Disziplin, bitte kommen!

So, ich bin wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Die aktuelle Knoll-Klausur liegt vor mir. Wie schon letzte Woche habe ich sie jetzt 1 Woche zeitversetzt geschrieben bzw. bin noch dabei, damit ich die Lösung schon habe und direkt nacharbeiten kann. Tja, was soll ich sagen, ich mache es jetzt die zweite Woche so und ich muss verflixt noch mal immer in die Lösung schauen!!! Ich hab nicht gedacht, dass ich so undiszipliniert bin 🙁 . Das demotiviert mich erst recht. Ich muss das wohl wieder ändern und die Klausuren schreiben, bevor ich die Lösung habe.

Die Frage ist, ob es wirklich so schlimm ist, parallel in der Lösung zu schauen, ob man auf dem richtigen Weg ist? Man spart auf alle Fälle Zeit weil man nicht mehr ganz so viel herumsuchen muss in den Richtlinien und Gesetzen, quasi gleich parallel nacharbeitet und man prägt sich keinen falschen Lösungsweg ein. Mit dem Haftungsfall in VerfR hätte ich so noch gar nicht viel anfangen können und wahrscheinlich wieder ne Stunde in Lehrbriefen und Büchern herumgesucht…

Allerdings hat das dann mit dem Einsenden überhaupt keinen Sinn mehr. Und ob der Lerneffekt genauso groß ist??? Wahrscheinlich führen hier auch wieder viele Wege nach Rom…

Was sagt ihr dazu?

18 Gedanken zu „Disziplin, bitte kommen!

  1. Ich hab das ähnlich gehandhabt u im Grunde „parallel nachgearbeitet“.
    Wenn ich überhaupt nicht weiterwusste oder mich nicht für links oder rechts entscheiden konnte, hab ich in die Lösungen geschaut u mich daran weitergehangelt. Mir hätte es in der knappen Vorbereitungszeit garnix gebracht, 8 oder mehr Stunden im Nebel zu stochern.
    Klar, reines Abpinseln ist Selbstbetrug, aber immer mal wieder nen Schubs abholen bringt mehr als Tag um Tag im nichts zu versenken. Bis zum Echtexamen wurde das immer seltener u ab dem Klausurenkurs flutschte es auch ohne. Nicht den Mut verlieren!

  2. Auf GAR keinen Fall diesen Fehler machen. Nicht mehr im Mai des Prüfungsjahres. Ab jetzt unter Examebsbedingungen 6 stündige Klausuren schreiben, d.h. 6 Stunden am Stück, und dann einsenden. Im Originalexamen werdet ihr auch vor div. Problemen stehen, wovon ihr vorher nichts bzw. fast nichts gehört habt. ES WIRD SO KOMMEN! Lügt euch bloß nicht in die eigene Tasche. Es ist nicht zielführend. Dafür opfert ihr zuviel Zeit und Geld.

    Weiterhin gutes Gelingen. Ich drücke Euch die Daumen.

  3. Schwieriges Thema. Ich selbst schreibe ja auch um eine Woche versetzt die Klausuren, damit ich mir vorher die Schwerpunkthefte anschauen kann, aber die Lösung schaue ich während des Schreibens nicht.

  4. Hallo Mandy,

    aus Zeitgründen denke ich auch teilweise: hätte ich da mal bloß in die Lösung geschaut, da war ich ja völlig auf dem Holzweg.
    Klar – man geht vielleicht einen völlig falschen Weg, die Nacharbeit kostet umso mehr Zeit – aber der Lerneffekt dabei (warum bin ich den falschen Weg gegangen, worauf musste ich genau achten im Sachverhalt was einen eigentlich in die richtige Richtung schubst?) ist aus meiner Sicht der größte.
    In die Lösung schauen bringt daher aus meiner Sicht nicht viel, ich lauf lieber 3 mal gegen die Wand mit einer komplett falschen Lösung als mich mit kleinen Hinweisen aus der Lösung irgendwie auf die Rechte Bahn zu schieben…das geht später ja auch nicht.
    Klar gibt es auch Themen bisweilen, wo ich komplett aufgeschmissen bin…aber das ist dann so, da weiß ich dann welche Themen ich mir nochmal anschauen muss. Dann ist die Klausur halt versiebt…egal. Der Oktober zählt.
    Weiterhin frohes Schaffen! 🙂

  5. Guten Morgen,

    ich habe auch parallel in die Lösung geschaut, wenn ich auf Teufel komm heraus nicht weiterwußte. Mit Selbstbetrug hat das nichts zu tun, da ich ja vor mir nicht so tat, als hätte ich alles gewußt. Ja, das eben nicht!
    Mein Repetitor hat allerdings auch nicht benotet, mit dem Grund, dass er keine Panik machen wollte, wenn in der Vorprüfungszeit die Klausuren schlecht ausfallen.
    Es kommt schließlich auf die drei Tage im Oktober an. Da müssen die Klausuren in 6 h geschrieben werden und das mögflichst gut.

    Warum jetzt, ja, es ist erst Mai, sichin Panik versetzen, unvollständige Klausuren einreichen und Panik zu bekommen, weil es wieder mal nicht gereicht hat?

    In der Prüfung werdet Ihr vor Problemen stehen, gut, sehr weise, aber was hat das mit der jetzigen Vorbereitung zu tun?

  6. Ich halte es wie Nico. Das Herumsuchen in den Richtlinen/Erlassen bewirkt, dass man sich intensiv mit der Aufgabe beschäftigt. Bei mir haben sich die Fundstellen dann dementsprechend stark eingeprägt und waren zukünftig ohne Nachzudenken parat. Musterlösung anschauen war bei mir meist nach 2-3 Tagen schon wieder vergessen.

    Die Noten sollten dir eigentlich völlig egal sein. Ich habe irgendwann nur noch die Musterlösung durchgearbeitet, von den Vornoten kann man sich letztlich nichts kaufen. Kenne auch Personen die in den Kursen oberes Mittelschicht waren von den Noten und durchgefallen sind

  7. Bitte, bitte nicht nachschauen!
    Arbeite vor jeder Klausur die Schwerpunkte durch! Aber schau Dir die Lösung blos nicht an!
    Schreib deine klausur an einem Tag und wenn Du fertig bist, überfliege die Lösung.
    Mach Dir dann Notizen wo wirklich komplett falsch abgebogen wurde, und arbeite dann nach Erhalt der Korrektur die komplette Klausur nochmal durch! Wenn Du dann immernoch Probleme hast, schau dir ggf. das Video zur Klausur an!
    Glaub mir die KLausuren in den Sommer Intensiv-Kursen sind um einiges komplexer und schwerer. und da hast du keine Lösung neben dir liegen.
    Ich kann nur aus Erfahrung sprechen, habe erst im 3. Versuch bestanden, war dann auch Ende 30 und habe Familie.
    Diese Prüfung ist so komplex und geht an die Substanz! Du wirst in der Echtklausur auch da sitzen, und musst abbiegen obwohl Du von manchen Sachen keine Ahnung haben wirst (ist ganz normal).
    Durch die Probeklausuren weisst Du aber wie du da rangehst!
    Also bitte nicht mit Lösung Klausur schreiben!

    Viel Erfolg

  8. Also ich habe es damals so gehalten, dass ich „fast“ ausschließlich unter Klausurbedingungen geschrieben habe. 6Std versuchen das Beste herauszuholen, denn darum geht es letztendlich. Du musst versuchen in 6Std zu bestehen, egal ob du es kannst oder nicht. Habe dann die Klausuren eingeschickt und habe natürlich ziemlich oft ziemlich schlecht abgeschnitten. Danach habe ich die Klausur von oben bis unten anhand der Lösung nachgearbeitet (außer die Sachen die komplett richtig waren). Die Noten ziehen dich natürlich runter, aber das ist egal. In den richtigen Klausuren bin ich dafür sauber durchgekommen.

    Was meiner Meinung nach in der Klausur zählt ist:
    Zeiteinteilung.
    Z.B. nicht Aufgabe 1-4 abarbeiten, sondern gucken, was kann ich, was kann ich nicht, wo bleibe ich stecken, eine angefangene Aufgabe mal links liegen lassen und mit einer anderen weiter machen, falsche Lösungsansätze nicht korrigieren (kostet meist zu viel Zeit).
    Viele Klausuren schreibe. Routine hilft sehr viel. Und wenn ihr nicht immer 6Std am Stück Zeit habt, dann mal zwischendurch nur den AO-Teil schreiben.

  9. Ich habe die meisten Klausuren in der Bibliothek geschrieben: ich habe um 9h angefangen und um 15h aufgehört mit der Klausur, Pause gemacht und die Musterlösung aus dem Auto geholt. Dann habe ich die Klausur nachgearbeitet und so wie sie um 15h war eingeschickt. Ich habe nie beim schreiben in die Lösung geschaut. Es muss auch gelernt sein mit etwas gar nicht klar zu kommen und bei einer Aufgabe die man überhaupt nicht versteht doch noch die überall vorhandenen Fußgängerpunkte einzusammeln. Auch das muss man üben! Oder das man bei einer Aufgabe die man nicht versteht schnell versucht Punkte abzugrasen ohne Zeit zu verschwenden und dann etwas mehr Zeit in die nächste Aufgabe investiert.

  10. @Lena: „Es muss auch gelernt sein mit etwas gar nicht klar zu kommen und bei einer Aufgabe die man überhaupt nicht versteht doch noch die überall vorhandenen Fußgängerpunkte einzusammeln. Auch das muss man üben!“

    Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Ich habe zunächst Klausuren geschrieben und parallel in die Lösungen geschaut, einfach um zu sehen, was zu schreiben ist. Irgendwann muss man dann auf die 6h runter und unter realen Bedingungen schreiben. Alle Vorbereitung und alles Wissen müssen ja auch in 6 Stunden gezeigt werden. Und dazu gehört das Kassieren der Fußgängerpunkte.

  11. Also ich habe seinerzeit auch die Probeklausuren, welche ich Zuhause geschrieben habe, immer in 6h geschrieben. Zum einen hatte ich abends keine Zeit, bzw. zum anderen keine Lust nach der Arbeit noch 10h, anstatt 6h zu schreiben. Habe die Klausur regelmäßig auch auf 3 Abende a 2h verteilt.
    Ich fand es wichtig ein realistisches Notenbild zu erhalten um nicht zu euphorisch in die Prüfung zu gehen und dann hart auf dem Boden der Tatsachen anzukommen. Die Noten die zurückkamen hielten mich hier schön demütig und so war ich glücklicherweise gleich im Erstversuch.

  12. Danke für eure Tipps und Erfahrungen… Wie man sieht, ist auch hier das Vorgehen unterschiedlich… Fakt ist, dass ich jetzt bald dahin kommen muss, die Klausuren ohne Hilfe in 6 Stunden fertig zu bekommen. Die Überwindung, etwas nicht zu bearbeiten, weil man es nicht kann, ist für mich tatsächlich riesig. Es fällt mir nicht leicht, nicht „gut“ zu sein. Vielleicht/wahrscheinlich werde ich ja automatisch dahin kommen durch das Klausuren schreiben. Vielleicht bin ich auch zu ungeduldig. Mein Plan sieht jetzt so aus, dass ich dieses WE 2 lange Klausuren schreibe, um wieder in den ursprünglichen Rythmus zu kommen, in dem mir die Lösungen noch nicht vorliegen… Und das bei besten Wetteraussichten. Da werde ich mich besonders beeilen.

    Sobald die Klausuren Mittwochs online sind, werde ich einen Blick hinein werfen nach sehr unbekannten Problemen und dann unter der Woche Abends die verbliebenen Lehrbriefe mit diesen Schwerpunkten durchgrasen. Dann fluppt es hoffentlich wieder.

  13. Hier hat jeder sicher seine eigenen Methoden. Ich schreibe insgesamt 18 Klausuren im Rahmen meines Präsenzkurses vor Ort und halte mich hier strikt an die Zeit und erlaubten Hilfsmittel.

    Parallel mache ich den Fernkurs bei Haas. Hier sind des öfteren Themen dabei, die wir im Präsenzkurs noch nicht hatten. Diese versuche ich mir dann soweit möglich mit den Gesetzen, Richtlinien und Erlassen zu erarbeiten und halte es hier mit der Zeit daher nicht so genau. Ich muss sagen, dass ich durch die Kombination aus ins kalte Wasser springen und anhand der erlaubten Hilfsmittel erarbeiten und der folgenden Nachbearbeitung einen für mich sehr guten Lerneffekt habe.

    Die Lösungen werden immer erst nach Anschluss der Aufgaben herangezogen.

    Einzig die erste Bilanzklausur habe ich abgebrochen, weil mir da zuviele Grundlagen gefehlt hatten und ich hier keinen Zugang fand.

    Am Ende führen sicher viele Wege ans Ziel.

  14. hmm schwieriges Thema. Ich mache derzeit den Fernklausurenkurs von Bannas, da kann ich nicht in die Lösungen schauen, da diese erst eine woche später kommt. Ich schreibe so lange wie ich brauche – ab der Freistellung im Sommer dann unter Echtzeitbedingungen.

  15. Ich habe auch immer (!) die Lösung offen neben der Klausur liegen gehabt und dadurch eine Menge Zeit gespart in denen andere „Mist“ geschrieben haben. Die genutzte Zeit habe ich in intensives Markieren und Kleben der Fundstellen investiert, es hat sich gelohnt. So könnte ich viel mehr Klausuren schreiben die ich dann auch 100 % durchgearbeitet habe und habe dabei festgestellt, dass sich die Klausuren der Anbieter ab und an so sehr ähnelten, dass ich nicht wüsste wer den Sachverhalt von wem abgeschrieben hat. Jeder hat sein eigenes Lernprogramm, bei mir hat sich durch das Bearbeiten mit der Klausur der richtige Lösungsweg geradezu „ins Hirn eingebrannt“ nebst Formulierung und was nur kurz erwähnt und wo die TBM‘s ausführlicher gefordert waren. In Klausurenkursen habe ich Kollegen gesehen die 6 Stunden wild geschrienen haben, oft das falsche, und in der Besprechung konnte dann auch nicht alles besprochen werden und die Klausur niemals 100% nachbearbeitet werden zu Hause. Ergo: Lernerfolg gering da zum Teil Aufgabe nicht richtig gelöst (verstanden) und Lösung nicht nachgearbeitet weil an nächsten Tag ja schon die Nächste kam. ICH war glücklich mit meiner Lösung neben mir – jeder muss wissen was ihm mehr liegt. Mir brachte es nichts wenn mit die einer 3 Stunden „vorliest“ – ich musste das mit dem Finger im Gesetzt 1:1 nachvollziehen…

  16. @Michael Das klingt für mich absolut schlüssig und nachvollziehbar. So ist auch mein Gefühl. Nach 6 Stunden teilweise frustrierendem Herumraten und wilden Rechnereien bringt mir selbst das Durchlesen oder Durcharbeiten der Lösung nicht so viel. Da prägt sich eher die falsche Berechnung ein. Hab ich letzte Woche bei der Klausur mit der Realteilung und Erbauseinandersetzung wieder gemerkt. Obwohl ich 6 Stunden ohne Lösung geschrieben habe und dann nachgearbeitet, alles nachvollzogen und verstanden habe, würde ich wahrscheinlich jetzt die Lösung trotzdem nicht korrekt hinbekommen. Theoretisch müsste ich die Klausur direkt mit der Nacharbeit nochmal schreiben, damit sich der richtige Lösungsweg einprägt. Und das Schreiben ohne Lösung mache ich ja trotzdem bei Sachverhalten, wo ich weiß, wie es geht. Es geht um die schwierigeren SVe, wo ich völlig auf dem Schlauch stehe. Darf ich fragen, mit welcher Note du in der schriftlichen am Ende abgeschlossen hast?

  17. Ich kann Euch beruhigen: Ihr werden wahrscheinlich nie an den Punkt kommen das eine Klausur KEIN unbekanntes Thema enthält (das Examen mit eingeschlossen). Die Frage ist: wie geht Ihr damit um wenn Ihr etwas unbekanntes vorliegen habt, den Sachverhalt nicht versteht oder den Erlass nicht findet. Ihr müsst üben dann Ruhe zu bewahren und lernen das man nicht jede Aufgabe richtig haben muss, die Hälft reicht theoretisch auch 😉 (das bedeutet auch das es reicht wenn man jede Aufgabe nur zur Hälfte richtig löst, und mitten drin in der Aufgabe auch einfach mal aufhört weil man nicht weiter weiß und die Zeit für Experimente zu knapp ist)

  18. @Lena, du hast mit Sicherheit genauso Recht. Man muss auch lernen das größtmögliche an Punkten aus einem Sv herauszuholen, den man nicht komplett bearbeiten kann. Ich würde es auch nicht jedes mal bei jedem Sv so machen. Nur bei komplett unbekannten Sachen. Ansonsten ohne Lösung. Ich habe auch damals beim Bibu so für die Prüfung gelernt. Klausuren mit Lösung und Lehrbuch. Und habe die Sachverhalte, die ich falsch hatte, so oft gelöst, bis ich sie richtig hatte. Ich bin mit einem ziemlich sicheren Gefühl rein in die Prüfung und mit einer guten Note am Ende raus gekommen. Für mich hat damals diese Strategie gepasst. Werde ich zwar für die StB Prüfung allein vom Umfang her nicht zu 100 % umsetzen können, aber zum Teil.

    Vor allem, wenn die Zeit für eine ausführliche Nachbearbeitung fehlt. Da hat Michael nämlich einen ganz wichtigen Punkt angesprochen, der mir momentan auch schwer im Magen liegt. Ich habe gerade am Anfang nicht geschafft, jede Klausur nachzuarbeiten, weil ich parallel auch noch Lehrbriefe durchgearbeitet habe. Das Klausuren schreiben bringt ja nichts, wenn man nicht vernünftig nacharbeitet. Ich werde spätestens in der Freistellung die Klausuren komplett in 6h ohne Hilfe schreiben, weil ich dann einfach mehr Ruhe und auch Zeit zum Nacharbeiten habe. Und sowieso im Intensivkurs, weil es da nicht anders geht. Ein Mix von beidem hilft mir derzeit am besten weiter.

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