So viel Stoff in so kurzer Zeit

RaumHinter mir liegen zwei sehr anstrengende Wochen bei WLW in Bamberg. Die Präsenzveranstaltungen für die mündliche Prüfung waren inhaltlich sehr gut, die meisten Dozenten echt hilfreich, aber das im Vorfeld angegebene Unterrichtsende mit 16:30 war nur Wunschdenken. Kaum ein Dozent konnte den geplanten Stoff in dieser Zeit abarbeiten, also wurde überzogen, dann wurde uns immer noch die Möglichkeit für einen Übungs-Kurzvortrag vor der ganzen Gruppe gegeben und danach noch “im kleinen Kreis”, also nur vor einem Dozenten. Somit ging es manches Mal bis 20 Uhr. Mir persönlich hat der reguläre Unterricht schon absolut gereicht, immer ab morgens um 8 quasi mit Stoff zugeschüttet zu werden. Und wirklich jeder Dozent betonte, dass das alles Basics wären, die man (auswendig) wissen MÜSSE. Da ich bereits kommenden Mittwoch Prüfung habe, muss ich mich jetzt auf Karteikarten, Vorträge und FAQs beschränken, ich werde es zeitlich nicht hinbekommen, die beiden (vollen!) Ordner noch einmal zu wiederholen. Allein die Masse an (englischen) Fachbegriffen aus VWL, BWL und IStR ist der Hammer. Aber für mich war es z. B. der erste BWL-Dozent, der es mir verständlich näher bringen konnte. Überhaupt finde ich das Niveau von WLW bemerkenswert. Gerade, wenn man die Preise der bei uns regional vertretenen Anbieter vergleicht und kaum Unterschiede bemerkt, aber dann qualitativ überrascht wird. Die eigenen Räumlichkeiten mit allem was dazu gehört (über EDV, Verpflegung usw.) – ich kann es nur empfehlen :-)

Jetzt liegt es an mir, noch das beste aus der restlichen Zeit zu machen und während die anderen teilweise noch auf ihre Ergebnisse warten (toi toi toi), bin ich dann quasi schon fertig – egal wie. Ich berichte nach der Prüfung wieder, drückt mir die Daumen für eine faire Prüfung!

Kurzer Anflug von Panik

Das war mein Freitag: Mein Mann und ich kamen gerade mit unseren beiden Hunden vom Gassi bei eisigen Minusgraden, aber mit herrlichem Sonnenschein. Von der Uhrzeit her könnte die Post schon da gewesen sein, also ran an den Briefkasten und ja – da war ein Brief von der Steuerberaterkammer Nürnberg drin. Ich hatte sehr dicke Handschuhe an, war mir also im ersten Moment nicht sicher, ob der Brief als “dick” (inkl. Ladung zur mündlichen Prüfung) oder “dünn” zu werten sei. Also kurzer Prozess: aufreißen & nachsehen. Da ich wohl minutenlang da stand und nur ein “Oh Fu**” von mir gegeben habe, hat mein Mann mir dann doch mal über die Schulter gelinst und gratuliert. Ich habe bestimmt eine Stunde gebraucht, um es tatsächlich zu realisieren. Mir wurde heiß und kalt und speiübel. Ich habe tatsächlich im ersten Anlauf und mit allen widrigen Umständen die schriftliche Prüfung mit 4,0 gemacht. Mehr als ich zu träumen gewagt hatte. Und dann kam der Anflug von Panik: Der Prüfungstermin ist schon am 25.01.2017. Ich hatte mir zwar Lernunterlagen zur mündlichen Prüfung bestellt (WLW), aber keinen Kurs und nichts gebucht. Also, erst einmal abgecheckt, hat WLW in Bamberg noch freie Plätze – yes. Sind in der Kanzlei Kolleginnen zur kurzfristigen Überbrückung da? Pima. Wer übernimmt für die 2 Wochen die Mittagsbetreuung der Hunde – check. Typisch Frau: Und was zieh ich bloß an? Ich besitze keinen Hosenanzug o. ä. – schnell mal online was zur Anprobe bestellt. Kurz-Abo für Süddeutsche Zeitung – check. Hotel in der Nähe der Kammer gesucht – gebucht. Motivation vollständig zurückgekehrt? ABER SO WAS VON!

In diesem Sinne: Euch allen einen guten Start in ein hoffentlich glückliches Jahr 2017!

Was für ein Jahr

Kurzfassung: Einfach nur irre.

Meine Vorbereitung ging ja bereits im Frühjahr 2015 los und das Jahr 2015 war auch schon nicht ohne, aber 2016 war irre. Noch harmlos begonnen mit (nur) dem Samstagskurs und einigen wenigen Klausuren, dann der Klausurenfernkurs noch zusätzlich, private Hochs und Tiefs, fast bis zum Schluss in der Kanzlei gewesen und dann gipfelte es in dieser -naja- außergewöhnlichen Prüfung.  Jetzt, da immer mehr die Ergebnisse bekommen, stellt sich dieser Zwiespalt wieder ein: eigentlich innerlich bereits mit dem Thema Steuerberater abgeschlossen, aber doch noch ein kleiner Funken Hoffnung gepaart mit dem flauen Gefühl noch etwas mehr für die mögliche mündliche Prüfung lernen zu sollen. Ich wäre froh, ich wüsste schon, was Sache ist. In 10 Tagen (also nächstes Jahr…) werde ich dann wohl schlauer sein.

Ich gratuliere allen, die schon in der nächsten Runde sind und drücke weiterhin allen Wartenden die Daumen.

Schöne, friedliche Feiertage, einen guten Rutsch und auf ein glückliches Jahr 2017!

Aus Spekulation wird Realität

Die Mitleserin Sara hat sich einen eigenen Beitrag für die Ergebnisse gewünscht – das erfülle ich doch gerne. Ich war die letzten Tage schon etwas geschockt, welche Gerüchte so im Umlauf sind usw. Klar, in die Welt gesetzt ist sowas schnell, aber ich kenne das ja von meinen Dozenten, eine undichte Stelle gibt es immer irgendwo und es ist kein Geheimnis, dass es nicht so prickelnd gelaufen ist. Bisher hatte ich das Hibbeln wg. der Ergebnisse ganz gut in einer Schublade verstaut. Jetzt, wo anscheinend erste echte Noten verschickt wurden, geht das nicht mehr. Ich drücke allen die Daumen!!!

BWL bleibt (vorerst) im Dunkeln verborgen

Gestern war das BWL-Seminar “Kleines 1×1″ bei der Steuerberaterkammer Nürnberg. Wir hatten die Einladungen dazu ja am dritten Prüfungstag gleich vorab als Werbung auf unseren Tischen liegen mit dem Hinweis, es wäre nützlich für die mündliche Prüfung. Was soll ich sagen? Ich bin nicht schlauer als vorher. Ich hatte den Eindruck, ich hätte erst 2-3 Semester BWL gebraucht, um dem Dozenten (Uni-Prof.) folgen zu können, obwohl er es wirklich gut gemacht hat und es ging nicht nur mir so. Viele Probleme hätte ich als Praktiker in mehreren einzelnen Rechenoperationen nach und nach abgearbeitet und anscheinend muss man das als BWLer alles in eine einzige, kilometerlange und unübersichtliche Formel packen. Die erhoffte Erleuchtung blieb somit aus. Das war der Stimmung allgemein nicht so dienlich, da ich mich aktuell absolut nicht motivieren kann die Lehrbriefe für die mündliche Prüfung in die Hand zu nehmen. Ich bzw. mein Kopf weiß, für den unwahrscheinlichen 4,5-Fall ist die Zeit dann knapp und umso besser sollte man vorbereitet sein, aber der Rest von mir wehrt sich vehement. Exakt heute in einem Monat fällt bei uns zum letzten Mal der Stift, dann ist die Kanzlei erstmal zu bis 2017 und wenn es dann wieder auf die Arbeit geht, weiß ich zumindest die Ergebnisse. Etwas gutes hatte der Tag gestern zumindest: Ich durfte dank sehr netten Kammer-Mitarbeitern die Räumlichkeiten besichtigen, in den die mündliche Prüfung stattfindet (gleiches Gebäude wie der Seminarraum, aber anderer Eingang). Sollte es jemand gut mit mir meinen, weiß ich jetzt zumindest wo ich parken kann und wie ich zur Prüfung komme. Immerhin.

Hand auf’s Herz: Ist aktuell überhaupt irgendjemand wirklich motiviert und fleißig?

Wieder einen Schritt weiter

Mein Gemütszustand schwankt momentan je nach Tagesform von “eigentlich kann ich mir die weitere Vorbereitung sparen” zu “vielleicht gibt es ja doch noch ein Wunder”. Ich denke, dass es der Mehrheit der Teilnehmer so geht. Dennoch siegt die Vernunft und ich habe mich für die Vorbereitung zur mündlichen Prüfung bei WLW entschieden. Meine bisherigen Unterlagen von dort haben mir sehr gut gefallen und am meisten geholfen, noch dazu ist es in der Nähe. Erst mal kommen jetzt nach und nach die Lehrbriefe und Karteikarten (Ende Oktober geht es los – also bald!). Präsenzschulungen für den Stoff werde ich nicht besuchen, falls es gereicht haben sollte, dann eine Prüfungssimulation. Auch wenn der Aufbau und die Fragerunden wohl ähnlich der Fachwirtprüfung sein werden, der Vortrag ist für mich auch neu und da das das erste ist, was die Prüfer von einem hören, sollte der schon sitzen.

Die StBK Nürnberg hat Sinn für Humor: Als wir am dritten Prüfungstag zu unseren Tischen durften, lagen da neben dem Schreibpapier auch Seminareinladungen “BWL im Fokus: Das kleine 1×1 entscheidungsorientierter Steuerberatung, für Steuerberater unentbehrlich” mit 50% Rabatt für alle frisch bestellten StB – juhu, genau das brauchte ich vor meinem Zitter-Tag BilSt. Ich hatte den Flyer einfach weggepackt und erst jetzt beim Aus- und Verräumen des Trolleys wiedergefunden. Ich komme ja aus der Praxis in einer kleinen Kanzlei und habe damit kaum Berührungspunkte. Außerdem gilt der Rabatt auch für die diesjährigen Prüfungsteilnehmer, dann höre ich mir das auch mal an :-) Schaden wird es schon nicht.

Es tut so gut auch mal ohne permanent schlechtes Gewissen etwas anderes als Steuerrecht zu machen. Ich bin schon voll in den Halloween-Vorbereitungen:

14859434_966376950135715_1591078919_oKekse backen, Päckchen schnüren, Deko vom Dachboden holen … das macht Spaß! Dank des 1. Novembers habe ich ein schönes langes Wochenende vor mir und werde es genießen. In dem Sinne: HAPPY HALLOWEEN und vergesst nicht die Uhren umzustellen.

Ich war dabei

Diese Prüfung war ja wohl in mehrfacher Hinsicht ein Novum und ich war dabei :-) Ich war nicht nur dabei. Ich habe es durchgezogen und abgegeben. Es war für mich wirklich erstaunlich, wie viele vorzeitig aufgegeben haben, z. B. nach dem zweiten Tag einfach abgereist sind, aber das kam für mich nicht in Frage. Die beiden Jahre waren jetzt so oder so futsch und der Spaß war teuer genug, da können die mein Kunstwerk jetzt auch durchkorrigieren, ist ja mein erster Versuch gewesen. Ich habe es auch nicht bereut, dass ich täglich heimgefahren bin. Klar, es war eine ordentliche Strecke und passieren kann immer was, aber selbst zu Fuß kann es das. So hatte ich den nötigen Abstand und die nötige Ruhe, um einen Tag abhaken und mich auf den nächsten konzentrieren zu können. Heute habe ich noch einen Tag Ruhepause, am Montag muss ich dann wieder ran.

ABLAUF: Sabrina hatte mich ja schon vorgewarnt, was auf mich zukommt, dass alle Teilnehmer jeden Tag alphabetisch aufgerufen werden zwecks Verlosung der Sitzplätze usw. Wie erwartet am ersten Tag A-Z, am zweiten umgedreht und am dritten wieder normal. Somit hat man mal mehr, mal weniger Zeit sich einzurichten, wobei in Fürth wirklich jedem die nötige Zeit gegeben wurde. “Prüfungsbeginn 9.00 Uhr” ist auch nicht wirklich fix, bei uns war es fast halb 10 – das hat die Nervosität am ersten Tag etwas gesteigert. Ich fand es ziemlich kalt in dem großen Raum, aber ruhig. Ich empfand die Atmosphäre zum Schreiben recht entspannt, die Prüfungsaufsicht hat sich dezent zurückgehalten, man konnte zur Toilette, wann man wollte (z. B. nicht immer stur nur 1 Person o. ä.), die Größe der Tische war in Ordnung, wenn auch nicht üppig, die Gesetze wurden nur kontrolliert, wenn man nicht da war (habe zumindest nichts anderes mitbekommen), die Blätter konnte man vorab mit seiner Prüfungsnummer beschriften und keiner hat gemeckert, wenn man nach der regulären Zeit noch durchnummeriert hat. Alles in allem war ich immer schnell “im Tunnel” und habe geschrieben, was ich nur konnte. Mein Stift (Faber-Castell Gelroller Signo) hat mir treue Dienste geleistet – empfehlenswert. Genauso wie mir die WLW-Griffregister wahrscheinlich ein paar zusätzliche Punkte beschert haben, weil ich einiges dank der Stichworte doch noch schnell gefunden habe. Wie erwartet, wurden die Prüfungsaufgaben am Schluss eingesammelt. Über die Hintergründe wurde ja schon ausführlich und heiß spekuliert. Ich weiß, dass das zurzeit beispielsweise bei Abschlussprüfungen der IHK bei uns auch so gehandhabt wird. Finde ich persönlich nicht gut. Ich versuche für euch die Prüfung zu rekonstruieren:

TAG 1: In AO war es ein langer Sachverhalt. Im Grunde ein EStB 2010 eines Gewerbetreibenden, der bereits mehrfach geändert wurde und einen VdN hatte, er beinhaltet u. a. einen Gewinnanteil. Der Feststellungsbescheid zu diesem Gewinnanteil war richtig, allerdings war in der Mitteilung von FA A an FA B ein Zahlendreher, wodurch der falsche Wert im EStB 2010 gelandet ist. Reingepackt war noch eine BP mit Änderungsbescheid, weswegen noch ein Einspruchsverfahren läuft und die Frage war, ob und wie dieser Gewinnanteil noch richtiggestellt werden kann. Für mein Empfinden eine faire Aufgabe, allerdings insofern schwierig, dass man entweder einen roten Faden reinbringt oder sich selbst aus dem Examen schreiben kann. Die UST beinhaltete sechs Textziffern zu einem EU. Ein Gebäude mit der Nutzung 1/3 privat und 2/3 Unternehmen war bisher gemietet und wurde dann vom Unternehmer gekauft und identisch weitergenutzt. Zusätzlich wurde dann das Nachbargrundstück gekauft um Kundenparkplätze zu schaffen. Dann gab es noch ein Reihengeschäft mit privatem Endabnehmer in Österreich. Anschließend wurde Berufskleidung per igE erworben und gegen einen geringen Unkostenbeitrag an die Mitarbeiter ausgegeben. Aufgrund einer Werbeaktion erhielten Kunden bei Kauf eines TV-Gerätes einen Fußball kostenlos dazu, Erwerb Fußbälle, Entnahme eines Balles für den Enkel. Diebstahl der Tageseinnahmen, Dieb konnte aber mit einem Teil der Beute gefasst werden. Als Krönung gründete der EU dann noch eine GmbH, brachte alles ein außer dem Grundstück, was bei mir eine Organschaft mit Innenumsätzen ergab. Als ich dann nachmittags bei der ERBST ankam und auf ein paar sichere Punkte hoffte, wurde ich enttäuscht. Ein sehr wirrer Sachverhalt. Klar, Herr Rundlich musste sterben, aber nebenbei gab es noch diverse Schenkungen, die alle behandelt werden mussten und ein Vermächtnis, ein eheliches und ein uneheliches Kind, sehr viele Sachverhalte zur Grunderwerbsteuer (ich tippe hierzu auf ca. 6-8 Punkte), keine Grundstücksbewertung, dafür ein vereinf. Ertragswertverfahren für sein Gewerbe mit für mich zu vielen Details in der Kürze der Zeit.

TAG 2: Im EST-Teil ging es um Steuerabzugsbeträge in jeder Hinsicht (pauschalierte Lohnsteuer, Soli, Kirchensteuer, Bauabzugsteuer, Kapitalertragsteuer, §50a EStG). So eine Klausur hatte ich in meiner Vorbereitung noch nicht gesehen, es fiel mir daher anfangs schwer, einen Lösungsaufbau zu formulieren, wie tief sollte ich einsteigen etc. Da ich in meiner Praxis das meiste auch bearbeite, wusste ich zumindest, auf was die Fragestellung hinauswollte. Jemand, der noch nie mit Lohnabrechnungen konfrontiert war oder keine KESt-Anmeldungen gemacht hat oder zumindest mal eine §48b-Bescheinigung beantragt hat, tut sich schwer, den Einstieg und die Fundstellen zu finden. Beispiele aus der Prüfung: kurzfr. Beschäftigung, Mahlzeiten bei außergewöhnl. Arbeitseinsatz, Fälle und Ausnahmen der Bauabzugsteuer, vGA, Betriebsveranstaltung (neues BMF), §50a bei einer ausländ. Band, Gesellschafterdarlehen, typ. stille Gesellschaft, oGA, Jobticket, Geburtstagsgeschenk und Weihnachtsgeschenk Mitarbeiter, Rechnung Glühwein-Stand, Gruppenunfallversicherung, VIP-Tickets für einen Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten. Im Teil KST/GEWST gab es zwei getrennte Sachverhalte. Für eine GmbH sollte für drei Jahre jeweils zvE und stl. Einlagekonto berechnet werden. Hier gab es u. a. eine Pensionsrückstellung, verdeckte Einlage, Beteiligungsverkauf mit nachträglicher Kaufpreisminderung, Tod des GGF und Übernahme durch die Tochter, vGA KFZ-Nutzung. Der zweite Fall drehte sich um Verlustvorträge bei KSt und GewSt bei einer GmbH und OHG, wo jeweils Gesellschafter wechselten (einmal 60% bei der OHG und 40% bei der GmbH), also §10a GewSt und §8c KStG.

TAG 3: Dieser Tag hatte mir im Vorfeld am meisten Bauchschmerzen beschert und nach Tag 1 und 2 mussten wir ja auf alles gefasst sein. Allerdings waren die Aufgaben dann erfrischend normal und sind größtenteils in der Vorbereitung auch aufgetaucht. Es gab drei Teile: Einzelunternehmen (nur Steuerrecht), OHG (nur Steuerrecht) und GmbH (Handels- und Steuerrecht). Beim Einzelunternehmen musste eine Anpassung nach einer BP vorgenommen werden, Rückstellung Abrissverpflichtung Mietereinbau nach Vertragsablauf mit einmaliger Verlängerung des Mietvertrages, nachträgliche Herstellungskosten eines Betriebsgebäudes im Rahmen der BP mit Weiterbehandlung nach Ablauf der degressiven Geb.-AfA, Steuerverbindlichkeiten aus der BP, Teilwertbestimmung bei Aktien im AV, Teilverkauf der Aktien, TEV außerhalb der Bilanz. Bei der OHG mit bisher zwei Gesellschaftern ist zum Jahreswechsel 01.01.2015 ein dritter Gesellschafter aufgenommen worden, was bei mir zu einem §24 UmwStG-Fall führte mit sämtlichen Ergänzungsbilanzen, einer Sonderbilanz und Fortentwicklung des Ganzen zum 31.12.2015. Die GmbH war mittelgroß und hatte vier Einzelsachverhalte, die jeweils handelsrechtlich und steuerrechtlich zu beurteilen waren mit Buchungssätzen in verschiedenen Buchungskreisen usw.: Warenbewertung (Kunde tritt zurück und neuer Kunde zahlt weniger), Feststellungen USt-Sonderprüfung, Lieferung mit selbstschuldn. Bürgschaft und Insolvenz, vom GGF manipulierte Kasse.

Bitte seht es mir nach, wenn das vielleicht nicht ganz vollständig ist, ich kann mein Geschmiere kaum noch lesen und bin für den Moment einfach nur froh, dass es geschafft ist. Ich will auch gar nicht wissen, ob ich diesen oder jenen Ansatz richtig habe, das muss jetzt der Korrektor entscheiden, wo er mir Punkte geben kann und damit bleibt mir nur das Warten bis zur ersten Januarwoche 2017, in der es laut unserer Kammer die Ergebnisse mit der Post gibt.

Ich packe meinen Koffer (zum letzten Mal)

Der Koffer ist nun für die nächsten Tage gepackt – nur mit dem Unterschied, dass dieses Mal keine Unterrichtsmaterialien mehr drin sind ;-) Endlich, nach über 1,5 Jahren. Für morgen ist alles zurecht gelegt (auch ganz wichtig: Einladung und Personalausweis!). Ich mache heute absolut nichts mehr außer zu entspannen. Es gibt einen kleinen Glücksbringer, den ich von meinem Mann bekommen habe und bereits bei der Fachangestellten- sowie bei der Fachwirtprüfung bei mir hatte, der muss natürlich auch mit.

Ansonsten bleibt mir nur noch allen Prüflingen viel Erfolg zu wünschen, auf eine faire Prüfung!!!

Beruhigungstee

Jetzt habe ich auch endlich frei und kann den Kanzleialltag hinter mir lassen. Noch eine Woche und ich bin nach wie vor entspannt. In manchen Kommentaren kocht es ja schon ziemlich hoch, hier empfehle ich einen Beruhigungstee, Melisse soll gut sein. Ich schwöre jedoch auf heiße Schokolade mit Mini-Marshmallows, danach ist die Welt immer ein kleines Stückchen besser. Ne, im Ernst, ich werde die letzten Tage jetzt keine Klausuren mehr schreiben. Meinem Schreibarm geht es aktuell gut und das soll auch so bleiben. Ich nutze nur noch Karteikarten und studiere Musterlösungen zu Klausuren, die ich schon mal bearbeitet habe, zur Wiederholung. Die berüchtigten “50” Klausuren unter Prüfungsbedingungen sind es übrigens nicht geworden, gut 30 waren es jetzt real.

Bald ist es geschafft

Nur noch 20 Tage bis zur Prüfung – Panik? Aktuell nein. Ich bin recht entspannt, will die Prüfung einfach nur noch schreiben und gut ist. Hauptsache, es ist dann für’s erste vorbei :-). Ein paar Wochen mehr Lernen würden mir auch nicht mehr helfen, entweder es reicht jetzt oder eben nicht. Ich habe mir selbst für nach der Prüfung auch erst einmal bis Ende Oktober frei gegeben. Ich bin mir nämlich noch total unschlüssig, wie ich das mit der Vorbereitung zur mündlichen Prüfung machen soll. Mich nervt schon das “auf Verdacht”-Lernen, ohne zu wissen, ob man bis zur mündlichen Prüfung kommt – Europacht / VWL / BWL ist jetzt nicht gerade meine persönliche Leidenschaft. Aber das muss man ja alles gleich buchen, sonst hat man dann kurzfristig Pech gehabt und die meisten Anbieter lassen einen ja im worst-case kostenfrei stornieren. Da mache ich mir aber erst Ende Oktober Gedanken. Ich hatte auch lange gezweifelt, ob ich für die Prüfung in Fürth ein Hotel buchen soll (ohne nennenswerten Verkehr eine einfache Fahrt von rd. 1,5 Stunden). Wegen der unsicheren Arbeitspläne meines Mannes hätte ich im Zweifel die Hunde mitnehmen müssen und da fängt es schon an. Im Großraum Nürnberg muss man frühzeitig buchen, das wusste ich ja schon von der Fachwirtprüfung, allerdings hatte ich da noch keine Vierbeiner, erst recht nicht zwei davon. Und ein bezahlbares Zimmer in der Nähe der Stadthalle, in dem Hunde erlaubt sind? Unmöglich. Das wäre dann wieder so weit gewesen, dass ich morgens ins Auto steigen müsste und wieder das Verkehrsrisiko hätte, also der Nutzen des “fremden” Zimmers sinkt und ich schlafe auswärts eh nicht so toll. Also habe ich mich durchgerungen, jeden Prüfungstag mit dem Auto zu fahren. Klar, vieeeeel früher losfahren (Zugverbindung ist genauso unzuverlässig und recht schlechte Anbindung), aber immerhin schlafe ich in meinem eigenen Bett, die Strecke kenne ich gut und ich bin nachmittags daheim. Außerdem entgehe ich dann schneller der potentiellen Diskussion, ob ich diesen und jenen Knackpunkt aus der Prüfung gefunden habe usw. – ich finde nichts schlimmer, als das “Nachbesprechen” der Prüfung oder morgens beim Frühstück gleich “was kommt wohl dran”. Wie ist es bei euch?