Entspannung, wo bist du?!

Hallo Freunde der Nacht… Geht es euch wie mir und kommt ihr auch nicht zur Ruhe??? Am Donnerstag Nachmittag war ich noch so erleichtert und aufgekratzt. Die erste „Euphorie“, es hinter mir zu haben (erstmal) hat nachgelassen. Aber ich komme einfach nicht runter. Ich kann nicht stillsitzen. Erst heute Abend habe ich mich dazu durchgerungen, ein Buch herunter zu laden. Gelesen habe ich max. 1/2 Stunde. Samstag war ich mit den Kids shoppen, sie waren sehr erfolgreich und es war auch nötig, da es für ihre mittlerweile nur noch 7/8 – Hosen dann doch bald zu kalt wird… 🙂
Danach war ich todmüde, als hätte ich einen Marathon hinter mir. Heute hab ich ihre Hochwasser-Hosen und all die anderen Sachen vom letzten Jahr aussortiert, Wäsche gemacht, die erste Kürbissuppe gekocht (und festgestellt ich hab das Kochen verlernt), einen Kuchen gebacken, gebügelt etc. Das Wetter war toll, aber ich kann keine halbe Stunde ruhig in der Sonne liegen. Jetzt, Sonntag Abend, bin ich immer noch nicht zur Ruhe gekommen. Ich hatte mir ja vorgenommen (und auch die Anweisung bekommen) GAR NICHTS steuerliches zu machen bis Ende kommender Woche. Aber ich komme gedanklich nicht von dieser Prüfung los. Ich kann überhaupt nicht abschalten. Ständig überlege ich, wieviel Punkte ich an den einzelnen Tagen wohl geholt haben könnte, wo ich evtl. etwas falsch habe und dann fällt mir mit Schrecken etwas ein, was ich vergessen habe hinzuschreiben. Nachts träume ich davon und wache auf. Und täglich schwankt das Gefühl für die zu erwartenden Noten zwischen 5,0 in AO und irgendwas besserem in den anderen Fächern. Ständig rechne ich aus, mit welchen Notenkombinationen ich welchen Durchschnitt hätte. Das nervt echt. Und das soll ich bis Januar aushalten ?! Geht es euch auch so oder seid ihr ganz tax-relaxed? 🙂 Dann grübele ich, wie und wann ich mit der Vorbereitung für die Mündliche beginne und wie ich rangehe. Die Anmeldung für den Kurs in Leipzig habe ich gerade online weggeschickt, weil ich Angst hatte, nächste Woche ist der Kurs dann schon voll. Vielleicht sollte ich wieder anfangen, Johanniskrauttee zu trinken…

Nachdem mich Charlin’s Hinweis, dass unser AO-Fall ziemlich 1:1 in der Steuer und Studium 6/2018 zu finden gewesen war, nicht losgelassen hat, habe ich jetzt trotz des Steuer-Verbots den Freischaltcode gesucht, eingegeben und hab es gelesen. Auch nicht besonders aufbauend. So was doofes, zumal ich dieses Heft auch noch da hatte. Aber wenigstens weiß ich jetzt, dass ich da nicht wirklich viel erwarten kann.

Vielleicht hätten wir doch gleich nach der Prüfung wegfliegen sollen. Morgen geht es wenigstens in den Harz. Ich hoffe, das Wandern lenkt mich ab und lässt mich die Prüfung auch mal vergessen.

Habt ihr schon einen festen Plan für die Mündliche Vorbereitung? Welche Bücher und welche Anbieter nutzt ihr?

Liebe hibbelige Grüße

Empfehlungen zur Vorbereitung

Hier dürfen alle, die mit ihrer Vorbereitung gut gefahren sind und evtl schon erfolgreich waren, für die, die es noch vor sich haben, Empfehlungen für Klausurenkurse hinterlassen.

Ich mache mal den Anfang:

Knoll Klausurenfern- und – vorbereitungslehrgang fand ich auch im Nachhinein hilfreich. Deckt viele Themen ab und bereitet auch auf schwierige SVe vor.

WLW Fernlehrgang, wenn man will zusätzlich oder nur allein, gefühlt noch breiter gefächert, anders als Knoll, deckt aber sehr viel ab. Zusammen mit WLW Fallsammlung und den enthaltenen Echtexamina 2012-2015 super.

WLW Präsenzkurs Intensiv und Klausurenpräsenz hardcore, schwierig, anstrengend aber absolut hilfreich. Es war einiges in der Prüfung drin, was ich erst dort gelernt /verstanden habe! Unbedingt zu empfehlen.

Im Nachhinein würde ich früher anfangen, die Fallsammlung und Echtexamina durcharbeiten und mehr Nwb Steuer & Studium 😉

Wieder zurück

Hallo ihr lieben. Wir haben es überstanden. Ich denke ständig „Krass, ich hab tatsächlich diese Prüfung geschrieben“. Monatelang, wochenlang davor verrückt gemacht, gebibbert und plötzlich ist es schon vorbei, ein sehr komisches Gefühl…

Es wird ja schon eifrig berichtet und diskutiert über Themen, mögliche Lösungen und den persönlich empfundenen Schwierigkeitsgrad. Da es mein erster Versuch ist, habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Aber tatsächlich habe ich es so empfunden :

Tag 1: Katastrophe. Ich war super aufgeregt. Habe kurz durchgeschaut, dachte: super PersG in Erbst, sollte ich hinbekommen, genug geübt, Ust ging mit Gebäude los, sah auf den ersten Blick nicht sooo viel aus, also wie immer mit AO angefangen. Erst habe ich mich gefreut, dass da doch so wenig Text war, entgegen der Horrorgeschichten von 6 Seiten Fließtext. Dann wurde mir aber klar, dass mir gar nichts klar ist. Was wollten die da??? Ich hab mir 2 Stunden einen abgewürgt über Steueranspruch, Rechtsnachfole, Bekanntgabe, Nichtigkeit oder nicht, Heilung, Festsetzungs- und Zahlungsverjährung blablabla…. Ob es da Punkte drauf gibt? I don’t know. Dann hab ich Erbst gemacht und glaube ich, ganz gut hinbekommen. Habe allerdings mehr als 2 Stunden gebraucht, Bummelliese. Dann hab ich mich auf USt gestürzt. 15a, ich hasse 15a. im UStG und im EStG. Naja, hab geschrieben wie ne wilde, bin aber nur bis Tz 3 gekommen, dann war die Zeit rum. Dumm, dass ich nicht Ust statt AO gemacht habe. Danach war ich erstmal geschockt und doch den Tränen nah. Wie das Wetter war meine Stimmung. Den meisten ging es genauso. Ich dachte nur „Ich will nicht nochmal da hin“. Aber meine liebe Kollegin hat mich aufgebaut, dass ihr Tag 1 damals auch so mies lief und es aber jeden Tag besser wurde und am Ende doch gereicht hat. Danke nochmal 😘

Tag 2: Auf der Fahrt vom Hotel zum Prüfungsort bin ich an der Elbe mit einem wunderschönen Sonnenaufgang entlang gefahren. Ich dachte nur, das muss ein gutes Zeichen sein, heute wird es besser. Und so war es dann auch. Obwohl ich schon mit Kopfschmerzen aufgewacht bin und dieser Druck im Kopf trotz Tablette nicht wirklich lange weg war, lief es deutlich besser. Ich war weniger aufgeregt, habe nur gedacht, das muss ich jetzt irgendwie hinter mich bringen. Begonnen hab ich von vorn mit Est, hab mich komplett durchgewurschtelt und bin immerhin bis zur Verschmelzung gekommen. Da hab ich dann nur noch die Basics hingekrakelt, dann war die Zeit wieder vorbei. Danach war ich wesentlich weniger verzweifelt als an Tag 1..Ich hoffe, ich konnte genug Punkte sammeln.

Tag 3: Ich hab mir eingeredet, der müsse jetzt noch besser werden. So war es dann auch. Ich bin fertig geworden, man höre und staune. Klar waren da auch komische Sachen drin, wo ich mir nicht sicher war., aber ich hab alles irgendwie gelöst. Ob es richtig ist, keine Ahnung. Ich hoffe wie immer auf einen gnädigen Korrektor und Folgefehler. Es wäre schon schön, wenn es ne offizielle Lösung gäbe, damit man zumindest halbwegs einschätzen kann, ob man richtig lag oder völlig auf dem Holzweg war.

Jetzt bin ich einfach nur froh, dass es vorbei ist und müde. Das Kindle lädt, denn ich will endlich mal wieder was anderes lesen. In den nächsten Tagen werde ich mich entscheiden, wie und wo ich die mündliche Prüfung vorbereite. Nächste Woche habe ich komplett Urlaub und werde auch keinen steuerlichen Handschlag machen. Und danach freue ich mich auf die Normalität des Büroalltags und auf meine Kollegen. 😉

Erholt euch alle gut, egal wie es gelaufen ist, hakt es ab und schaut nach vorn. Hauptsache wir haben unser bestes gegeben.

Liebe Grüße

Eure Mandy

The eye of the tiger

Die ganze vergangene Woche war ich ruhig, ich habe mich selbst darüber gewundert. Die tägliche Ansprache „Du schaffst das, und wenn nicht, ist es auch nicht schlimm“ an meine Tochter und mich und der Johanniskrauttee haben gewirkt. Die Teilnehmerin mit dem niedrigsten Gürtelgrad beim Taekwondo Technikturnier hat übrigens ihre erste Medaille im Team geholt. Mit einer Poomse (Form), die sie erst 2 Wochen vorher gelernt hat. Und Mama war dabei. 😍

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Gestern Abend sah ich dann die „4“ im Countdown und die hat mich irgendwie gepackt. Da war sie wieder, die Angst. Diese Nacht hatte ich seit langem mal wieder einen Albtraum von der Prüfung. Gefühlt habe ich im Traum fast nichts bearbeitet oder Aufgaben überlesen, nicht wahrgenommen. Aber die Hoffnung, dass es trotzdem reichen könnte, war auch im Traum da. Direkt vor uns steht er, der Tiger. Ein Zurück gibt es nicht. Dabei wollte ich noch so viel mehr tun. Hätte noch mehr Klausuren schreiben, besser nacharbeiten, mehr lernen können. Aber würde es mir damit heute besser gehen? Ich weiß es nicht. Genau am 8.11.2018 habe ich von Knoll die Anmeldebestätigung für den Fernlehrgang und die Klausurenlehrgänge erhalten. Genau 11 Monate vor dem 1. Prüfungstag. Es erschien mir Zeit genug. 😆 Ich war etwas naiv. Ich glaube, man fühlt sich nie wirklich bereit, ob man 1, 2 oder 5 Jahre Vorbereitung hinter sich hat. Und die Angst ist auch irgendwie wichtig, die treibt uns an. Ich kann längst nicht alles, aber ich hoffe genug. Die nächsten 3 Tage werde ich noch nacharbeiten, wiederholen und üben. Das was ich nicht so gut kann. Das was ich schaffe. Und dann schau ich dem Tiger ins Auge, zeig ihm die Zähne und hoffe, dass er mich nicht frisst.

Für danach gibt es auch schon eine to do Liste : Freitag Friseur, Samstag Shopping, vielleicht Kino, Mo – Mi Wellness und Wandern im Harz, ein paar Tage Ferien mit den Kindern. Auf alle Fälle Garten in Ordnung bringen, Schränke aus- und umräumen, Sommersachen nach oben und hinten, Winterklamotten nach vorn und unten. Am meisten freue ich mich aber darauf, endlich mal wieder ein Buch ohne steuerlichen Inhalt zu lesen. Was schnulziges, anspruchsloses ♥️

Ich werde mich erst nach der Prüfung wieder melden, ist ja nur ne Woche bis dahin 😉. Deshalb wünsche ich euch allen heute schon ganz viel Glück 🍀, Erfolg und Nerven wie Drahtseile. Macht das Beste draus. Wir schaffen das. Frei nach Bob dem Baumeister. Toi toi toi ihr Steuerköpfe!

Eure Mandy

Was lernen wir daraus?

Ich bin mal wieder am philosophieren. Meine Tochter hat die Schule gewechselt. Sie geht jetzt in die 5. Klasse des Gymnasiums. Das ist natürlich ganz anders, als Grundschule. Und da der Apfel ja bekanntlich nicht weit vom Birnbaum fällt, hat sie arg mit der Angst zu kämpfen, es nicht zu schaffen, nicht versetzt zu werden oder für dumm gehalten zu werden. Und das nach 5 Wochen Schule. Zwei 3er in Bio, und die Welt ist in Schieflage. Da zählt die 2 in Mathe gar nichts mehr. Wenn man 80% der Englisch-Vokabeln weiß, ist das noch lange nicht genug… So wird mir seit meiner Rückkehr täglich ein kleiner 10jähriger Spiegel vorgehalten. Ich rede ihr morgens, nachmittags und abends gut zu, dass doch eine 3 eine gute Note ist, dass das natürlich erstmal alles beängstigend und neu ist und sie sich daran gewöhnen muss. Dass man als eh schon zurückhaltendes Kind bei einer plötzlichen mündlichen Kontrolle an der Tafel erstmal vor lauter Angst und Schreck (fast) alles vergessen hat. Dass ihre Mitschüler sie danach nicht alle anschauen, weil sie sie für dumm halten, sondern weil sie wahrscheinlich einfach Mitleid hatten und froh waren, nicht selbst dran gekommen zu sein. Dass sie nicht die Beste sein muss, dass alle Einser nichts wert sind, wenn sie traurig und einsam ist, ihren Hobbys nicht mehr nachgehen kann, weil sie nur noch lernen muss und dass ich möchte, dass sie glücklich, fröhlich und entspannt ist, weiter den ganzen Tag tanzt und singt und dafür lieber „schlechtere“ Noten in Kauf nehme. Ich erkenne mich so deutlich wieder in ihr, das ist schon beängstigend. Ich glaube, genau das soll mir was sagen. Schraub die Erwartungen runter. Mach dich nicht fertig. Die Welt ist auch schön, ohne gute Noten. Ich dachte ja immer, ich müsse meinen Sohn zu Höchstleistungen anspornen. Aber seit ein paar Tagen kommt mir immer wieder der Gedanke, vielleicht soll ich ja was von ihm lernen und nicht er von mir? Vielleicht sollte ich wie er mit weniger Aufwand die Hürden knapp nehmen und mich dabei aber gut fühlen, weil es ja „gereicht“ hat? So lernen wir vielleicht doch von unseren Kindern und nicht nur sie von uns.

Deswegen und weil das eben wirklich wichtig ist, habe ich mir gestern auch Zeit genommen, einen Geburtstagskuchen zu backen, zu verzieren und mit 14 Kerzen zu bestücken. Denn heute vor 14 Jahren hat sich jemand unter schwierigen Umständen auf die Welt gekämpft ♥️

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Und ich muss sagen, das hat meine Stimmung extrem aufgehellt. Den Geburtstagstisch zu dekorieren und seine Freude zu sehen. Das zählt. Dieses Gefühl hätte ich mit einem gekauften Kuchen nicht gehabt.

Und auch für Englisch Vokabeln abfragen, Kommutativ-, Distributiv- und Assoziativgesetz musste Zeit sein, denn da brauchte jemand dringend Hilfe und musste schon lang genug auf mich verzichten. Genau das ist wirklich wichtig. Klar ist diese Prüfung auch wichtig. Aber mal ganz ehrlich, für mich und auch für die meisten anderen nicht existenziell und nicht überlebenswichtig. Ich kann auch gut als Bilanzbuchhalterin weiter arbeiten oder sie eben nächstes Jahr nochmal schreiben. Davon geht die Welt nicht unter. Das muss ich mir immer wieder sagen. Ich tue, was ich kann und entweder es reicht, oder eben nicht.

Um mich nicht an diesen schwierigen Fällen von WLW verrückt zu machen, habe ich gestern begonnen, die Prüfungen 2012 – 2014 durchzuarbeiten, um einfach mal das Niveau der Echtklausuren einschätzen zu können. Beruhigt mich etwas, zeigt mir aber auch, dass ich tatsächlich Basics schon wieder vergessen hab bei den vielen Spezialfällen, die wir bearbeitet haben…

Weitere korrigierte Klausuren habe ich von WLW noch nicht bekommen. Find ich bißchen doof, bin aber auch irgendwie froh drüber. Vorgestern habe ich übrigens festgestellt, dass mir die Korrektorin in der einen 4,5er BilSt Klausur in einem SV die volle Punktzahl angerechnet hat, obwohl es eigentlich nur die Hälfte war…Sie hat einfach die volle Punktzahl oben in die Summe reingeschrieben 🙂 Wirklich nett von ihr, aber ich hab’s leider bemerkt… Das war dann wohl doch maximal ne 5,0…

Also, mein guter Vorsatz für die restliche Zeit lautet: Johanniskrauttee trinken, ruhig bleiben, tun was ich kann ohne mich fertig zu machen und der Rest wird sich zeigen. Heute Nachmittag wird ein bisschen Geburtstag gefeiert und bis dahin wühl ich mich durch die Klausuren. Am Samstag nimmt meine Tochter an ihrem ersten Taekwondo Tecknikturnier teil und ist entsprechend aufgeregt. Auch dort werde ich dabei sein. Denn das ist mir wichtig und das ist das, woran sie sich später erinnern werden. An den Geburtstagskuchen und dass ich für sie da war.

Liebe Grüße und übersteht gut die restlichen Tage.

Und Tschüss…

Bamberg. Hello Sachsen 😊. Wieder zu Hause, ach ist das schön… Ich hatte schon gestern Abend einen Beitrag entworfen. Aber das wäre ein ganz schöner Jammerpost geworden. Also heute der positiv modifizierte Post :

Nach 4 Wochen Bamberg, 2 Wochen schrecklichen, zeitlich und inhaltlich nicht machbaren Klausuren bin ich müde, richtig müde. Als hätte ich Tage nicht geschlafen. Ich weiß gerade noch nicht, ob ich den Klausurenkurs gut oder schlecht fand. Im Gegensatz zu gestern tendiere ich heute schon wieder zu „war zwar sch… , könnte aber trotzdem hilfreich gewesen sein“ Klausuren gespickt mit Spezialfällen, unendlich lang und fast nur schwierige Sachverhalte. Vielleicht muss ich mich von der Vorstellung lösen, etwas oder alles GUT zu können. Ich war hochmotiviert. Aber dieses ständige Gefühl, eigentlich nichts richtig zu können, hat mir am Ende die Lust daran genommen. Ich bin körperlich und psychisch müde. Wahrscheinlich geht es 99% der Teilnehmer so. Der halbe Saal hat geniest, gehustet und geschnieft. In der ersten Woche habe ich noch täglich darauf gehofft, dass die Klausuren inhaltlich besser werden und ich mal das Gefühl habe, ich hab es gut hinbekommen. In der 2. Woche wurde ich nur deprimierter und lustloser und hab am Ende dann schon nicht mehr 100% gegeben, weil eh klar war, dass es nicht machbar ist, und das ist Mist, das nimmt die Motivation. Und da können die Dozenten noch 10 x sagen „Wir wollen nicht, dass Sie aufgeben.“ Ich befürchte, der ein oder andere tut es doch. Ich verstehe, dass sie uns die schwierigen Fälle noch nahe bringen wollten. Aber NUR? 🤔 Trotzdem danke, dass die heutige letzte Klausur auch mal OK war…. Frau Wirth hat am Ende gesagt, sie trainieren nur die schwierigsten Fälle, weil sie wollen, dass wir in der Prüfung auch die Highlights lösen können. Hm, es könnte nur problematisch sein, dass wir dann auch in den einfachen Sachverhalten irgend eine Schweinerei vermuten und überall nur Fallstricke sehen.

Heute habe ich mir mal den Notendurchschnitt der bisher korrigierten Klausuren der 1. Woche angeschaut, der auf der Theke lag. Er bewegt sich bei 4,7 bis 5,3. Da liege ich mit 2 x 4,0, 2 x 4,5 sogar im oberen Bereich und mit 1x 5.0 mittendrin, also kein ganz aussichtslosen Ergebnis. Die eine 4,0 gab es sogar in der schrecklichen Zebra Klausur, obwohl ich da definitiv von 75% keine Ahnung hatte und bei weitem nicht fertig geworden bin. Das ist wiederum beruhigend, dass man auch ohne etwas perfekt zu können, Punkte sammeln kann.

Jetzt bin ich wieder zu Hause und kann das hoffentlich schnell verdauen und mich wieder motivieren. Die nächsten 2 Wochen stehen dann im Zeichen der Nacharbeit und im Versuch, das alles doch noch in mein Hirn zu bringen, alte Klausuren noch mal nachzuarbeiten und Ordnung in das Kopfchaos zu bringen. Ein bisschen Erholung werde ich mir auch gönnen und vor allem wieder mehr Bewegung.

Und dann muss es eben reichen.

Das beste an meiner Zeit in Bamberg ist aber, dass ich hier wirklich nette Leute kennengelernt habe (auch wenn sie fast alle rauchen 😉, übrigens fand ich, dass überhaupt total viele Raucher dabei waren) , mit denen ich auch weiterhin Kontakt halten möchte, so zumindest der Vorsatz. Und wenn wir den Sch… hoffentlich hinter uns haben, treffen wir uns in Leipzig, Bamberg, München, Nürnberg oder beim Steuerberater Kongress in Dresden, essen Klöße, trinken Wein ohne Limo und feiern. Darauf freue ich mich schon.

Liebe Grüße und ab in den Endspurt 🏃

Warum hast du nicht nein gesagt?

… singt Roland Kaiser so treffend. Zwar in einem anderen Zusammenhang, aber ich frag mich das gerade auch. Selbst Schuld. Und ich frage mich noch, was habe ich eigentlich in den letzten 23 Jahren gemacht auf Arbeit? Hab ich nur geträumt, dass ich in einer Steuerkanzlei arbeite und Ahnung davon habe?!

Nach 2 Tagen Präsenzklausur war es gestern Abend soweit, dass mir nach Besprechung bis 18 Uhr die Tränen kamen beim Rundgang durch den Klostergarten und ich den lieben Gott um Hilfe bat.

Ich bin eigentlich keine Heulsuse, aber diese Klausuren hier…. Auch wenn die Dozenten zugeben, dass sie die schwierigsten SVe reinpacken, um uns die in 2 Wochen reinzuprügeln, ist das schon eine sehr deprimierende Geschichte. Jeden Tag dachte ich, morgen wird es besser. Denkste, es wurde immer schlimmer. Heute BilSt, eigentlich MEIN Fach. 4 Sachverhalte :

I. Anpassung BP beim EU mit § 60 II ESTDV ging ja noch

II. ZEBRA 🦓 Gesellschaft mit Anteilserhöhung bzw – Tausch an diese (da hab ich da gesessen und kurz überlegt, ob ich jetzt im Kurs losheule oder gleich gehe… Es sind mehrere gegangen. Ich bin geblieben und hab irgendetwas kreatives zusammen gezaubert. Ich werde allerdings keine Punkte darauf bekommen 🙄 Ich hätte noch ein paar Löwen und Giraffen dazu malen sollen. Im Nachhinein aber alles logisch und gut, es mal gehört zu haben.

III. Austritt Geser PersG und Anteilsverkauf an GmbH, mit Ergänzungs- und Sonderbilanzen aus Sicht Veräußerer, OHG und KapG zu betrachten mit ein paar kleinen Extra Schweinerei (über 40 punkte). Hab ich tatsächlich halbwegs hin bekommen, natürlich mit Fehlern bei der AfA Berechnung in der Ergänzungsbilanz (ich höre die Stimme des Dozenten… Er hat’s paarmal erklärt), ich hoffe auf FF und einen gnädigen mitleidigen Korrektor.

IV zu guter letzt unechte Realteilung mit Grundstücksübertragung, Spitzenausgleich, Kapitalaufstockung, Verkauf innerhalb der Sperrfrist, hab ich erkannt, noch angefangen, aber nicht geschafft.

Mein Tipp für alle, die das noch vor sich haben : Fangt früher an mit Klausurenpräsenzkursen.

Mein Fazit : Ich bin gar kein Bilanzbuchhalter. Ich tu nur so.

Zum Glück hatte der DM gegenüber einen schönen „Glückliche Auszeit“ Badeschaum (ich werde denen mal vorschlagen, den nur für die Filiale Bamberg in „TaxRelax“ umzubenennen) mit Hanf und der Bioladen nebenan auch gesunden Biowein. Prost 🍷ihr lieben. Ich bin mir zwar noch nicht ganz sicher, in was ich bade und was davon ich trinke, aber ich schau mir den Kram jetzt NOCHMAL an, mit Wein und Badeschaum und ohne Weinen. Danach geb ich mir dann noch den Beruhigungstee, damit ich auch mal wieder richtig schlafen kann….

mde

Zwischenfazit

Halbzeit in Bamberg, der Intensivkurs ist vorbei, mein kleines Zwischenfazit:

Anstrengend, intensiv und sehr lehrreich auch für die kurze Zeit. Es sollte natürlich nur eine Wiederholung und Vertiefung sein. Jeder Dozent hat sich große Mühe gegeben, die Schwerpunkte in Fällen nochmal rüber zu bringen, es durfte immer gefragt werden und man bekam immer eine Antwort. Meistens eine humorvolle Stimmung. Also absolut zu empfehlen.

Es hat anfangs ein paar Tage gedauert, aber dann hatten sich von den „Neuen“, die nicht schon im 15- oder 7- Wochenkurs waren, Grüppchen zusammen gefunden. Ich bin in der Raucherecke gelandet, ganz untypisch für mich. Leider sind nun schon gerade die Leute, die ich näher kennengelernt und mit denen ich täglich beim Mittagessen und in den Pausen geredet und habe, abgereist. Das ist schade und macht mich ein wenig traurig. Aber es war schön, euch kennengelernt zu haben. Nicht alle hängen den/die Klausurenkurs(e) dran und schreiben lieber zu Hause die Klausuren. Manche, weil sie Angst davor haben, davon zu sehr gestresst und vielleicht auch demotiviert zu werden. Kann ich verstehen, ist auch meine Angst. Aber ich versuche es als Übung und Training zu sehen und hoffentlich auch daraus noch etwas Sicherheit zu gewinnen. Andere können es zeitlich nicht einrichten, weil die Arbeit ruft. Respekt, wer jetzt noch arbeiten geht… Wir hören (oder lesen) voneinander!

Hier noch die aktuelle Empfehlung zur Vorbereitung in den letzten Wochen von Knoll, es steht auch ein Lernplan zum Download bereit :

https://www.knoll-steuer.com/letzte-tipps-steuerberaterpruefung.html?tx_powermail_pi1%5Baction%5D=create&tx_powermail_pi1%5Bcontroller%5D=Form&cHash=0c56e00f1e0d8fe3e6fb8af08ef09509

Heute arbeite ich AO der letzten 2 Tage durch, dann schaue ich mir nochmal die Unterlagen der letzten 2 Wochen an. Und dann bin ich gespannt, was morgen abgeht. Der Platz ist reserviert, Blöcke sind gekauft, Ränder muss ich noch ziehen, Müsliriegel, Bananen, Heidelbeeren, Snacktomaten und vielleicht ne „Bemme“ werden mich vor dem Verhungern bewahren.

Und ich hab schon wieder Musik im Kopf: Survivor – The eye of the tiger… Schauen wir dem Tiger ins Auge und treten ihn in 4 Wochen in den A…

Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag!

I’m still, I’m still Mandy from the blog

ich hab schon wieder Musik im Kopf… Jennifer Lopez läuft nebenbei auf Youtube und ich wackle beim Schreiben auf dem Stuhl hin und her. Hilft beim Verarbeiten und Abschalten. Schon Meredith und Cristina haben alles „ausgetanzt“ (für die Ahnungslosen: Grey’s Anatomy)

Wie ich auf das Lied komme? Weil dann diese Woche doch die ein oder andere vorsichtige Frage kam: „Du bist doch die Mandy, wo den Blog schreibt?“ Yo, I’m still Mandy from the blog. Ich hab schon gewartet, dass mich jemand darauf anspricht. Und jetzt wartet man schon auf den nächsten Beitrag und die Berichte über den Kurs. Da will ich mal nicht so sein, der hier ist für EUCH… (Und für die, die jetzt gleich losschimpfen, ich soll lernen statt zu bloggen, das ist Therapie für mich. Und auch für andere, die hier mitlesen. Ich schreibe blind mit 10 Fingern, ich sitz da nicht lange dran. Es macht mir tatsächlich Spaß, ich mache das freiwillig und unentgeltlich, wie wir festgestellt haben, denn das müsste ich ansonsten ja wieder versteiern 😉 (Das ist kein Schreibfehler, das ist bayrisch!))

Montag begann mit Bew/ErbSt etwas schleppend und unaufregend. Einige haben sich den Weg zum Unterricht gespart oder sind eher gegangen, weil die Gefahr bestand, bei nächster Gelegenheit durch Sekundenschlaf die Kontrolle zu verlieren und donnernd mit dem Kopf auf dem Tisch zu landen. Ich hab eisern durchgehalten und mich nicht dem Schlaf ergeben. Die Vorstellung einer auf dem Tisch liegenden, laut schnarchenden Mandy wollte ich dann doch nicht geben. Nach dem Unterricht war ich wohl so übermüdet, dass ich nicht einschlafen konnte, kennt man ja von kleinen Kindern. Also hab ich mir die Sportsachen angezogen und bin laufen gegangen. Das ging super, aber nur bergab. Bergauf hatte ich kurz Angst, tot umzufallen. Soll ja Ü40 gar nicht so selten sein in unserem und ähnlichen Berufen. Das Gute war, ich war danach hellwach und konnte mich nochmal mit dem Substanzwert und der PersG vergnügen. Leider konnte ich auch danach nicht wirklich einschlafen, muss wohl an dem aufregenden Stoff gelegen haben.

Dienstag wurde es mit BilSt und einem anderen Dozenten um Welten besser. Sollte nicht verwunderlich sein, dass ich das als Bilanzbuchhalterin gerne mache. Bis heute haben wir uns in den letzten 3 Tagen durch sämtliche Tretminen des BilSt-Rechts gequält. Der Dozent ist alles andere als einschläfernd. Ich wurde täglich super unterhalten. Er hat alle seine „charmanten“ Fälle genau durchgetaktet. Ich vermute mal, er ist ein kleiner Perfektionist und hat neben jeder Aufgabe die genaue Minutenzahl stehen, die er zur Verfügung hat, damit er alle Fälle schafft. Ansonsten witzig und lehrreich, er hat kein Problem mit dem „Sch…“-Wort um sich zu werfen. Und wir hatten eine Menge „charmante“ Ergebnisse. Dienstag und Mittwoch hat er „charmanter“weise sogar länger gemacht. Allemal besser, als die schwierigsten Fälle zum Schluss in Rekordtempo durchzunehmen und dann zu sagen: „Das schauen Sie sich bitte zu Hause noch an“ Und er ist scheinbar Demokrat. Wir durften des öfteren über das richtige Ergebnis abstimmen. Ich kam mir manchmal vor, wie bei „Wer wird Millionär“. Wählen Sie A, B oder C? Nur dass ich gefühlt schon an der 500 € Frage gescheitert bin. Mal ehrlich, ich frage mich täglich, wo das Wissen hin ist? Ich habe 32 lange Klausuren geschrieben und 17 Kurzklausuren. Und wenn der Dozent sagt, schauen Sie sich den SV kurz an, sitze ich da und weiß nicht wie ich anfangen soll. Speziell die Fälle der PersG der letzten beiden Tage. Das war alles drin in den Klausuren und ich habe es irgendwie gelöst. Wahrscheinlich liegt es daran, dass mein Gehirn weiß, dass er uns sowieso gleich die Lösung präsentiert. Ich bewundere die Leute, die sich mutig zu Wort melden und dann auch noch schlaue Dinge von sich geben. Ich hab mich auch ein- zweimal gemeldet, war aber am Ende froh, nicht drangekommen zu sein. In meinem Zeugnis würde heute immer noch stehen „Mandy könnte sich mehr am Unterrichtsgeschehen beteiligen.“ Gefühlt sieht es in meinem Kopf momentan aus wie im Spielzimmer meiner Kinder. Jede Menge bunte Legosteine, z.T. nach Farben sortiert. Aber wer setzt die „Sch…“ bitte zusammen und macht eine vorzeigbare Figur draus???? Entschuldigung für das „Sch…“-Wort, aber mir ist nichts charmanteres eingefallen.

Zum Glück gibt es in diesem Kurs eine Menge zu lachen. Allerdings verspüre ich eine leicht klischeebehaftete Sicht auf die Frau. Wir wurden bei der Gelegenheit einer Rentenbarwertberechnung darüber aufgeklärt, dass die durchschnittliche Lebenserwartung der Frau (nachlesbar in Erlasse § 14/2 BewG) NATÜRLICH länger sein muss, weil sie die Männer immer so ärgern. (Notiere: Wohl bisher die falschen Frauen kennengelernt.) Da fand ich die Begründung einer Mitleidenden viel schlüssiger, dass den Frauen die Einparkzeit gutgeschrieben wird!

Während der Besprechung des letzten Falls (§15a EStG), stellte der Dozent fest, dass mit Schwani, Götzel und Boadings seit der Gründung ihrer Autohaus Bamberg KG auch nicht mehr viel los sei. Daraufhin kam der Einwurf einer Mitleidenden, dass Boateng ja immerhin noch eine gute Figur auf dem Fußballfeld macht. Prompte Antwort: „Das kann ja wieder nur von einer Frau kommen!“ Da sang es in meinem Kopf nur noch: „Zieht den Bayern die Hosenträger aus, die Hosenträger aus…“ und ich war für die letzten Minuten wegen innerlichem Lachanfall leider raus aus dem 15a…

Und nochmal zum Thema Dialekt, der hat auch positive Seiten. Der sorgt nämlich für hohe Konzentration. Ich muss schon ganz genau hinhören, während ich schreibe. Ich sag nur: „Fuchzigdausendoanhunnerdzwanzg (Ich bin auf eure Übersetzung in Zahlenform gespannt). Jo, mei, des is mei Größe! Und wemmer die stülln Reservn aafdeckn, mussn mer des versteiern un zahlen a Steier.“ Wie bringt ihr Bayern euern Kindern eigentlich Rechtschreibung bei??? Das ist ja schon im sächsischen schwierig, aber bayrisch…

Neben dem Chaos im Kopf, der Schlaflosigkeit, der ich gestern mit einer kleinen Wanderung und einem Glas Wein abgeholfen hab, sind meine Augen echt schlecht geworden. Ich habe mir ja schon die BMF-Handbücher u.a. wegen der größeren Schrift zugelegt. Aber ich brauche doch meistens die Lesebrille. Finde ich doof, kann ich so nicht akzeptieren. Heute ging es allerdings mal wieder ohne Brille. Vielleicht war es der Wein gestern? Ersetzt ein täglich Glas Wein die Brille? Da sieht man doch alles gleich viel klarer… Wie heute schon so treffend von einer anderen mit Chaos im Kopf festgestellt wurde: Es könnte auch eine „sehbedingte Altersschwäche“ sein… Hab ich gestern auch gedacht, auf meiner Wanderung. Als ich aus dem Wald herauskam, bin ich gleich 5 Schritte wieder rückwärts gegangen, nachdem ich fast einen Herzinfarkt bekommen hab! Ich hab bestimmt 3 Minuten still gestanden und die Augen fokussierend zusammengekniffen, überlegt ob ich lieber zurückgehe, denn irgendwelchen Bullen oder anderen wilden Tieren wollte ich nicht in die Arme laufen.

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Wieso stellt ihr Bayern Holz-Wildschweine auf die Wiese? Seid ihr verrückt? Ich hätte vor Schreck tot umfallen können!

Aber wie wir heute gelernt haben, 3 Tage BilStR gehen auch an einem Dozenten nicht spurlos vobei. Die kreativste Wortfindung, die auch noch schriftlich im Skript fixiert ist, kam von ihm. „Letztdings“ (=letztens). So eine niedliche Wortfindung, das muss unbedingt in den Duden. Und ich weiß jetzt übrigens, wo das Wort „Geld“ herkommt. Die Bayern sagen ja dazu „Göld“, also kommts bestimmt von „Gold“, oder?

(Notiere: Es wird schon seinen Grund haben, warum für unsere und ähnliche Berufsgruppen ein erhöhtes Burnout-, Schlaganfall-, Herzinfarkt-, Alkoholabhängigkeits- und Selbstmordrisiko besteht. Ich verspüre erste Anzeichen um mich herum)

Morgen rasen wir mit dem BilSt-Dozenten durch GewSt und IStR. Ich bin gespannt, ob er es schafft, mir das verhasste IStR halbwegs plausibel zu machen. Die Lesebrille muss auf alle Fälle mit, eine Lupe wäre noch besser, denn die DBA`s im Ordner sind sch…-klein gedruckt,

So, ich hab mich beim Schreiben köstlich amüsiert. Und nichts hiervon ist irgendwie böse gemeint, also zwecks Dialekt und so. Das ist alles ganz liebevoll kommentiert. Ich mag den Dialekt mittlerweile. Und Bamberg sowieso. Wenn ich jemals in eine Stadt ziehen würde, was ich eigentlich immer ausgeschlossen habe (ich bin bekennendes Dorfkind), wäre es Bamberg.

Liebe Grüße

Mandy from the Blog

Sie lebt noch…

die Betonung liegt auf „noch“ … Naja, ich übertreibe ein wenig. 5 Tage Intensivkurs liegen hinter mir und die waren wirklich intensiv. Ich fang mal von vorn an. Sonntag Abend, Mandy allein zu Haus. Ich realisiere die Einsamkeit, tigere hin und her, hab Angst vor dem nächsten Tag und schreibe voller Panik meinem Mann: „Bitte holen Sie die kleine Mandy aus dem Spieleparadies ab!“ Echt jetzt. Ich habe kurz überlegt, ob ich einfach wieder nach Hause fahre. Ich habe es nicht getan und mich der Herausforderung gestellt. Mein Resümeè nach 5 Tagen volle Dröhnung Steuerrecht:

Der Kurs ist personenmäßig vom Alter, von der Art der Vorbereitung und von der Anzahl der bisherigen Versuche bunt gemischt. Ich bin nicht die Älteste oder nicht die einzig „Ältere“ im Kurs. Ich bin nicht die einzige Verrückte, die sich nur über Fernlehrgang vorbereitet hat. Ich bin nicht völlig ahnungslos. Meine Schwachstellen sind genau die Punkte auf der Nochmal-Anschauen-Liste, die sind hier auch Thema und das ist gut so. Es ist unmöglich, alles abends nochmal nachzuarbeiten. Ich bleibe konsequent bis zur Pause sitzen, es sei denn, der Kaffee verlangt wirklich ausnahmsweise nach seinem Recht, und versuche alles aufzunehmen, ich will keine Sekunde des Unterrichts verpassen, ich hab ihn ja bezahlt, auch wenn ich mal nur Bahnhof verstehe oder am liebsten mit dem Kopf im Sekundentakt auf den Tisch hauen will vor Frust. Gerade nachmittags ist aber manchmal ein reges Begängnis während des Unterrichts, es verlassen doch einige immer mal wieder den Raum. Ich frage mich jedes mal: Müsst ihr dringend aufs Klo? Oder wisst ihr schon alles, seid gelangweilt und schüttelt das easy peasy aus dem Ärmel? (Rein rhetorische Frage, ich will es gar nicht wissen, wenn es so ist. Alles andere wäre Gift für meine Motivation) Oder seid ihr genauso frustriert wie ich und geht raus, weil ihr es nicht mehr aushaltet? (hier würde ich mich über postitive Antworten freuen, geteiltes Leid ist halbes Leid)

Ansonsten: Zu viel, zu schnell, zu wenig Zeit. Die Fälle, die wir nicht geschafft haben, muss man irgendwie noch lösen. Und die, die wir geschafft haben auch nochmal. Also muss ich den Rest auf danach verschieben.

Außerdem: Die Alterung schreitet fort. Schon Anfang Juli hat meine Frisörin mit einem kritischen Blick auf meine Ansätze gemeint „Deine Schule tut dir nicht gut.“ Super, danke für deine Ehrlichkeit… Es wird leider nicht besser. Die senkrechten Denkerfalten werden vom Stirnrunzeln tiefer, die Tränensäcke dicker, die Müdigkeit größer. Die Ernährung lässt zu wünschen übrig. Man kann auch von Fertigsalat vom Lidl oder Rewe leben. Die Ansprüche sinken, für großartiges Kochen oder Essenszubereitung ist keine Zeit.
Der KSt Dozent ist Schuld, dass ich meine guten Vorsätze zur gesunden Lebensweise nicht mehr eingehalten habe. Gestern war ich nach KSt und dem Schmelldurchlauf Organschaft und Zinsschranke von 16.00 bis 16.45 Uhr so fertig, da hab ich dann doch aufgegeben und einen großen Vorrat Schokolade gekauft. Ich hatte die Wahl zwischen Weinen (also das mit den Tränen, aber Wein wäre auch eine Variante gewesen 🙄) und Schokolade. Immerhin hab ich die Bio-Variante gewählt, die ist bestimmt nicht ganz so ungesund 😉 . Ich habe neben der Schokolade noch Kekse und ein Entspannungsbad gekauft und mich damit und einem extra starken Kaffee und der Zinsschranke in die Badewanne begeben.

Ein Rendezvouss mit der Zinsschranke

Ich kann euch sagen, das hat gut getan. Nach 3 in Kaffee eingetauchten Keksen war die Welt wieder in Ordnung und die Zinsschranke noch nur halb so beängstigend. Einmal den Fall gelöst (nach der Badewanne) und ich war beruhigt. Allerdings bin ich abends mit den Gedanken an KSt eingeschlafen, hab von der Zinsschranke geträumt und mit dem Gedanken an KSt wieder aufgewacht… Und ich schwöre, es war nicht der Dozent, von dem ich geträumt habe, nur von Zahlen und Paragrafen… Heute sollte es noch schlimmer kommen. Ich musste schon nach 3 Stunden UmwSt in der zweiten Pause zu DM gehen und Kekse kaufen. Das nimmt kein gutes Ende mit mir und meiner Figur. Das Mittagessen war bisher auch sehr gut und reichhaltig. Danke an den wahnsinnig engangierten Koch und vorab übrigens an den Erfinder des Stretchstoffes und des Gummizugs. Heute habe ich dann „zum Abschalten“ nach dem Kurs mal schnell die Wohnung gereinigt, denn jeden Tag Badewanne geht irgendwie auch nicht. Putzen hat ja angeblich auch meditative Wirkung. UmwSt ist zwar im wahrsten Sinne des Wortes „überstanden“, muss aber ganz dringend nochmal durchgearbeitet werden. Ich glaube, ich bin wirklich nicht so der Typ für Präsenzunterricht. Vor allem bei Dozenten, die mit einer relativ monotonen Vortragsweise sehr schnell die Lösungen ihrer Fälle besprechen, habe ich Probleme zu folgen und aufzunehmen, was sie sagen. Morgen wird bestimmt alles besser. Da steht USt auf dem Plan. Dann kommt meine Familie, worüber ich mich sehr freue. Mein Sohn nimmt meine Abwesenheit im Gegensatz zu meiner Tochter relativ gelassen. Er vermisst meine Erinnerungen an Ranzen packen und Hausaufgaben erledigen sicher nicht. Bei unseren täglichen Videoanrufen reagiert er leicht genervt auf meine tägliche Frage, ob er gut geschlafen hat in der Schule 🙂

Was macht Eure Vorbereitung? Berichtet doch mal von euren Kursen. Frustrieren die eher oder beruhigen sie euch? Wie sind die ersten Klausurenpräsenzkurse gelaufen? Davor fürchte ich mich ja schon wieder…

Ansonsten, haltet durch meine lieben Mitstreiter. Tut euch ab und an mal was Gutes.

Liebe Grüße aus dem schönen Bamberg