Mündliche Prüfung Berlin

Im Warteraum hat bereits die andere Prüfungsgruppe gewartet. Auch diese hat aus fünf Personen bestanden. Die Nervosität war deutlich zu spüren, zwei aus der anderen Gruppe haben auch noch in ihre Aufzeichnungen geguckt. Die Unruhe der anderen hat mich ruhig gemacht. Das war zum Glück immer schon meine Stärke.

Ab 8:30 wurden immer zwei Leute (je einer aus jeder Gruppe) in dem Vorbereitungsraum gebracht. Danach wurden immer alle 12 Minuten die nächsten abgeholt. Ich wusste bereits aus den Protokollen, dass ich die Letzte sein werde, da ich die höchste Teilnehmernummer hatte aus meiner Gruppe.

Als ich in den Vorbereitungsraum gebracht wurde und in den Umschlag geschaut habe… war ich im ersten Moment sehr sehr erleichtert. Und dann musste ich mich trotzdem kurz sammeln, weil ich ggf. Doch lieber das andere Thema gemacht hätte.

Aber es hilft nix, man muss sich schnell entscheiden und deswegen habe ich den Zettel dann auch schnell unterschrieben und wieder in den Umschlag gepackt. Die Themen waren:

15 a EstG

Umsatzsteuerliche Organschaft

PV / BV des Einzelunternehmers

Ich habe mich schnell für das 3. Thema entschieden. Es war das einzige von den dreien, dass ich bereits mal grob vorbereitet hatte.

Als die Entscheidung getroffen war, kamen dann zum Glück auch die Ideen und ich hatte auch noch genug Zeit den Vortrag im Kopf durchzugehen.

10 Min vor Ende der Berarbeitungszeit war ich bereits fertig.

Als ich reingeholt worden bin, stand der Prüfungsvorsitzende vor mir. Ich war etwas überrascht, denn ich hatte mit einer Frau gerechnet.

Auf die Frage “ Frau XY sind Sie bereit die Prüfung heute abzulegen“ habe ich mit einem deutlichen „Ja“ geantwortet. (Bereiter geht doch schon gar nicht mehr!)

Ich kann leider nicht sagen wie lange der Vortrag war, er durfte zwischen 5 und 7 Min lang sein. Ich schätze aber, dass er mindestens 5 Min lang war, aber jetzt auch nicht länger als 5:30 Min. Am Ende wurde er zwischen 3 und 3,5 bewertet. Ich weiß es leider nicht mehr.

Nach dem Vortrag wurden wir in unserern eigenen Warteraum gebracht. Die andere Gruppe hatte einen eigenen. Aber da sie immer die Türe offen hatten konnten wir sehen, dass die Kollegen in den Pausen gelernt haben.

Meine Gruppe hat nicht mehr gelernt. Wir haben uns nach jeder Runde selbst bestärkt, immer gezählt 3 von 7 bereits geschafft. „Wir waren alle super“. Die Stimmung war durchweg gut. Mir war leider vor jeder Runde und immer zu Beginn kotzeübel. Nachdem die ersten Fragen gestellt worden sind vom jeweiligen Prüfer ging es mir dann wieder super gut. Das war ein ständiges auf und ab. Aber jede Runde habe ich gekämpft. Angezeigt das ich mitdenke, dass ich bereit bin gefragt zu werden. Das ich die Antwort weiß. Ich habe „mein Herz in die Hand genommen und Gas gegeben“

Dennoch sind die Prüfer immer der Sitzreihenfolge nach gegangen. Wenn jemand es nicht wusste, wurde die Frage an den daneben weitergegeben. Jeder hatte die Chance…. und manchmal bin ich fast innerlich geplatzt, weil ich dann oft warten musste. Aber es war eine positive Anspannung. Ich kannte die Antworten ja.

Jede Runde hat mindestens 25 min. Gedauert. Eher 30 Minuten, da die Prüfer auch wirklich Spaß daran hatten uns zu prüfen. Es war eine super entspannte Stimmung. Wir haben alle viel gelacht. Es wurde keiner vermehrt befragt. Das war ein durchaus gutes Zeichen, denn wir hatten zwei Prüflinge mit 3, xx und einen mit 4,33 und zwei von uns (davon ja auch ich) mit 4,5.

Keiner lief also Gefahr, dass es eng werden würde.

Die 3, xx haben die selbe Anzahl an Fragen bekommen.

Am Ende wurden wir dann vor der letzten Runde gefragt, ob wir alle zusammen rein wollen, wenn alle bestanden haben. Wollen wir! Wir waren ein Team.

So war es dann auch. Wir wurden alle zusammen reingeholt. Eine der Prüferinnen hatte mir und meiner Mitstreiterin Taschentücher rüber geworfen. Wir haben uns alle sehr gefreut.

Der Vorsitzende hat uns dann einzeln die Noten von jeder Runde vorgelesen. Ich konnte sie mir vor Aufregung leider gar nicht alle merken.

Vortrag: 3 / 3,5

UStG 2,5 und Grundsteuer/ Erbschaftsteuer 3,0… der Rest ist leider völlig untergegangen.

Im Durchschnitt hatte ich die beste mündliche Note der Gruppe mit 2,71. Nicht das das wichtig ist, nicht das das irgendwo steht… aber mir tat es gut. Im Drittbersuch nochmal alle Kraft zusammen gesammelt habe ich eine sensationelle Mündliche Prüfung abgeliefert.

Leider sind auch in Berlin bei der Mündlichen Prüfung einige Mitstreiter durchgefallen. Das tut mir unendlich Leid. Es ist das eine nach der schriftlichen raus zu sein, aber nach der Mündlichen, für die man nochmal richtig Gas gegeben hat… Das tut unglaublich weh!

In meinem letzten Eintrag werde ich dann nochmal von nach der Mündlichen Prüfung berichten und mich verabschieden.

Die nächsten Blogger stehen ja bereits in den Startlöchern.