Klausurnachbearbeitung

Hallo in die Runde,

ich habe gerade eine 6-stündige Ertragsteuerklausur hinter mir. Ein gutes Gefühl habe ich nie und die Zeit ist sowieso immer viel zu knapp. Eine Teilaufgabe habe ich gar nicht erst anfangen können.
Ich schreibe momentan konsequenterweise immer eine 5,0 mit 2,5-4,5 fehlenden Punkten zum Bestehen aber auf Zeit.
Ich hoffe, dass ich in der Freistellung die Routine bekomme, um Sachverhalte schneller lösen und dadurch mehr Punkte bekommen zu können.

Thema Nacharbeit der Klausuren: Ich habe schon was von 4-5 Stunden oder gar 10 Stunden gelesen, die ihr euch da Zeit nehmt. Aber ganz unabhängig vom Zeitfaktor, wie geht ihr vor bei der Nachbearbeitung und was bringt euch am Meisten voran?

Viele Grüße und einen schönen restlichen Herrentag/Vatertag trotz des Wetters! Jetzt ist Couchzeit angesagt bei mir.

Julia

4 Gedanken zu „Klausurnachbearbeitung

  1. Hallo Julia,
    Die Klausuren sind teilweise frustrierend. Einige der eingeschickten Klausuren haben ganz gut funktioniert und waren entsprechend knapp bestanden. Einige Ausreißer nach oben waren auch dabei. Ich versuche mir anzuschauen, wo die Punkte liegen geblieben sind und nehme mir die Anmerkungen der Korrektoren zur Ordnung und Struktur zu Herzen. Dann höre ich mir ggf. nochmal einen entsprechendem Teil aus einem Klausurentechnikkurs an oder lese in einem Skript nach, um die Ordnung zu optimieren. Meist liegt es an der Anzahl der Paragraphen zur Begründung. Dann schreibe ich die Begründung der problematischen Passage nochmal hin, damit ich mir den Detailgrad einpräge. Gerade bei der AO habe ich hier massive Zeitprobleme! Ich finde im Bereich der USt und der Bilanzklausur lässt sich leichter die richtige Begründungstiefe finden. Die Musterlösungen sind ja meistens viel zu ausführlich! Ich vergleiche diese dann immer mit den Korrektorenbögen. Meistens liegt die Wahrheit ja in der Mitte. Manche Anbieter gestalten Korrekturbogen ja als Minimallösung. Ich finde es in der AO sehr schwer alle relevanten Paragrafenparat zu haben, selbst wenn man das Thema grundsätzlich verstanden hat. Ich frage mich wie viel Klausuren man für die nötige Routine braucht. Glaubt Ihr das funktioniert? Die Sätze wirklich auswendig zu lernen, scheint aufgrund der Länge auch sehr schwer, etwa von den Klausurenkarten von WLW oder ähnlichen. In der AO komme ich dann wenn ich kurz nachblätter im in Zeitnot. Eine Skizze muss man dort ja schon erstellen, damit nicht auf Abwege kommt. Eine reine Randkommentierung reicht dort ja leider nicht aus als Lösungsskizze. Zeitlich sehr schwer! Da ist USt und Bilanz mit einzelnen Sachverhalten einfacher. Umwandlungsfälle sind zwar ätzend aber lassen sich am Erlass ganz gut abarbeiten, wenn man ein wenig Routine hat. Egal wie viele Klausuren man schreibt, es sind immer wieder Magenschläge dabei, die die Panik erwachen lassen. Ich setze einfach auf Schreibroutine. Inhaltliche Schwachpunkte weren am Skript und mit Fällen nachgearbeitet. In der AO versuche auch durch nur AO-Klausuren Routine zu bekommen. Ich wache jetzt schon nachts mit Angstschweiß vor dem Nicht-Bestehen auf. Wie beruhigt ihr euch so? Schließlich hängt alles davon ab! Ich würde mich auf eure Rückmeldung freuen, wie ihr damit umgeht. Alle Außenstehenden sagen immer bis Oktober ist ja noch lange, aber das ist gar nichts. Mir geht meine Familie und jeder, der mich vom Lernen abhält auf den Geist und Corona ist der letzte Mist, da man nicht in eine Bibliothek abhauen kann. Ich will einfach keine Menschen sehen. Sie halten einen nur auf mit ihrem Mist. Für die Zeit muss halt mal alles andere egal sein. Wie seht ihr das?

  2. Hi Julia,
    Ich habe gerade Bilanzsteuerrecht hinter mir. Ich kam mit der Zeit natürlich nicht zurecht … Vermutlich kein Wunder.

    Bisher brauche ich diese extrem lange Zeit zur Nacharbeitung nicht.. Was glaube daran liegt, dass ich wirklich viel Zeit im Vorfeld in den Wissensaufbau gesteckt habe und immer die Übungen gemacht habe.
    Grundsätzlich hatte ich mir die Thematik erarbeitet, markiert und liege dennoch manchmal falsch/biege falsch ab oder habe einen umstrukturierten Aufbau. Jedoch kann ich meinen Fehler anhand der Arbeitsubterlagen einordnen und relativ schnell begreifen. Da der Themenkomplex schon präsent ist.

    Ich glaube der Unterschied liegt kurz gefasst darin, ob man anhand der Klausuren sich Themenkomplexe erarbeitet oder übt.

    Ich habe für mich festgestellt, das ich nicht gut darin bin, mir anhand der Klausur das Wissen anzueignen. Das hat mich einfach frustriert. Ich brauche das Gefühl, den Sachverhalt grundlegend erkannt zu haben und es halbwegs umzusetzen zu können.

    Liebe Grüße
    Marie

  3. Hallo Steuermensch, hallo Marie,

    lieben Dank, dass ihr eure Sorgen und Vorgehen hier mit uns teilt.

    @Steuermensch:
    Schreibroutine klingt gut und ich hoffe, diese zu erlangen in der Freistellung. Ich fürchte, den ein oder anderen Magenschlag wird man bei der richtigen Prüfung auch dabei haben, weshalb es gut ist, wenn man damit umgehen kann und nicht in Panik verfällt. Routine, jede Menge Klausuren wird hier der richtige Weg sein. Die Anzahl von Klausuren, die jeder bearbeiten sollte, wird auch wieder individuell ausfallen, sodass man hier keine genaue Zahl nennen kann. Auswendig lernen halte ich ebenfalls für schwierig. Für jemand anderen wiederum ist genau das das Geheimrezept, um Sicherheit bei den Einführungssätzen zu erlangen. Leider gibt es hier kein Allgemein-Patent.
    Zum Glück kann ich noch ganz gut schlafen. Wenn mich etwas wach hält, ist es momentan eher noch die Arbeit als das Lernen. Aber ich für mich gehe auch eher mit dem Gedanken heran, dass ich das nur für mich mache. Ich möchte dazu lernen und wenn es nicht klappt, ist es auch ok für mich. Aber so langsam kommen auch die ganzen Geburtstage in meiner Familie und andere Termine. Das nervt mich dann auch etwas, wenn man wieder eine Klausur nicht schafft oder eine Unterrichtsstunde verpasst und sich das, was man nacharbeiten muss immer mehr anhäuft. Was genau hängt für dich an dem Titel?

    @Marie:
    Ja die liebe Zeit… Ich hoffe, das fügt sich dann auch mit der Routine, die man mit der Zeit bekommt.
    Da hast du eine ganz andere Herangehensweise als ich, da du mit den Themenkomplexen besser arbeiten kannst. Es gibt keinen Lösungsweg, der für alle passt, deshalb freue ich mich über unterschiedliche Ansätze und Erfahrungen.

    Liebe Grüße und habt dennoch auch Spaß an den Klausuren 🙂

  4. Hallo Steuermensch
    sicherlich ist das bestehen der Prüfung von jedem von uns das Ziel was wir erreichen wollen. Setz Dich doch bitte nicht so unter Druck, lerne die Theorie, schreibe Klausuren und mach einfach so fleißig weiter wie bisher. Wenn es schief geht, kannst du Dir dann nichts vorwerfen. Auch für mich wäre es eine Horrorvorstellung durchzufallen, aber es bringt nichts wenn ich mich jetzt schon verrückt mache.
    Halt durch, dass wird schon
    Grüße
    Nicole

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