Wunden geleckt & Krönchen gerichtet

Puuuh, das wars.
Ich brauchte erst einmal ein paar Tage um die letzten Wochen zu verdauen und wieder im Alltag anzukommen.

Nach der BilSt-Klausur sind mir Tränen auf dem Rückweg nach Hause in die Augen geschossen und ich konnte es nicht mehr anhalten und habe erst einmal los geheult. Der ganze Druck ist von mir abgefallen. „Das wars“ dachte ich mir.

Mein Gefühl war miserabel. Der erste Tag lief recht schlecht. Verfahrensrecht ist eigentlich voll mein Ding gewesen und ich habe immer gut Punkte in den Vorbereitungsklausuren geholt aber da war ich einfach blank und habe absolut keinen Einstieg gefunden. Tag zwei lief überraschend gut, sodass ich hoffnungsvoll und motiviert in den dritten Tag gestartet bin. Pustekuchen.
Mein Gefühl sagt mir ganz klar; Niemals, hat das fürs bestehen gereicht.
Aber wie sagt mir momentan jeder Mensch in meiner Umgebung: Abwarten …

Nächste Woche beginnt die Vorbereitung auf die mündliche Prüfung. Ehrlich gesagt, habe ich gerade wirklich ein Motivationsproblem anzufangen. Zum Einen bin ich wirklich noch kaputt und müde von den letzten Monaten und zum Anderen hat ein Teil von mir dieses Jahr schon abgeschrieben.


Hat jemand Tipps wie man aus diesem Loch wieder herauskommt?

Ansonsten genieße ich gerade wieder mal das Leben.
Am Anfang fühlte ich mich als hätte ich monatelang im Koma gelegen und entdecke gerade neu die Welt. Das Gefühl morgens ohne schlechtes Gewissen auszuschlafen, durch die Stadt zu bummeln und abends mit einem Glas Wein auf der Couch faulenzen ist gerade unbeschreiblich. Verrückt, wie man plötzlich seinen Alltag schätzt.

In diesem Sinne,

Grüße Nina

11 Gedanken zu „Wunden geleckt & Krönchen gerichtet

  1. Liebe Nina,

    sei dir gewiss, so wie dir ergeht es jetzt wohl den meisten die diese Prüfung geschrieben und – was viel wichtiger ist – auch abgegeben haben. Mit dem Gefühl „Hurra, das war locker eine 3,XX“ sind wohl die wenigsten aus diesem Examen gegangen, aber es bestehen halt immer nur 50% derer; die auch abgegeben haben. Ich hoffe es tröstet dich ein wenig das es mir und meinem Mitstreitern genauso geht wie dir. Ob es gereicht hat sehen wir in ein paar Wochen aber alles kann garnicht falsch gewesen sein was du und wir alle dort geschrieben haben und in den Probeklausuren konnten wir doch sehen wie viele Punkte es doch z.B. in UST alleine die die Vermietungsfälle immer gab. Da musste die Option geprüft werden, evtl wurde hier und dort die Steuer falsch ausgewiesen etc pp. Für die BAS am 2. Tag gab es einiges, die R6.6 bringt auch viel und so geht es immer weiter. Alles wird wohl keiner haben, der Durchschnitt schafft es zu einer 4,5 und das ist sicherlich machbar. Daran das ich hier schreibe wie viele andere auch siehst du doch das noch so einige daran zu knapsen haben, aber ich komme zu der Erkenntnis das wir – gerade wenn es gedanklich enge werden könnte – nun Vollgas für die Mündliche geben sollten. Allerdings lauft ein Motor nur dann rund wenn er auch gepflegt wird von daher hole nach was in den letzten Monaten zu kurz kam. Versuche (!) abzuschalten und drehe dich nicht innerlich immer höher mit den Selbstzweifeln. Glaube daran dass du es geschafft hast, dann fällt es dir auch leichter wieder Stoff für die mündliche Prüfung aufzunehmen. Bei mir löst sich der Krampf im Kopf langsam – ändern kann man eh nichts mehr. Kopf hoch, wie packen das…!

  2. Hallo Nina,
    das erinnert mich sehr an meine Prüfung 2017.
    AO war eine mittlere Katastrophe (muß wohl ähnlich zu eurer Prüfung gewesen sein), bei USt konnte ich einfach nicht glauben, was uns da aufgetischt wurde und ErbSt hat es bei mir nicht rausreißen können.
    Kurzum, ich heulte schon nach Tag 1 und wollte danach nicht mehr hin.
    Tag 2 lief besser, Tag 3 naja, kurz und gut, ich wußte, bei mir wird es knapp und ging auch davon aus, durchgefallen zu sein.
    Ich besuchte halbherzig die Vorbereitung und schrieb kaum was mit, brauchte ich ja nicht, ich dachte ja, durchgefallen zu sein.
    Die ganze Weihnachtszeit hat mir das verdorben und meine Familie hörte sich laufend mein Gejaule an.
    In NRW muss man zudem lange warten, bis Ende Januar. Und dann?
    Ich hatte bestanden, zwar ganz knapp, aber bestanden. Einige sind durchgefallen, obwohl sie damit nicht gerechnet hatten. So ist die Prüfung.
    Jetzt musste ich aufholen, habe gelernt wie eine Irre und hatte Glück, Prüfung erst Ende März.
    Ich hatte genug Zeit, auch ein bisschen Glück und hatte eine tolle Mündliche.
    Ich habe trotz mieser schriftlicher Prüfung eine super mündliche Prüfung gehabt. Rückblickend war das mit einer meiner schönsten Tage! So wurde ich also doch Steuerberaterin im ersten Anlauf!
    Was kann ich dir raten?
    Nicht verzweifeln, auf ein bisschen Glück hoffen, jetzt schon bitte mit Lernen anfangen und immer die Nerven behalten.
    Das wird schon!

  3. Hallo Nina,

    ich habe letztes Jahr im Oktober geschrieben (zum Glück erfolgreich) und weiß wovon du sprichst.
    Nach der Schriftlichen war ich total erschöpt, komplett auf Null (eig. war die totale Erschöpfung schon Ende September bei mir zu spüren…die Motivation kam aber zum Glück an den 3 Tagen der Prüfung von alleine wieder ganz zurück).
    Nach der Schriftlichen hatte ich iwie sogar eine Art „Angst“ vor Büchern gespürt! Jedes mal wenn ich diese roten Ziegelsteine gesehen habe bin ich zurückgeschreckt!
    Der Körper war sogar so erschöpft, dass ich sofort einen Hexenschuss danach bekommen haben, weil ich einem Freund bei seiner Coauch geholfen habe…

    Was mir geholfen hat war folgendes: Abstand, Tapetewechsel, Spaziergänge, mal den Kopf im Kino einfach ausschalten und sich von der dunklen Umgebung umarmen lassen. Gutes Essen, ein total fachfremdes Buch (ich hatte nicht vor jedem Buch Angst, nur vor jedem Buch in dem Steuern vorkamen).

    In München gab es die Ergebnisse Anfang Januar, daher war es perfekt, dass mein Kurs für die Mündliche Ende November anfing.

    Ich weiß nicht wann bei dir die Ergebnisse kommen, aber bereits nächste Woche anzufangen könnten womöglich zu früh sein. Erstmal komplett Abstand, vll auch eine Woche unbezahlten Urlaub nehmen. Sport machen, Familie und Freunde sehen (Leute ohne Steuerbackground am besten)

    Ansonsten wünsche ich weiterhin viel Durchhaltevermögen und Glück.

  4. Moinsen,
    vielleicht hilft meine Geschichte beim Trösten:

    1. Auf dem Weg zum Examen wurde ich gelasert und von den netten Beamten angehalten. Hohe Geldstrafe, fast zu spät, Lappen fast weg….
    2. Zwei Tage vor der Prüfung bekam ich Post vom Anwalt in einer beruflichen Sache….Zufall? Wohl kaum….der Inhalt sorgte für schlaflose Nächte…
    3. Nach Tag 3 war ich völlig fertig…..ich wollte nichtmal mehr in die Kneipe, nichts ging mehr….ich konnte selbst kaum nach Hause fahren, denn ich musste mich noch mit dem Anwaltsschreiben auseinandersetzen.

    Dass ich durchfallen würde, war für mich absolut sicher!

    Ergebnis: 4,5
    Mündliche Prüfung: Lief super und ich habe bestanden!

    Moral von der Geschicht: Es geht immer weiter, niemals aufgeben, am Ende wird man dafür belohnt!

  5. Um mich für die mündliche zu motivieren habe ich mir eingeredet das ich bestanden habe. Um mir die Angst vor der mündlichen zu nehmen (ich hatte panische Angst) habe ich mir eingeredet das ich relativ gut bestanden habe. Ich hatte genug Zeit um mich selber zu manipulieren, schließlich gab es die Ergebnisse (NRW) erst im Januar. Ich war so erfolgreich mit dem „mich selber manipulieren“ das ich nicht nur wie eine wahnsinnige gelernt habe um mich in der mündlichen nicht zu blamieren, sondern auch kurz (ca 2 Std) etwas enttäuscht war das ich schriftlich „nur“ eine 4,16 hatte (habe mich dann aber schnell gefangen und über die Note gefreut). Was ich damit sagen möchte: in dem auf und ab, mal denkt man das es schlecht gelaufen ist, mal das es nicht so schlimm sein kann, sollte man versuchen das Gefühl zu verstärken was einen für die mündlichen motiviert! Viel Erfolg!

  6. Wie bereitet ihr euch auf die mündliche Prüfung vor? Ich habe von diesen „Häufige Fragen“ und den Karteikarten von WLW viel positives gehört. Hat jemand Erfahrung damit?
    Mein Plan ist mir bis Mitte November eine Auszeit zu nehmen und dann beginnen mit lernen.
    Macht ihr einen Präsenzkurs oder auf eigene Faust?

  7. Die Zweifel sind normal. Das Motivationsloch ist normal. Erschöpfung ist normal. Du hast dich gut geschlagen, die 3 Tage durchgekämpft und alles gegeben. Der Rest liegt nicht in deinen Händen.
    Dementsprechend habe ich damals auch keinen Gedanken mehr an „was wäre wenn ich das geschrieben hätte“ vergeudet geschweigedenn habe ich mich mit Kollegen ausgetauscht. Verlorene Zeit, meine Meinung.

    Die Vorbereitung auf die StB Prüfung besteht aus den zwei Teilen, Teil 1 ist vorbei und weiter gehts mit Teil 2.
    Was mit geholfen hat: Eine bestimmte (10 Tage) Zeit zur Entspannung und danach wieder wie gewohnt die Routine gestartet zB 3-4h Abends Lehrbriefe zu den mdl. Fächern, Vorträge durcharbeiten oÄ.
    Kopf ausschalten, mechanisches Lernen und Verdängung der Zweifel.

    Vorteile:
    Es lenkt ab
    Es beruhigt das Gewissen wenn der Gedanke „und wenn ich knapp mit 4,5 bestanden haben“ in den Kopf schießt, weil du bereits mitten in der Vorbereitung bist.
    Du kannst relativ entspannt das Pensum abarbeiten und vermeidest Stress

    Durchhaltevermögen, Marathon, Diziplin bla bla entscheiden bei den meisten nunmal letztlich über Erfolg

  8. Liebe Nina, schön wieder von dir zu hören! Du hast es hinter dich gebracht. Jetzt ist es wie es ist. Tag 1 war für mich auch Katastrophe (wie für viele andere), Tag 2+3 liefen besser, aber was weiß man schon, wieviel man falsch hat… Du kannst stolz auf dich sein, in deinem Alter überhaupt schon so viel geschafft zu haben! Jetzt genieße die Pause, gönn dir was, vor allem Ruhe. Und dann Restart mit voller Kraft.
    @Lena Ich habe mich jetzt für einen Präsenzkurs entschieden, schon alleine wegen der Vorträge und der Simulation. Außerdem habe ich nach so viel Fernlehrgang keine Lust auf sooo viel Selbststudium. Gerade Vwl und Bwl, da brauch ich bestimmt ein paar Erläuterungen 😁. WLW Karteikarten habe ich mir jetzt auch organisiert plus 2 Bücher zur mündlichen Vorbereitung und von einer Kollegin das Nwb Lernquiz. Das muss dann reichen. Mein Lernstart ist am 2.11., wenn ich mich von Halloween erholt habe 🎃

  9. Hallo auch von mir. Ich kann die Erschöpfung und das Zweifeln nachvollziehen – ich wollte letztes Jahr schon nach Tag 1 abbrechen – AO hatte mir da den Zahn gedanklich gezogen…. Tag 2 lief dann schon viel besser und an Tag 3 war ich total verwirrt, weil ich schon nach 4,5 Stunden fertig war – es ging im Kopf immer nur „Was hab ich da wohl übersehen? Das kann doch nicht sein!?“ – also kamen natürlich die riesen Zweifel und die Zahlenspiele im Kopf gingen los: Wenn ich an Tag 1 eine 5,0 hab und an Tag 2 und 3 eine 4,0 dann reicht es….. Von 3,5 bis 5,5 war aus meiner Sicht an jedem Tag alles möglich und dementsprechend wurden alle Konstellationen durchgerechnet….. daraufhin hatte ich gar keinen Elan zum Lernen und wartete erst mal die Ergebnisse ab – welche dann 2 Tage vor Silvester eintrudelten. Und was soll ich sagen: an allen drei Tagen 3,5 – ich war überglücklich, hatte aber noch gar nichts für die mündliche Prüfung gemacht…. Ich hatte dann als Termin einen der letzten Termine im März und konnte mich noch ein paar Wochen vorbereiten – die mündliche war dann auch gar nicht schlimm, weil die Prüfungskommission voll in Ordnung war und bei allen Kandidaten auf Bestehen geprüft hat (neben mir noch eine mit 3,83 und eine mit 4,5)….
    Also durchhalten – Ihr schafft das

  10. Hallo an alle und erst einmal Glückwunsch von einem alten Hasen (StB 2006)! Se haben eine der schwersten Prüfungen hinter sich gebracht mit einer extrem anstrengenden Vorbereitungszeit.
    Und die anderen haben es schon geschrieben: Erschöpfung nach diesem Kraftakt ist normal und sollte man sich eingestehen. Eine Auszeit bedeutet Zeit für Regeneration, zum Auftanken oder wie oben so schön geschrieben zur Motorpflege – ich halte sie für extrem wichtig und würde sie auch als Abschluss (Schluss mit Grübeln über die schriftliche!) von Teil 1 sehen, um in Teil 2 erfolgreich sein zu können.
    Hervorragende Vorbereitung aus meiner Sicht war ein Wochenendkurs zur Vorbereitung auf die mündliche Prüfung in Kombination mit dem Üben von Vorträgen. Ich würde fast sogar die mündlichen Vorträge als ausreichend bezeichnen, wenn man es gut macht:
    – Buch mit den Vorträgen kaufen
    – mit ein oder zwei Kollegen abends im Büro bleiben und jeder macht einen Vortrag unter Echtbedingungen
    Mit jedem Thema wiederholen Sie den Stoff in extrem effektiver Weise. Egal, ob Sie selber vortragen oder dem anderen unter Zuhilfenahme der Mustervorträge zuhören und Feedback geben. Dabei merken Sie auch, bei welche Themen Ihnen noch Wissen fehlt und das können Sie sich dann noch einmal genauer zu Hause ansehen.
    Lehrbriefe zu lesen ist viel zu zeitintensiv, weil sie meist zu detailliert sind. Man verklebt sich das Hirn. Die mündliche Prüfung geht nicht durchgehend in die Tiefe.
    Ich wünsche allen eine schöne Auszeit und erfolgreiche Regeneration.
    Holen Sie sich die Motivation aus dem Wunsch, diesen Titel zu holen – Sie haben doch ein Ziel!
    Nun ist mehr als die Hälfte geschafft, also durchhalten!
    K. von Siena sagt schon: Nicht der Beginn wird belohnt, sondern nur das Durchhalten!
    Viele Erfolg noch auf dem weiteren Weg und machen Sie die Vorträge!

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