Tick tack – die Spannung steigt

Mecklenburg Vorpommern, Berlin und Thüringen bekommen meines Wissens schon im Dezember Ergebnisse. Weiß jemand, wann genau oder hat schon jemand Post ? Ich fiebere mit jedem Einzelnen mit und drücke die Daumen 👍.

Ich versuche neben dem Wahnsinn des Alltags mich irgendwie zum Lernen zu motivieren. Zeit dafür ist wenig. Neben dem Jahresend – Stress auf Arbeit und den Wochenende Seminaren schiebe ich einen Berg an zu erledigenden Dingen vor mir her. Wenigstens die Weihnachtsdeko hab ich dann ohne schlechtes Gewissen nach dem 1. Advent rausgekramt und mich hinterher sehr darüber gefreut. Ansonsten bin ich etwas unentspannt mit all den anderen Dingen, die sowieso alltäglich und erst recht vor Weihnachten noch so erledigt werden müssen und auf niemand anderen abgewälzt werden können. Das größte Problem ist das schlechte Gewissen. Folge meiner immer wieder aufwallenden inneren Panik: vorletztes Wochenende Magen-Darm-Infekt, 4 Tage später totale Rückenschmerzen mit steifem Hals. Das war ein Zeichen. Jetzt versuche ich mal wieder, mich nicht verrückt zu machen, mir Zeit für mich zu nehmen und genug zu entspannen. Ein Ende ist absehbar.

Wie geht es euch so?

P. S. Heute ist der einzige Tag im Jahr, an dem Schuhe geputzt werden müssen! Nicht vergessen!!!

Zukunftspläne

Hallo ihr lieben. Die Zeit vergeht momentan gefühlt total schnell. Weihnachten ist in greifbarer Nähe. Ich überlege ständig, ob ich schon Weihnachtsdeko aufstellen sollte. Die ersten Plätzchen müssten bald gebacken, die ersten Geschenke organisiert werden. Innerlich bin ich jetzt ziemlich ruhig und unaufgeregt.

Am Wochenende hat mein Präsenzkurs zur Vorbereitung auf die mündliche Prüfung begonnen. Ich muss sagen, ich hatte sogar Spaß daran, mir das Wochenende dort um die Ohren zu schlagen. Klingt irgendwie krank. Berufsrecht und BGB waren Thema. Der Dozent gab uns viele Hinweise und auch Denkanstöße, was unsere eigene berufliche Zukunft angehen könnte. Es rumort schon eine Weile in meinem Hinterkopf die Frage, wie es wohl bei mir weitergehen wird, wenn ich die Prüfung bestanden habe. Als ich in die Prüfungsvorbereitung gegangen bin, stand für mich fest, dass ich als angestellte StBin in meiner Kanzlei bleiben würde. Das ist ja auch schön bequem. Ich arbeite weiter in Teilzeit, man kennt sein Aufgabengebiet und seine Mandanten, man kennt seine Kollegen und muss sich an nichts Neues gewöhnen und keine neuen Herausforderungen bewältigen. Aber habe ich dafür den ganzen Stress auf mich genommen? Und wird sich das auch finanziell genügend lohnen? Was bekommt man eigentlich als angestellter StB in einer mittelständischen Kanzlei im Osten? Da gibt es doch regional auch riesige Unterschiede. Mit was kann man sich zufrieden geben?

Der Dozent meinte, viele Kanzleien könnten sich angestellte Steuerberater dann auch nicht mehr leisten. Er sprach vielfach das Thema Selbständigkeit bzw. Partnerschaft an. Interessant war mal zu erfahren, wie der Kaufpreis für eine Kanzlei oder Partnerschaft ermittelt wird und dass heutzutage viel schwieriger Käufer zu finden wären. Denn der heutigen Generation wäre die Work-Life-Balance wichtiger, als das große Geld zu scheffeln. Was ich absolut nachvollziehen kann. In meinem Alter will ich auch mein Leben genießen und mich nicht für Geld, was ich dann aus Zeitmangel gar nicht ausgeben kann, zu Tode schuften. Ein bißchen geschockt hat mich auch seine Empfehlung, unbedingt einen Ehevertrag abzuschließen, bevor man sich in eine Kanzlei einkauft. Im Falle einer Scheidung würde der Zugewinnausgleich häufig zum Ruin führen, da der Wert(-zuwachs) der Teilhaberschaft bzw. der Kanzlei eben nach dem Umsatz bemessen wird und dieses Geld aber tatsächlich nie flüssig zur Verfügung steht. Gedanken, die man sich machen muss…

Und jetzt kommt ihr: Wie ist euer Zukunftsplan so, wenn ihr die Prüfung bestanden habt? Macht ihr euch selbständig, kauft ihr eine Kanzlei, werdet ihr Teilhaber, oder bleibt ihr angestellt, was ist euer Plan? Das würde mich echt mal interessieren. Und an die „alten Hasen“, für welchen Weg habt ihr euch entschieden? Und würdet ihr es im Rückblick anders machen? Was empfehlt ihr?

Nachdenkliche Grüße

Eigentlich…

…. wollte ich schon längst wieder einen Beitrag geschrieben haben …

…. wollte ich schon längst wieder mit dem Lernen begonnen haben ….

…. wollte ich schon längst Weihnachtsgeschenke gekauft haben ….

…. wollte ich schon längst unsere Steuererklärung gemacht haben ….

…. wollte ich schon längst viel weiter und besser sein.

Uneigentlich habe ich nichts davon getan. Ich habe einfach keine Lust. Ich genieße das Gammeln, habe Netflix für mich entdeckt, koche, putze, miste aus, räume um, erledige andere „dringende“ Dinge. Die normale Welt hat mich wieder voll im Griff. Ich genieße es, Zeit zu haben, selbst einkaufen zu gehen, zu kochen, sogar zu putzen. Vielleicht bin ich krank. Bestimmt. Frau Dr. Mandy kennt auch die Diagnose: „Aufschieberitis“. Gibt’s da was dagegen? Von R…pharm? Wahrscheinlich hilft nur ein gepflegter A…tritt. Und dann zeigt mir „Utopia“ auch noch den genau passenden Artikel an: „Selbstmotivation: Mit diesen Methoden überwindest du deinen inneren Schweinehund“ … Der Artikel trifft es ziemlich gut und kommt eigentlich genau zum richtigen Zeitpunkt. Er sagt: Setze dir Ziele statt Aufgaben. Dein Ziel kann es zum Beispiel sein, einen Berg zu besteigen. Du stehst im Tal und bist kurz davor, hochzusteigen, aber dein innerer Schweinehund möchte lieber eine Tasse Kaffee trinken. Du musst diesen wahnsinnig hohen Berg besteigen. Das ist eine Riesenaufgabe, die du in kleinere zerteilen kannst – die Strecke bis zur Weggabelung, dann bis zur Alm, das Stück durch den Schnee und der Klettersteig im Fels. Deinen inneren Schweinehund überwindest du leicht, wenn du nur das erste Stück laufen musst. Dann das zweite und so weiter. Also: Überhaupt anfangen wäre schon mal ein Anfang 🙂 Dieser Berg erscheint mir nur momentan unüberwindbar.

Sogar meine Tochter schockte mich am Wochenende auf meine Ermahnung bezüglich der Erledigung ihrer Hausaufgaben und anstehenden Leistungskontrollen mit einem genervten: „Mama…, ich habe mir einen Zeitplan gemacht.“ Okay… Altkluge Streberin. Habe verstanden. Sollte ich vielleicht auch machen. Ich weiß nur bei der Fülle von Lehrbriefen und Karteikarten gar nicht, wie ich anfangen soll. Mir graut es vor allem vor den Vorträgen. Dieser Berg erscheint mir momentan unüberwindbar. Wie fange ich da an? Ich habe Bücher und Karteikarten. Arbeite ich dort einen Vortrag durch und versuche dann, diesen selbst auszuarbeiten? Wie macht ihr das, wie habt ihr angefangen? Habt ihr schon angefangen???

Nachdem ich nun hier schwarz auf weiß meine Unmotiviertheit kundgetan habe, hilft mir das vielleicht, endlich anzufangen. Spätestens, wenn übernächstes WE der Vorbereitungskurs anfängt, komme ich hoffentlich wieder in den Lernmodus.

Viele Grüße von der Couch….

Kleider und andere Banalitäten

Hallo ihr lieben. Ich stelle fest, die Kleiderfrage für die mündliche Prüfung treibt nicht nur die weiblichen Prüflinge um, sondern ausnahmsweise auch die männlichen. Also ich für meinen Teil werde irgend ein schickes Kleid tragen, vielleicht ein Etuikleid. Kostüm und auch Hosenanzug ist nicht so meins.

Unser Kurzurlaub im Harz war begleitet von strahlendem Sonnenschein ☀, goldenem Herbstlaub, gutem Essen und spätsommerlichen Temperaturen.

Ich konnte tatsächlich erst ab dem Tapetenwechsel abschalten. Die vergangene Woche erschien mir ewig lang. Ich habe mich mit allen möglichen „normalen Dingen“ abgelenkt und wirklich immer weniger daran gedacht. Ich habe meine Unterlagen sortiert, alle meine geschriebenen und korrigierten Klausuren entsorgt, da ist ein ganz schöner Stapel zusammen gekommen. Das wird ein hübsches Halloween Feuer ergeben. Die Klausuraufgaben und – Lösungen habe ich natürlich fein säuberlich abgeheftet, falls ich sie nochmal schreiben muss…. Vorgestern Nacht habe ich die Prüfung von Tag 1 im Traum allerdings nochmal geschrieben und hatte keinen blassen Schimmer. Jetzt habe ich irgendwie das Gefühl, die schriftliche Prüfung wäre schon ewig her und ich hab schon total viel vergessen. Das normale Leben hat mich wieder im Griff. Heute war mein erster Arbeitstag und ich wurde herzlich begrüßt. Mein Schreibtisch war nachträglich zum Geburtstag (schon ewig her, war am 2. Tag in Bamberg, ihr braucht nicht mehr zu zu gratulieren 😉) und anlässlich meiner „Wiederkehr“ dekoriert und es gab sogar noch Geschenke 😁. Es war wie nach Hause kommen… Ich habe mich sehr gefreut. Deshalb habe ich heute auch gleich einen Einstandskuchen gebacken, den gibt es dann morgen.

Mit der mündlichen Prüfung befasse ich mich dann ab nächste Woche wieder intensiv. Bis dahin lese ich höchstens NWB’s und den Newsletter.

Eine aufregende Neuigkeit gab es auch noch. Da mein Mann gefragt wurde, ob er beruflich beim Leipziger Opernball dabei sein könnte, bot man ihm auch eine Karte für seine Frau an 💃. Also haben wir noch schnell einen Smoking und ein Abendkleid besorgt (da war sie wieder, die Kleiderfrage….) Zum Glück konnten wir das relativ schnell abhandeln und kommenden Samstag tanzen wir auf dem Ball. Davon träumt doch jedes kleine Mädchen 😊 Ich seh das mal als Belohnung für uns. Nur schade, dass dieses Jahr Patrick Dempsey nicht dabei ist 😂

Wie ist euer Wiedereintritt in den beruflichen und persönlichen Alltag so gelaufen? Habt ihr schon angefangen, für die mündliche Prüfung zu lernen? Habt ihr das Gefühl, ihr wisst viel mehr als vorher? Ich irgendwie nicht 🤔

Liebe goldene Herbst-Grüße 🎃

Entspannung, wo bist du?!

Hallo Freunde der Nacht… Geht es euch wie mir und kommt ihr auch nicht zur Ruhe??? Am Donnerstag Nachmittag war ich noch so erleichtert und aufgekratzt. Die erste „Euphorie“, es hinter mir zu haben (erstmal) hat nachgelassen. Aber ich komme einfach nicht runter. Ich kann nicht stillsitzen. Erst heute Abend habe ich mich dazu durchgerungen, ein Buch herunter zu laden. Gelesen habe ich max. 1/2 Stunde. Samstag war ich mit den Kids shoppen, sie waren sehr erfolgreich und es war auch nötig, da es für ihre mittlerweile nur noch 7/8 – Hosen dann doch bald zu kalt wird… 🙂
Danach war ich todmüde, als hätte ich einen Marathon hinter mir. Heute hab ich ihre Hochwasser-Hosen und all die anderen Sachen vom letzten Jahr aussortiert, Wäsche gemacht, die erste Kürbissuppe gekocht (und festgestellt ich hab das Kochen verlernt), einen Kuchen gebacken, gebügelt etc. Das Wetter war toll, aber ich kann keine halbe Stunde ruhig in der Sonne liegen. Jetzt, Sonntag Abend, bin ich immer noch nicht zur Ruhe gekommen. Ich hatte mir ja vorgenommen (und auch die Anweisung bekommen) GAR NICHTS steuerliches zu machen bis Ende kommender Woche. Aber ich komme gedanklich nicht von dieser Prüfung los. Ich kann überhaupt nicht abschalten. Ständig überlege ich, wieviel Punkte ich an den einzelnen Tagen wohl geholt haben könnte, wo ich evtl. etwas falsch habe und dann fällt mir mit Schrecken etwas ein, was ich vergessen habe hinzuschreiben. Nachts träume ich davon und wache auf. Und täglich schwankt das Gefühl für die zu erwartenden Noten zwischen 5,0 in AO und irgendwas besserem in den anderen Fächern. Ständig rechne ich aus, mit welchen Notenkombinationen ich welchen Durchschnitt hätte. Das nervt echt. Und das soll ich bis Januar aushalten ?! Geht es euch auch so oder seid ihr ganz tax-relaxed? 🙂 Dann grübele ich, wie und wann ich mit der Vorbereitung für die Mündliche beginne und wie ich rangehe. Die Anmeldung für den Kurs in Leipzig habe ich gerade online weggeschickt, weil ich Angst hatte, nächste Woche ist der Kurs dann schon voll. Vielleicht sollte ich wieder anfangen, Johanniskrauttee zu trinken…

Nachdem mich Charlin’s Hinweis, dass unser AO-Fall ziemlich 1:1 in der Steuer und Studium 6/2018 zu finden gewesen war, nicht losgelassen hat, habe ich jetzt trotz des Steuer-Verbots den Freischaltcode gesucht, eingegeben und hab es gelesen. Auch nicht besonders aufbauend. So was doofes, zumal ich dieses Heft auch noch da hatte. Aber wenigstens weiß ich jetzt, dass ich da nicht wirklich viel erwarten kann.

Vielleicht hätten wir doch gleich nach der Prüfung wegfliegen sollen. Morgen geht es wenigstens in den Harz. Ich hoffe, das Wandern lenkt mich ab und lässt mich die Prüfung auch mal vergessen.

Habt ihr schon einen festen Plan für die Mündliche Vorbereitung? Welche Bücher und welche Anbieter nutzt ihr?

Liebe hibbelige Grüße

Empfehlungen zur Vorbereitung

Hier dürfen alle, die mit ihrer Vorbereitung gut gefahren sind und evtl schon erfolgreich waren, für die, die es noch vor sich haben, Empfehlungen für Klausurenkurse hinterlassen.

Ich mache mal den Anfang:

Knoll Klausurenfern- und – vorbereitungslehrgang fand ich auch im Nachhinein hilfreich. Deckt viele Themen ab und bereitet auch auf schwierige SVe vor.

WLW Fernlehrgang, wenn man will zusätzlich oder nur allein, gefühlt noch breiter gefächert, anders als Knoll, deckt aber sehr viel ab. Zusammen mit WLW Fallsammlung und den enthaltenen Echtexamina 2012-2015 super.

WLW Präsenzkurs Intensiv und Klausurenpräsenz hardcore, schwierig, anstrengend aber absolut hilfreich. Es war einiges in der Prüfung drin, was ich erst dort gelernt /verstanden habe! Unbedingt zu empfehlen.

Im Nachhinein würde ich früher anfangen, die Fallsammlung und Echtexamina durcharbeiten und mehr Nwb Steuer & Studium 😉

Wieder zurück

Hallo ihr lieben. Wir haben es überstanden. Ich denke ständig „Krass, ich hab tatsächlich diese Prüfung geschrieben“. Monatelang, wochenlang davor verrückt gemacht, gebibbert und plötzlich ist es schon vorbei, ein sehr komisches Gefühl…

Es wird ja schon eifrig berichtet und diskutiert über Themen, mögliche Lösungen und den persönlich empfundenen Schwierigkeitsgrad. Da es mein erster Versuch ist, habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Aber tatsächlich habe ich es so empfunden :

Tag 1: Katastrophe. Ich war super aufgeregt. Habe kurz durchgeschaut, dachte: super PersG in Erbst, sollte ich hinbekommen, genug geübt, Ust ging mit Gebäude los, sah auf den ersten Blick nicht sooo viel aus, also wie immer mit AO angefangen. Erst habe ich mich gefreut, dass da doch so wenig Text war, entgegen der Horrorgeschichten von 6 Seiten Fließtext. Dann wurde mir aber klar, dass mir gar nichts klar ist. Was wollten die da??? Ich hab mir 2 Stunden einen abgewürgt über Steueranspruch, Rechtsnachfole, Bekanntgabe, Nichtigkeit oder nicht, Heilung, Festsetzungs- und Zahlungsverjährung blablabla…. Ob es da Punkte drauf gibt? I don’t know. Dann hab ich Erbst gemacht und glaube ich, ganz gut hinbekommen. Habe allerdings mehr als 2 Stunden gebraucht, Bummelliese. Dann hab ich mich auf USt gestürzt. 15a, ich hasse 15a. im UStG und im EStG. Naja, hab geschrieben wie ne wilde, bin aber nur bis Tz 3 gekommen, dann war die Zeit rum. Dumm, dass ich nicht Ust statt AO gemacht habe. Danach war ich erstmal geschockt und doch den Tränen nah. Wie das Wetter war meine Stimmung. Den meisten ging es genauso. Ich dachte nur „Ich will nicht nochmal da hin“. Aber meine liebe Kollegin hat mich aufgebaut, dass ihr Tag 1 damals auch so mies lief und es aber jeden Tag besser wurde und am Ende doch gereicht hat. Danke nochmal 😘

Tag 2: Auf der Fahrt vom Hotel zum Prüfungsort bin ich an der Elbe mit einem wunderschönen Sonnenaufgang entlang gefahren. Ich dachte nur, das muss ein gutes Zeichen sein, heute wird es besser. Und so war es dann auch. Obwohl ich schon mit Kopfschmerzen aufgewacht bin und dieser Druck im Kopf trotz Tablette nicht wirklich lange weg war, lief es deutlich besser. Ich war weniger aufgeregt, habe nur gedacht, das muss ich jetzt irgendwie hinter mich bringen. Begonnen hab ich von vorn mit Est, hab mich komplett durchgewurschtelt und bin immerhin bis zur Verschmelzung gekommen. Da hab ich dann nur noch die Basics hingekrakelt, dann war die Zeit wieder vorbei. Danach war ich wesentlich weniger verzweifelt als an Tag 1..Ich hoffe, ich konnte genug Punkte sammeln.

Tag 3: Ich hab mir eingeredet, der müsse jetzt noch besser werden. So war es dann auch. Ich bin fertig geworden, man höre und staune. Klar waren da auch komische Sachen drin, wo ich mir nicht sicher war., aber ich hab alles irgendwie gelöst. Ob es richtig ist, keine Ahnung. Ich hoffe wie immer auf einen gnädigen Korrektor und Folgefehler. Es wäre schon schön, wenn es ne offizielle Lösung gäbe, damit man zumindest halbwegs einschätzen kann, ob man richtig lag oder völlig auf dem Holzweg war.

Jetzt bin ich einfach nur froh, dass es vorbei ist und müde. Das Kindle lädt, denn ich will endlich mal wieder was anderes lesen. In den nächsten Tagen werde ich mich entscheiden, wie und wo ich die mündliche Prüfung vorbereite. Nächste Woche habe ich komplett Urlaub und werde auch keinen steuerlichen Handschlag machen. Und danach freue ich mich auf die Normalität des Büroalltags und auf meine Kollegen. 😉

Erholt euch alle gut, egal wie es gelaufen ist, hakt es ab und schaut nach vorn. Hauptsache wir haben unser bestes gegeben.

Liebe Grüße

Eure Mandy

The eye of the tiger

Die ganze vergangene Woche war ich ruhig, ich habe mich selbst darüber gewundert. Die tägliche Ansprache „Du schaffst das, und wenn nicht, ist es auch nicht schlimm“ an meine Tochter und mich und der Johanniskrauttee haben gewirkt. Die Teilnehmerin mit dem niedrigsten Gürtelgrad beim Taekwondo Technikturnier hat übrigens ihre erste Medaille im Team geholt. Mit einer Poomse (Form), die sie erst 2 Wochen vorher gelernt hat. Und Mama war dabei. 😍

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Gestern Abend sah ich dann die „4“ im Countdown und die hat mich irgendwie gepackt. Da war sie wieder, die Angst. Diese Nacht hatte ich seit langem mal wieder einen Albtraum von der Prüfung. Gefühlt habe ich im Traum fast nichts bearbeitet oder Aufgaben überlesen, nicht wahrgenommen. Aber die Hoffnung, dass es trotzdem reichen könnte, war auch im Traum da. Direkt vor uns steht er, der Tiger. Ein Zurück gibt es nicht. Dabei wollte ich noch so viel mehr tun. Hätte noch mehr Klausuren schreiben, besser nacharbeiten, mehr lernen können. Aber würde es mir damit heute besser gehen? Ich weiß es nicht. Genau am 8.11.2018 habe ich von Knoll die Anmeldebestätigung für den Fernlehrgang und die Klausurenlehrgänge erhalten. Genau 11 Monate vor dem 1. Prüfungstag. Es erschien mir Zeit genug. 😆 Ich war etwas naiv. Ich glaube, man fühlt sich nie wirklich bereit, ob man 1, 2 oder 5 Jahre Vorbereitung hinter sich hat. Und die Angst ist auch irgendwie wichtig, die treibt uns an. Ich kann längst nicht alles, aber ich hoffe genug. Die nächsten 3 Tage werde ich noch nacharbeiten, wiederholen und üben. Das was ich nicht so gut kann. Das was ich schaffe. Und dann schau ich dem Tiger ins Auge, zeig ihm die Zähne und hoffe, dass er mich nicht frisst.

Für danach gibt es auch schon eine to do Liste : Freitag Friseur, Samstag Shopping, vielleicht Kino, Mo – Mi Wellness und Wandern im Harz, ein paar Tage Ferien mit den Kindern. Auf alle Fälle Garten in Ordnung bringen, Schränke aus- und umräumen, Sommersachen nach oben und hinten, Winterklamotten nach vorn und unten. Am meisten freue ich mich aber darauf, endlich mal wieder ein Buch ohne steuerlichen Inhalt zu lesen. Was schnulziges, anspruchsloses ♥️

Ich werde mich erst nach der Prüfung wieder melden, ist ja nur ne Woche bis dahin 😉. Deshalb wünsche ich euch allen heute schon ganz viel Glück 🍀, Erfolg und Nerven wie Drahtseile. Macht das Beste draus. Wir schaffen das. Frei nach Bob dem Baumeister. Toi toi toi ihr Steuerköpfe!

Eure Mandy

Was lernen wir daraus?

Ich bin mal wieder am philosophieren. Meine Tochter hat die Schule gewechselt. Sie geht jetzt in die 5. Klasse des Gymnasiums. Das ist natürlich ganz anders, als Grundschule. Und da der Apfel ja bekanntlich nicht weit vom Birnbaum fällt, hat sie arg mit der Angst zu kämpfen, es nicht zu schaffen, nicht versetzt zu werden oder für dumm gehalten zu werden. Und das nach 5 Wochen Schule. Zwei 3er in Bio, und die Welt ist in Schieflage. Da zählt die 2 in Mathe gar nichts mehr. Wenn man 80% der Englisch-Vokabeln weiß, ist das noch lange nicht genug… So wird mir seit meiner Rückkehr täglich ein kleiner 10jähriger Spiegel vorgehalten. Ich rede ihr morgens, nachmittags und abends gut zu, dass doch eine 3 eine gute Note ist, dass das natürlich erstmal alles beängstigend und neu ist und sie sich daran gewöhnen muss. Dass man als eh schon zurückhaltendes Kind bei einer plötzlichen mündlichen Kontrolle an der Tafel erstmal vor lauter Angst und Schreck (fast) alles vergessen hat. Dass ihre Mitschüler sie danach nicht alle anschauen, weil sie sie für dumm halten, sondern weil sie wahrscheinlich einfach Mitleid hatten und froh waren, nicht selbst dran gekommen zu sein. Dass sie nicht die Beste sein muss, dass alle Einser nichts wert sind, wenn sie traurig und einsam ist, ihren Hobbys nicht mehr nachgehen kann, weil sie nur noch lernen muss und dass ich möchte, dass sie glücklich, fröhlich und entspannt ist, weiter den ganzen Tag tanzt und singt und dafür lieber „schlechtere“ Noten in Kauf nehme. Ich erkenne mich so deutlich wieder in ihr, das ist schon beängstigend. Ich glaube, genau das soll mir was sagen. Schraub die Erwartungen runter. Mach dich nicht fertig. Die Welt ist auch schön, ohne gute Noten. Ich dachte ja immer, ich müsse meinen Sohn zu Höchstleistungen anspornen. Aber seit ein paar Tagen kommt mir immer wieder der Gedanke, vielleicht soll ich ja was von ihm lernen und nicht er von mir? Vielleicht sollte ich wie er mit weniger Aufwand die Hürden knapp nehmen und mich dabei aber gut fühlen, weil es ja „gereicht“ hat? So lernen wir vielleicht doch von unseren Kindern und nicht nur sie von uns.

Deswegen und weil das eben wirklich wichtig ist, habe ich mir gestern auch Zeit genommen, einen Geburtstagskuchen zu backen, zu verzieren und mit 14 Kerzen zu bestücken. Denn heute vor 14 Jahren hat sich jemand unter schwierigen Umständen auf die Welt gekämpft ♥️

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Und ich muss sagen, das hat meine Stimmung extrem aufgehellt. Den Geburtstagstisch zu dekorieren und seine Freude zu sehen. Das zählt. Dieses Gefühl hätte ich mit einem gekauften Kuchen nicht gehabt.

Und auch für Englisch Vokabeln abfragen, Kommutativ-, Distributiv- und Assoziativgesetz musste Zeit sein, denn da brauchte jemand dringend Hilfe und musste schon lang genug auf mich verzichten. Genau das ist wirklich wichtig. Klar ist diese Prüfung auch wichtig. Aber mal ganz ehrlich, für mich und auch für die meisten anderen nicht existenziell und nicht überlebenswichtig. Ich kann auch gut als Bilanzbuchhalterin weiter arbeiten oder sie eben nächstes Jahr nochmal schreiben. Davon geht die Welt nicht unter. Das muss ich mir immer wieder sagen. Ich tue, was ich kann und entweder es reicht, oder eben nicht.

Um mich nicht an diesen schwierigen Fällen von WLW verrückt zu machen, habe ich gestern begonnen, die Prüfungen 2012 – 2014 durchzuarbeiten, um einfach mal das Niveau der Echtklausuren einschätzen zu können. Beruhigt mich etwas, zeigt mir aber auch, dass ich tatsächlich Basics schon wieder vergessen hab bei den vielen Spezialfällen, die wir bearbeitet haben…

Weitere korrigierte Klausuren habe ich von WLW noch nicht bekommen. Find ich bißchen doof, bin aber auch irgendwie froh drüber. Vorgestern habe ich übrigens festgestellt, dass mir die Korrektorin in der einen 4,5er BilSt Klausur in einem SV die volle Punktzahl angerechnet hat, obwohl es eigentlich nur die Hälfte war…Sie hat einfach die volle Punktzahl oben in die Summe reingeschrieben 🙂 Wirklich nett von ihr, aber ich hab’s leider bemerkt… Das war dann wohl doch maximal ne 5,0…

Also, mein guter Vorsatz für die restliche Zeit lautet: Johanniskrauttee trinken, ruhig bleiben, tun was ich kann ohne mich fertig zu machen und der Rest wird sich zeigen. Heute Nachmittag wird ein bisschen Geburtstag gefeiert und bis dahin wühl ich mich durch die Klausuren. Am Samstag nimmt meine Tochter an ihrem ersten Taekwondo Tecknikturnier teil und ist entsprechend aufgeregt. Auch dort werde ich dabei sein. Denn das ist mir wichtig und das ist das, woran sie sich später erinnern werden. An den Geburtstagskuchen und dass ich für sie da war.

Liebe Grüße und übersteht gut die restlichen Tage.

Und Tschüss…

Bamberg. Hello Sachsen 😊. Wieder zu Hause, ach ist das schön… Ich hatte schon gestern Abend einen Beitrag entworfen. Aber das wäre ein ganz schöner Jammerpost geworden. Also heute der positiv modifizierte Post :

Nach 4 Wochen Bamberg, 2 Wochen schrecklichen, zeitlich und inhaltlich nicht machbaren Klausuren bin ich müde, richtig müde. Als hätte ich Tage nicht geschlafen. Ich weiß gerade noch nicht, ob ich den Klausurenkurs gut oder schlecht fand. Im Gegensatz zu gestern tendiere ich heute schon wieder zu „war zwar sch… , könnte aber trotzdem hilfreich gewesen sein“ Klausuren gespickt mit Spezialfällen, unendlich lang und fast nur schwierige Sachverhalte. Vielleicht muss ich mich von der Vorstellung lösen, etwas oder alles GUT zu können. Ich war hochmotiviert. Aber dieses ständige Gefühl, eigentlich nichts richtig zu können, hat mir am Ende die Lust daran genommen. Ich bin körperlich und psychisch müde. Wahrscheinlich geht es 99% der Teilnehmer so. Der halbe Saal hat geniest, gehustet und geschnieft. In der ersten Woche habe ich noch täglich darauf gehofft, dass die Klausuren inhaltlich besser werden und ich mal das Gefühl habe, ich hab es gut hinbekommen. In der 2. Woche wurde ich nur deprimierter und lustloser und hab am Ende dann schon nicht mehr 100% gegeben, weil eh klar war, dass es nicht machbar ist, und das ist Mist, das nimmt die Motivation. Und da können die Dozenten noch 10 x sagen „Wir wollen nicht, dass Sie aufgeben.“ Ich befürchte, der ein oder andere tut es doch. Ich verstehe, dass sie uns die schwierigen Fälle noch nahe bringen wollten. Aber NUR? 🤔 Trotzdem danke, dass die heutige letzte Klausur auch mal OK war…. Frau Wirth hat am Ende gesagt, sie trainieren nur die schwierigsten Fälle, weil sie wollen, dass wir in der Prüfung auch die Highlights lösen können. Hm, es könnte nur problematisch sein, dass wir dann auch in den einfachen Sachverhalten irgend eine Schweinerei vermuten und überall nur Fallstricke sehen.

Heute habe ich mir mal den Notendurchschnitt der bisher korrigierten Klausuren der 1. Woche angeschaut, der auf der Theke lag. Er bewegt sich bei 4,7 bis 5,3. Da liege ich mit 2 x 4,0, 2 x 4,5 sogar im oberen Bereich und mit 1x 5.0 mittendrin, also kein ganz aussichtslosen Ergebnis. Die eine 4,0 gab es sogar in der schrecklichen Zebra Klausur, obwohl ich da definitiv von 75% keine Ahnung hatte und bei weitem nicht fertig geworden bin. Das ist wiederum beruhigend, dass man auch ohne etwas perfekt zu können, Punkte sammeln kann.

Jetzt bin ich wieder zu Hause und kann das hoffentlich schnell verdauen und mich wieder motivieren. Die nächsten 2 Wochen stehen dann im Zeichen der Nacharbeit und im Versuch, das alles doch noch in mein Hirn zu bringen, alte Klausuren noch mal nachzuarbeiten und Ordnung in das Kopfchaos zu bringen. Ein bisschen Erholung werde ich mir auch gönnen und vor allem wieder mehr Bewegung.

Und dann muss es eben reichen.

Das beste an meiner Zeit in Bamberg ist aber, dass ich hier wirklich nette Leute kennengelernt habe (auch wenn sie fast alle rauchen 😉, übrigens fand ich, dass überhaupt total viele Raucher dabei waren) , mit denen ich auch weiterhin Kontakt halten möchte, so zumindest der Vorsatz. Und wenn wir den Sch… hoffentlich hinter uns haben, treffen wir uns in Leipzig, Bamberg, München, Nürnberg oder beim Steuerberater Kongress in Dresden, essen Klöße, trinken Wein ohne Limo und feiern. Darauf freue ich mich schon.

Liebe Grüße und ab in den Endspurt 🏃