebung noch nicht definitiv durch…

    Mal sehen, was andere Bildungsanbieter in den Klausuren bringen.

  19. Natürlich ist der Herr Bähr in München… er macht ja auch die Vollzeitkurse hier bei Dr Bannas…
    Lest doch mal die Homepage gescheiht, so kompliziert ist das doch nicht beschrieben.
    Und wenn doch, man kann ne Email an Dr Bannas schreiben

  20. @Stbin: Entschuldige, ich finde die Internetseite von Bannas echt ziemlich unübersichtlich, weil alles mehrfach aufgelistet ist und an unterschiedlichen Stellen. Eine Mail habe ich schon hin geschrieben, allerdings noch keine Antwort erhalten. Deswegen habe ich hier einmal nachfragen wollen. Aber danke dir für die Info, dass Herr Bähr auch Kurse in München macht.

  21. Hallo Savannah, also wenn ich das richtig herausgefunden habe, gibt Herr Bähr die Kurse über IWS. Auf der Homepage von denen taucht er auf, allerdings steht da bei dem Tagesseminar AO noch kein Dozentenname. Es kann also auch jemand anderes machen. Die Kurse bei IWS werden aber von Dr. Bannas durchgeführt. Dort findest du zwar das AO-1 Tag Reptitorium aber ebenfalls noch mit keinem festgelegten Dozenten.
    Vielleicht kannst du ja hier dann mal über die Antwort auf deine EMail berichten, da mich das auch interessierten würde.

  22. @Savannah

    In Hamburg war es so, dass AO Repetitorium ein Teil des Fallrepetitoriums war. Wenn du also nur die Veranstaltung von Herrn Bähr besuchen willst, reicht das AO Repetitorium. Ob Hr. Bähr dieses Jahr wieder Dozent sein wird weiß ich natürlich nicht, mich würde es aber wundern wenn es nicht so wäre. Und in München wird er es dann wohl auch machen, schließlich kommt er von da.

  23. @Jules und Steuererrater: Vielen Dank für eure Kommentare. Ich werde euch natürlich von der Antwort auf meine Mail berichten!
    Ich überlege das komplette Fallrepetitorium für Woche 1 in München zu machen. Dieses wäre bereits Anfang August. Das AO-Reptitorium in München ist leider erst Ende September/Anfang Oktober, sodass mir das da so kurz vor dem Examen fast zu spät ist.

  24. Habe gerade den aktuellen Newsletter von Knoll erhalten. Dort schreibt Prof. Zugmaier unter a. bzgl. der AO-Klausur: Einige Punkte in der Klausur könnten nur durch Kenntnis von BFH-Entscheidungen erzielt werden,…”

    Ferner hieß es bzgl. ErbSt/GrErwSt, dass die Punkteverteilung für ErbSt 18,5 und für GrErwSt 11,5 betrug. Steht im Widerspruch zu Aussagen von Teilnehmern des Blogs, die die Klausur eingesehen haben, 16/14

  25. Zur AO:
    Ich habe einen 15 Wochen Kurs (nicht bannas) besucht, aber ohne das Buch von Herrn Große Klausurentraining AO oder wie das heißt hätte ich Irgendwann den roten Faden verloren. Klingt jetzt wie Werbung hier auf dem NWB Blog, kann ich aber jedem nur empfehlen, der vorher nichts mit der AO zu tun hatte. Wenn man das beherrscht und die Anweisungen zum Durcharbeiten der AEAO von Herrn Große beherzigt, ist man schon ganz weit vorne dabei. Mir hat das zusammen mit dem Kurs und darin enthaltenen Klausuren zum Bestehen am ersten Tag gereicht, ohne Grunderwerbsteuer. Habe vor dem Examen nur noch Klausuren geübt und das Buch nochmal intensiv durchgearbeitet.

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