Zukunftspläne

Hallo ihr lieben. Die Zeit vergeht momentan gefühlt total schnell. Weihnachten ist in greifbarer Nähe. Ich überlege ständig, ob ich schon Weihnachtsdeko aufstellen sollte. Die ersten Plätzchen müssten bald gebacken, die ersten Geschenke organisiert werden. Innerlich bin ich jetzt ziemlich ruhig und unaufgeregt.

Am Wochenende hat mein Präsenzkurs zur Vorbereitung auf die mündliche Prüfung begonnen. Ich muss sagen, ich hatte sogar Spaß daran, mir das Wochenende dort um die Ohren zu schlagen. Klingt irgendwie krank. Berufsrecht und BGB waren Thema. Der Dozent gab uns viele Hinweise und auch Denkanstöße, was unsere eigene berufliche Zukunft angehen könnte. Es rumort schon eine Weile in meinem Hinterkopf die Frage, wie es wohl bei mir weitergehen wird, wenn ich die Prüfung bestanden habe. Als ich in die Prüfungsvorbereitung gegangen bin, stand für mich fest, dass ich als angestellte StBin in meiner Kanzlei bleiben würde. Das ist ja auch schön bequem. Ich arbeite weiter in Teilzeit, man kennt sein Aufgabengebiet und seine Mandanten, man kennt seine Kollegen und muss sich an nichts Neues gewöhnen und keine neuen Herausforderungen bewältigen. Aber habe ich dafür den ganzen Stress auf mich genommen? Und wird sich das auch finanziell genügend lohnen? Was bekommt man eigentlich als angestellter StB in einer mittelständischen Kanzlei im Osten? Da gibt es doch regional auch riesige Unterschiede. Mit was kann man sich zufrieden geben?

Der Dozent meinte, viele Kanzleien könnten sich angestellte Steuerberater dann auch nicht mehr leisten. Er sprach vielfach das Thema Selbständigkeit bzw. Partnerschaft an. Interessant war mal zu erfahren, wie der Kaufpreis für eine Kanzlei oder Partnerschaft ermittelt wird und dass heutzutage viel schwieriger Käufer zu finden wären. Denn der heutigen Generation wäre die Work-Life-Balance wichtiger, als das große Geld zu scheffeln. Was ich absolut nachvollziehen kann. In meinem Alter will ich auch mein Leben genießen und mich nicht für Geld, was ich dann aus Zeitmangel gar nicht ausgeben kann, zu Tode schuften. Ein bißchen geschockt hat mich auch seine Empfehlung, unbedingt einen Ehevertrag abzuschließen, bevor man sich in eine Kanzlei einkauft. Im Falle einer Scheidung würde der Zugewinnausgleich häufig zum Ruin führen, da der Wert(-zuwachs) der Teilhaberschaft bzw. der Kanzlei eben nach dem Umsatz bemessen wird und dieses Geld aber tatsächlich nie flüssig zur Verfügung steht. Gedanken, die man sich machen muss…

Und jetzt kommt ihr: Wie ist euer Zukunftsplan so, wenn ihr die Prüfung bestanden habt? Macht ihr euch selbständig, kauft ihr eine Kanzlei, werdet ihr Teilhaber, oder bleibt ihr angestellt, was ist euer Plan? Das würde mich echt mal interessieren. Und an die „alten Hasen“, für welchen Weg habt ihr euch entschieden? Und würdet ihr es im Rückblick anders machen? Was empfehlt ihr?

Nachdenkliche Grüße

25 Gedanken zu „Zukunftspläne

  1. Guten Morgen Mandy,

    da mein Weg etwas untypisch ist (oder nicht?) mal in Kurzform:

    Steuerberaterprüfung 2007/2008
    Angestellter Steuerberater 2008 – 2011
    Selbständigkeit 2011- 2014
    (unglückliche Umstände zwangen mich aus der Partnerschaft)
    Fragen an mich: Was jetzt?
    Was ist Dir wichtig?
    Wie soll Dein Leben aussehen?

    Ich hatte dann einige Vorstellungsgespräche in Kanzleien verschiedener Größe; das war alles nichts für mich, obwohl mich die eine oder andere Kanzlei gene gehabt hätte.
    Und ich war auch schon 44 Jahre alt.

    Eine glückliche Fügung Ende 2013; Stellenanzeige für Abteilungsleiter Steuern im öffentlichen Dienst.
    Beworben – genommen.

    Seit 2014 arbeite ich im öffentlichen Dienst als Abteilungsleiter Steuern.

    Was habe ich?
    Angemessenes Gehalt,
    30 Tage Urlaub,
    39 Stunden die Woche,
    Gleitzeit,
    Wenn ich krank bin, bin ich krank,
    Da ich früh morgens anfange habe ich ab dem frühen Nachmittag frei,
    Keine Wochenendarbeit,
    Zeit für mich und meine Hobbies.
    Wenn ich mal einen Tag frei haben will, bummele ich Mehrarbeit ab.

    Vermisse ich irgendwas?

    Nein, das ist mein Lebensentwurf, in dem ich glücklich bin.

    Work – life – balance stimmt, mehr geht nicht.

    Ach ja, noch was:

    Ich habe mein Kind aufwachsen sehen, es begleiten und unterstützen können, da ich immer da war.
    Und zwar physisch und auch mit den Gedanken.

    Meinetwegen sollen alle arbeiten bis zum Umfallen und dann, wenn sie älter sind sehen und bereuen, was sie verpasst haben im Leben und das dann meinetwegen mit dem mehr an Geld, was sie verdient haben, aufwiegen.
    Mein Leben – Euer Leben… Meine Entscheidung und die Eure!

    Es gibt hier kein Richtig oder falsch, es gibt nur verschiedene Lebensvorstellungen…

    Der Wille entscheidet!

  2. Hallo Mandy,

    ich mach es mal wie mein Vorgänger. Meine Kurz-Vita:

    Steuerfachangestellte 2009-2011
    Steuerfachwirtin 2012-2014
    angestellte Steuerberaterin 2015-2018
    Partnerin in PartG mbB seit 1.1.2019

    Das ungewöhnliche bei meinem Werdegang ist wohl, dass ich seit Ausbildungsbeginn in 2006 bei ein und dem gleichen Arbeitgeber war und dort dann Anfang diesen Jahres auch als neuer Partner aufgenommen wurde.

    Nach Bestehen der StB-Prüfung war ich erstmal knapp 4 Jahre als angestellte Steuerberaterin beschäftigt. Das finde ich rückblickend betrachtet auch immer noch gut, weil ich so erstmal Erfahrungen im neuen Aufgabenbereich sammeln konnte. Den Schritt in die Partnerschaft Anfang des Jahres habe ich aber bisher auch nicht bereut. Damit kamen natürlich wieder neue Aufgaben auf einen zu und man muss gucken, dass man in den bisherigen Aufgaben entlastet wird, damit die work-life-balance nicht in die falsche Richtung kippt.

  3. Hallo Mandy,

    ich kann mich den Worten von Attila nur anschließen.
    Jeder muss selber wissen was ihm wichtig ist.

    Kurz zu meinem Weg:

    Seit 2007 im öffentliche Dienst tätig gewesen.
    StB-Prüfung 2016/2017.
    Seit 2018 angestellter StB in einer kleinen Kanzlei.

    Was hat sich verändert?

    Urlaub: Geringfügig weniger als vorher.
    Arbeitszeit: Eigentlich 40 Stunden wie bisher. Allerdings kann ich nicht mehr so leicht gehen und kommen wie früher.
    Geld: Gehalt ist zwar höher, war aber jetzt kein wahnsinniger Sprung (Anstieg entsprechend den höheren Leistungsanforderungen würd ich sagen).
    Arbeit: Um einiges anspruchsvoller und fordernder als bisher. Macht trotzdem mehr Spaß.
    Work-life-balance: Stimmt weiterhin. Ich komm zwar Abends später nach Hause, habe aber trotzdem Zeit für Familie und Hobbys. Freitags hör ich am frühen Nachmittag auf und auch am Wochenende arbeite ich nichts.

    Meine Überlegung wär mich demnächst irgendwo zu beteiligen. Allerdings fehlt mir leider das nötige Kleingeld und meine Arbeitszeiten sollten auch künftig maximal bei 45 Stunden liegen.
    Das wär mir wichtig. Dafür muss ich jetzt nicht zwingend übermäßig viel verdienen. Es sollte halt angemessen sein.

  4. Danke euch. Was will ich? Eigentlich weiterhin max 35 Stunden pro Woche arbeiten, genug Urlaub. Für meine Familie und Hobbys Zeit haben. Eine Selbständigkeit scheidet da schon aus. Die Option, in die Wirtschaft als Syndikus zu gehen oder als freier StB zu arbeiten finde ich auch ganz interessant. In meinem Alter kommt für mich auch ne größere Verschuldung für eine Partnerschaft oder Kanzleikauf nicht mehr in Frage. Wer weiß, wie lange ich dann tatsächlich noch arbeiten kann. Man weiß ja auch nie, was der Stress als Partner oder selbständiger StB gesundheitlich mit einem macht.

  5. Hallo,

    ich wollte mal fragen, wie der Einstieg in den öD als StB gelingt.

    Ich hatte bislang nur ein Projekt zum 2b UStG. BgA habe ich bspw. nur am Rande bearbeitet.

    Zudem muss ich dazu sagen, dass ich ueberhaupt gar keine Erfahrung in der Steuerdeklarations- und Jahresabschlusserstellung habe. Ich habe ausschliesslich in der Gestaltungs- und Abwehrberatung gearbeitet.

    Lieben Dank vorab.

    VG

  6. @theTiger:

    Mutmaßlich gibt es nicht unbedingt den einen Wegin den öD.

    Jede Gemeinde/ Stadt/ Land usw. ist mit den Betrieben gewerblicher Art Steuerschuldner. Mit Inkrafttreten des § 2 b UStG verschärft sich die steuerrechtliche Problematik noch.

    Immer mehr Städte und Gemeinden richten Abteilungen ein, die genau diesen Steuerrechtsbereich abdecken; die Besteuerung juristischer Personen öffentlichen Rechts.

    Das Arbeitsfeld im öD ist insofern umfangreich, als dass man u. a. umsatzsteuerlich und gemeinnützigkeitsrechtlich fit sein muss. Daneben nimmt die Gestaltungsberatung einen großen Platz ein; Projekte wollen steuerrechtlich begleitet werden.

    Steuerdeklaration und Abschlußerstellung gehört aber „leider“ auch dazu.

    Achte einfach mal auf Stellenausschreibungen von Städten und Gemeinden.

  7. Ich spiele mal den Spielverderber:

    Vielleicht erstmal die Prüfung bestehen, bevor man sich hochtrabende Gedanken um die neue StB-Zukunft macht. Die Zeit für solche Gedankenspiele lieber in die weitere Vorbereitung stecken.

    Kommt dann irgendwann die Zulassung, kann man an solche Dinge noch genügend Zeit verschwenden.

  8. Ach Börni, ich bin natürlich NICHT davon überzeugt, bestanden zu haben. Aber ich habe mir vorgenommen, positiv zu denken und zu hoffen. Und sich Gedanken zu machen, für den Fall, dass man es tatsächlich schafft, finde ich jetzt auch nicht verwerflich oder überheblich. Ehrlich gesagt, würde ich z.B. nie einen Jobwechsel mit Arbeitsvertrag als StBin in Betracht ziehen, bevor ich die Prüfung überhaupt bestanden habe.

  9. Lass dich nicht verunsichern.
    Ich habe den Mietvertrag für meine Kanzleiräume auch schon unterschrieben, da hatte ich das Ergebnis der schriftlichen Prüfung noch nicht. Ziemlich Arrogant, ich weiß.

    Ich habe
    2006-2009 Ausbildung zum SteuFa gemacht
    2009-2011 als SteuFa gearbeitet
    2011-2012 die Fortbildung zum Fachwirt über Samstagskurse gemacht
    2012-2017 gearbeitet als Steuerfachangestellter
    2017 schriftliche Prüfung zum Berater gemacht
    09.02.2018 bestellt worten, sofort gekündigt
    01.07.2018-heute mit einem Kollegen als Gründungspartner 50% in einer neuen PartGmbB von der grünen Wiese.

    Würde ich jederzeit wieder so machen mit der Selbständigkeit. Gibt nix besseres.
    Ich habe ein kleines Kind und arbeite maximal 40 Stunden die Woche, eher weniger. Keiner zwingt mich mehr Mandanten anzunehmen und länger im Büro zu sitzen.

  10. @Patrik: Vielen Dank für deinen absolut Mut machenden, positiven Beitrag!! Ich bin den gleichen Weg gegangen wie du (StFa, StFw) und habe im Oktober die schriftliche Prüfung abgelegt. Auch wenn die Ergebnisse noch nicht vorliegen, überlege ich mir bereits, wie ich mir meine Zukunft als Steuerberaterin vorstelle. Auf jeden Fall möchte ich nicht dauerhaft als Angestellte arbeiten. Ich möchte den Sprung in die Selbständigkeit wagen, entweder alleine oder in einer Kanzlei-Partnerschaft. Und du hast vollkommen recht, es heißt zwar immer „selbst und ständig“, aber letztendlich kann man ja selbst entscheiden, wie viele Mandanten man annimmt. Und ich bewundere deinen Mut und feiere dich dafür, dass du vor Mitteilung der schriftlichen Ergebnisse bereits den Mietvertrag für die Kanzleiräume unterschrieben hast.

    Liebe Grüße
    Anni

  11. @ Patrik: Perfekt. Besser kann man es nicht beschreiben. Genauso halte ich es auch. Und das zu einem Verdienst, den ich mir nie hätte erträumen können.

  12. Hallo Mandy,

    wie wird denn der Kaufpreis für eine Partnerschaft ermittelt? Das würde mich glatt mal interessieren.
    Ich bin den klassischen Weg über StFA und StFW bis hin zum StB gegangen. Bevor ich das Ergebnis der schriftlichen Prüfung hatte, habe ich den AG gewechselt und arbeite jetzt als angestellte StB in einer mittelständischen Kanzlei. Trotzdem wäre in Zukunft, nachdem man als StB noch mehr Berufserfahrumg gesammelt hat, der Weg in eine Partnerschaft oder Selbständigkeit sehr interessant.

    Für dein Ergebnis drücke ich dir ganz fest die Daumen.

  13. Um auch mal mit Zahlen zu kommen (mit eigenen)…

    Mit Bestellung (28 Jahre) 63.000 TEUR
    +1 Jahr 68TEUR
    +2 Jahr 73 TEUR
    +3 Jahr (AG-Wechsel) 78 TEUR
    ab nächstem Jahr 84 TEUR

    Jeweils mittelständische Kanzleien im Westen (1x 30 MA, 1x rd. 100 MA). Arbeitszeit 40Std, mit flexibelem AZ-Modell. Am Ende kommt’s halt aber natürlich drauf an seine Aufgaben fertig zu bekommen. Aktuell ist es aber ein absoluter Bewerbermarkt. Wenn man im Angestelltenverhältnis bleiben will, muss man als StB zusehen in die anspruchsvolleren Tätigkeiten zu kommen. Oft mitbekommen wie viele, insbesondere die „Praktiker“, trotz Examen weiter laufende FiBu und Deklaration gemacht haben. So groß können die DB gar nicht sein, dass da perspektivisch Gehälter entsprechend ausfallen.

    Partnerschaften im kleineren Mittelstand (bis 20 MA) würde ich mir gut überlegen. Insbesondere würde ich mir die Abfindungsklauseln ansehen – häufig wird bei Austritt/Kündigung nur noch zu Buchwerten abgefunden.

  14. @Patrik: Vielen lieben Dank für deinen Beitrag! Mut gehört zum Glück einfach dazu. Wie heißt es so schön, alles was du willst liegt auf der anderen Seite der Angst… Ich finde es Klasse, dass du den Sprung in die Selbständigkeit gewagt hast und erfolgreich bist. Habe ich das richtig verstanden, dass du und dein Partner bei 0 angefangen habt? Ohne Kanzleikauf oder Mandanten? Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und das richtige Maß für deine Zufriedenheit.

    @Munich19: Der Dozent meinte, der Kaufpreis wird nach dem Umsatz der Kanzlei bemessen multipliziert mit einem Faktor 1,irgendwas, je nach Ort/Lage, für Alter der Mandanten, Ausbildung der Angestellten etc. Sicher spielen auch andere Faktoren eine Rolle. Man sollte wohl den Kaufvertrag auch so gestalten, dass im Folgejahr noch eine Anpassung des Kaufpreises erfolgen kann, falls wesentlich weniger Umsatz generiert wird, Mandanten wegbrechen etc…

  15. @StB 2016/2017: Vielen Dank für deine Offenheit. Derzeit befinde ich mich in der Vorbereitung für das Examen 2020 und natürlich ist es interessant zu erfahren, wie es danach weitergehen kann -Auch als Motivation dafür sich am Wochenende und unter der Woche für das bevorstehende Examen -jetzt etwas überspitzt ausgedrückt- zu „knechten“. Derzeit arbeite ich bei einem Steuerberater der außer mir (Fibu, Abschlüsse, Steuererklärungen) noch 3 Angestellte für die Erledigung von Fibu’s und Löhnen hat. Jetzt meine Frage: was genau waren direkt nach dem Examen denn dann deine Aufgabenfelder? Wie kann man sich das vorstellen? Und wie groß ist die Toleranz der Kanzleien wenn man aus einer kleinen Kanzlei kommt die natürlich auch kleinere Fälle betreut und man dadurch noch nicht so viel Erfahrung in den entsprechenden Bereichen hat?

  16. Guten Morgen,

    ich denke auch immer wieder darüber nach, was die Zukunft bringen soll. Ich hoffe, dass ich im Dezember dann das erhoffte Ergebnis erhalte und die nächste Runde erreiche. Die Prüfung selbst lief in der Rückbetrachtung eigentlich ganz gut, sodass ich mir hier schon ernsthaft Gedanken mache.

    Aktuell bin ich angestellt in einer mittelständischen Steuerberatungskanzlei und führe hier ein Team von Sachbearbeitern.

    Für mich steht fest, dass ich zukünftig in jedem Fall unternehmerisch tätig sein möchte. Dies kann im Rahmen einer Einzelkanzlei oder einer Beteiligung bei einer Partnerschaft oder Steuerberatungsgesellschaft sein. Hier werde ich die Optionen abwägen und dann eine Entscheidung treffen. Bevor ich hier konkrete Pläne machen kann, brauche ich natürlich erstmal Gewissheit. Wenn diese aber vorliegt, werde ich zunächst das Gespräch mit der Führungsetage beim aktuellen Arbeitgeber suchen und schauen ob hier ein für mich akzeptables Angebot gemacht werden kann.

    Alternativ schaue ich natürlich auch über den Tellerrand und suche nach anderen Optionen. Ohne die Übernahme eines bestehenden Mandantenstamms würde ich aktuell nicht den Schritt wagen wollen. Aber ich denke, dass die aktuelle Marktlage hier relativ günstig für Kanzleiübernahmen ist. Schauen wir mal.

    Wenn ich vorerst im Angestelltenverhältnis bleibe, besteht natürlich die Frage welches Gehalt ich fordern kann. Aufgrund der aktuellen Position und den zukünftigen Plänen möchte ich hier sicher nicht zu gering rangehen. Hier gab es ja auch schon einen Beitrag, der die Entwicklung ganz gut dargestellt hat. Wobei ich schon hoffe, dass mehr als 63.000 direkt nach der Bestellung drin sind. Schauen wir mal wie sich alles entwickelt.

  17. @Linda

    In deinem Fall würde ich fast dazu tendieren, sofort im Anschluss zu wechseln. Eure Einheit ist vermutlich zu klein, als dass eine zweite StB benötigt wird. In meinem Fall ist es so, dass ich neben Steuerberatung noch im Prüfungsbereich arbeite, so dass ich mit Bestellung nur noch Reviewtätigkeiten in der Deklaration, Gestaltungsberatung, ErbSt und steuerliche Sondersachverhalte betreut habe. Ich habe also versucht möglichst in die Bereiche zu gehen, die auf Stundenbasis abgerechnet werden.

    Zur zweiten Frage: Wenn natürlich Spezialwissen (IStR…) gefragt ist, erfüllt man es oder eben nicht. Ansonsten war mein Eindruck immer der, dass der potentielle AG weiß, dass ein frischer StB noch nicht alles wissen kann. Fachlich wurde ich in keinem Gespräche „geprüft“.

    @Möchtegern-Steuerberater

    Bei uns werden Gehaltsanpassungen immer zum Jahresende gemacht. Ab Bestellung (+1 Jahr) galten dann die 68 TEUR, also noch im Jahr der Bestellung.

    Was beim aktuellen AG möglich ist, hängt davon ab, von wo aus man startet. Wenn nicht besondere Umstände zusammenkommen, werden es sicher nicht mehr als 10-15% on top. Wenn der AG das Examen noch gefördert hat, ist auch noch die Rückzahlung im Wechselfall zu berücksichtigen.

    Persönlich würde ich Geld in den ersten Jahren nicht in den Vordergrund stellen. Man muss zusehen möglichst viel zu lernen und zu sehen, sich auch persönlich zu einem Steuerberater entwickeln – gerade wenn man sich selbstständig machen will. Wenn das beim aktuellen AG möglich ist super, wenn nicht möglichst schnell wechseln.

  18. Hallo Mandy!

    Ich muss gestehen, sobald ich das Glück habe, die Prüfung zu bestehen, würde ich vorerst gerne weiter normaler Angestellter bleiben wollen

    – ich weiß, dass ich dann vom Gehalt natürlich nicht das fordern könnte, was bei anderen Optionen für mich drin wäre!

    Den o.g. Aspekt „Was möchte man?!“ finde ich unwahrscheinlich wichtig

    – natürlich ist es traumhaft – und nicht nur traumhaft, sondern absolut wichtig, wenn das private Leben nicht zu kurz kommt!

    Dir weiterhin viel Erfolg!

    Gruß

  19. @Mandy Ich hatte 0 Mandate. Mein Partner hatte für ca. 40.000€ eigene Mandate „neben seiner eigenen Anstellung“ betreut und die auch mitgenommen. 40.000€ haben wir in 4 Monaten an Kosten. Also viel ausgemacht hat es nicht.

  20. Ich habe es ähnlich wie Patrick gemacht. Ich habe die Prüfung in diesem Jahr erfolgreich abgelegt, wollte mir aber vorher absolut keine Gedanken machen.
    Als das Ganze dann bestanden war, wollte ich noch eine gewisse Zeit in Anstellung bleiben,
    mich dann aber langfristig nach einer Partnerschaft umsehen. Dann bemerkte ich, dass eine Partnerschaft nicht unbedingt für mich infrage käme, das Angestellten-Dasein ebenfalls nicht. Also kündigte ich mein Beschäftigungsverhältnis und legte auf der grünen Wiese los. Mit 0 Mandanten und 0 anderen Einnahmen. Ich muss sagen: es funktioniert. Mandate kommen. Ich habe Spaß an der Sache und bin gespannt, wie es sich weiterentwickelt.

  21. @ Gast

    Hammer. Und toll, dass das funktioniert.

    Ich habe mittlerweile soviele private (finanzielle) Verpflichtungen mit Häuschen und Familie, dass ich da zuviel Schiss vor hätte, dass das schief geht.

    Da muss dann aber schon irgendwie ein zweites Einkommen oder Standbein vorhanden sein.

    @ Patrik

    40.000 Euro Kosten in den ersten Monaten, Wow. Wie hat es sich bis heute entwickelt? Könnt ihr mittlerweile gut davon leben?

  22. Ich finde sich so Gedanken JETZT, zwischen schriftlicher und eventuell mündlicher, zu machen kann unheimlich motivieren! Und das ist es was ihr jetzt braucht: Motivation um weiter zu lernen ohne zu wissen wie die schriftliche ausgegangen ist.

    Ich wurde 03/2019 bestellt und versuche gerade meine work-Life-Balance in eigener Kanzlei zwischen zu viel und zu wenig Arbeit (und gerade genug und zu wenig Umsatz) und meinen drei Kids zu finden 😉

    Gehe Euern Weg so das ihr am Ende nicht der Karriere den Verzicht auf die Kinder und nicht den Kindern (dem Partner)!den Verzicht auf die Karriere vorwerft! Viel Erfolg dabei!

  23. @Jens

    „Gut von Leben“ ist ja relativ.
    Ich schaufel keine Unsummen an Geld raus.

    Es reicht, damit meine Frau nicht arbeiten muss und wir trotzdem Haus und Kind mit allem Drum und Dran von meinem Einkommen finanzieren können und trotzdem noch Geld für Urlaub da ist. Es wird mehr werden, wenn ich mehr arbeite. Das will ich aber nicht unbedingt. Vielleicht effizienter aber nicht mehr. Ich bin sehr zufrieden nach nicht mal 2 Jahren von einer frischen Selbständigkeit und einem Einkommen leben zu können.

  24. @Patrick komplett grüne Wiese? Oder hast du doch das eine oder andere Mandat mitgenommen?
    Das find ich ja noch krasser (also dass ein Einkommen jetzt schon ausreicht). Habt ihr eine spezielle Marketingstrategie?
    Ich habe meinen kleinen Mandantenstamm über Freunde und Bekannte und anschließend über Empfehlungen aufgebaut. Jetzt zum Jahresende tut sich noch gewaltig etwas.

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