„Der Kreis der Steuerberater“

Hallo liebe Steuerberater – Anwärter,


klang ich bei meinem letzten Post noch sehr sehr opimistisch und kampfbereit für das Examen………


muss ich jetzt doch nach einer Woche Klausuren-Schreiben und zwei Wochen Intensiv-Lehrgang sagen, dass gerade die Klausurenwochen doch total schwer zu verdauen sind
und für die Intensiv-Wochen der Anbieter fehlt die Zeit zum Vor- oder Nachbereiten!

Die Anbieter stellen zum Teil Aufgaben, die über dem Niveau der Original-Prüfung liegen, das ist natürlich einerseits gut, da man nochmal richtig viel mitnimmt!

Andererseits – wenn man jetzt noch ein paar Fünfen und Sechsen vor dem Examen wieder bekommt – knirscht man doch sehr mit den Zähnen!

Kennt Ihr das Gefühl, dass man alles im Gesetz und den Richtlinen markiert hat – aber in den Probe – Klausuren unter Zeitdruck nicht darauf kommt?

– das nervt mich an mir sehr!

Und dann hat man doch noch – obwohl man was getan hat – so viele Skripte und Altklausuren, die man noch nicht durchgearbeitet hat

– oder die man vor einem halben Jahr durchgearbeitet und nicht wiederholt hat und trotzdem fehlt im Kopf wieder so viel!

Auf der anderen Seite muss ich die Intensiv- und Klausurenwochen der einzelnen Anbieter allen Leuten für das nächste Jahr ganz dringend ans Herz legen, nur wer nochmal richtig Gas gibt, der nimmt kurz vorher noch richtig viel mit!

Nebenbei bemerkt, habe ich jetzt schon Magenschmerzen, was nach so vielen Wochen, in denen ich nicht im Büro anwesend bin, wohl an Zetteln und Mails auf mich wartet!

So genug gestöhnt – wir geben weiter alles – auch wenn das Examen hart ist

– da helfen auch keine Worte meines Lieblings-Dozenten aus dem Fachwirt der letzte Tage zu mir sagte „Der Kreis der Steuerberater nimmt nicht jeden sofort auf – deshalb muss das Examen so komplex und hart sein!“



Danke, dass ich mich hier mal aussprechen darf!



Viele Grüße und uns allen viel Erfolg, Martin

I’m still, I’m still Mandy from the blog

ich hab schon wieder Musik im Kopf… Jennifer Lopez läuft nebenbei auf Youtube und ich wackle beim Schreiben auf dem Stuhl hin und her. Hilft beim Verarbeiten und Abschalten. Schon Meredith und Cristina haben alles „ausgetanzt“ (für die Ahnungslosen: Grey’s Anatomy)

Wie ich auf das Lied komme? Weil dann diese Woche doch die ein oder andere vorsichtige Frage kam: „Du bist doch die Mandy, wo den Blog schreibt?“ Yo, I’m still Mandy from the blog. Ich hab schon gewartet, dass mich jemand darauf anspricht. Und jetzt wartet man schon auf den nächsten Beitrag und die Berichte über den Kurs. Da will ich mal nicht so sein, der hier ist für EUCH… (Und für die, die jetzt gleich losschimpfen, ich soll lernen statt zu bloggen, das ist Therapie für mich. Und auch für andere, die hier mitlesen. Ich schreibe blind mit 10 Fingern, ich sitz da nicht lange dran. Es macht mir tatsächlich Spaß, ich mache das freiwillig und unentgeltlich, wie wir festgestellt haben, denn das müsste ich ansonsten ja wieder versteiern 😉 (Das ist kein Schreibfehler, das ist bayrisch!))

Montag begann mit Bew/ErbSt etwas schleppend und unaufregend. Einige haben sich den Weg zum Unterricht gespart oder sind eher gegangen, weil die Gefahr bestand, bei nächster Gelegenheit durch Sekundenschlaf die Kontrolle zu verlieren und donnernd mit dem Kopf auf dem Tisch zu landen. Ich hab eisern durchgehalten und mich nicht dem Schlaf ergeben. Die Vorstellung einer auf dem Tisch liegenden, laut schnarchenden Mandy wollte ich dann doch nicht geben. Nach dem Unterricht war ich wohl so übermüdet, dass ich nicht einschlafen konnte, kennt man ja von kleinen Kindern. Also hab ich mir die Sportsachen angezogen und bin laufen gegangen. Das ging super, aber nur bergab. Bergauf hatte ich kurz Angst, tot umzufallen. Soll ja Ü40 gar nicht so selten sein in unserem und ähnlichen Berufen. Das Gute war, ich war danach hellwach und konnte mich nochmal mit dem Substanzwert und der PersG vergnügen. Leider konnte ich auch danach nicht wirklich einschlafen, muss wohl an dem aufregenden Stoff gelegen haben.

Dienstag wurde es mit BilSt und einem anderen Dozenten um Welten besser. Sollte nicht verwunderlich sein, dass ich das als Bilanzbuchhalterin gerne mache. Bis heute haben wir uns in den letzten 3 Tagen durch sämtliche Tretminen des BilSt-Rechts gequält. Der Dozent ist alles andere als einschläfernd. Ich wurde täglich super unterhalten. Er hat alle seine „charmanten“ Fälle genau durchgetaktet. Ich vermute mal, er ist ein kleiner Perfektionist und hat neben jeder Aufgabe die genaue Minutenzahl stehen, die er zur Verfügung hat, damit er alle Fälle schafft. Ansonsten witzig und lehrreich, er hat kein Problem mit dem „Sch…“-Wort um sich zu werfen. Und wir hatten eine Menge „charmante“ Ergebnisse. Dienstag und Mittwoch hat er „charmanter“weise sogar länger gemacht. Allemal besser, als die schwierigsten Fälle zum Schluss in Rekordtempo durchzunehmen und dann zu sagen: „Das schauen Sie sich bitte zu Hause noch an“ Und er ist scheinbar Demokrat. Wir durften des öfteren über das richtige Ergebnis abstimmen. Ich kam mir manchmal vor, wie bei „Wer wird Millionär“. Wählen Sie A, B oder C? Nur dass ich gefühlt schon an der 500 € Frage gescheitert bin. Mal ehrlich, ich frage mich täglich, wo das Wissen hin ist? Ich habe 32 lange Klausuren geschrieben und 17 Kurzklausuren. Und wenn der Dozent sagt, schauen Sie sich den SV kurz an, sitze ich da und weiß nicht wie ich anfangen soll. Speziell die Fälle der PersG der letzten beiden Tage. Das war alles drin in den Klausuren und ich habe es irgendwie gelöst. Wahrscheinlich liegt es daran, dass mein Gehirn weiß, dass er uns sowieso gleich die Lösung präsentiert. Ich bewundere die Leute, die sich mutig zu Wort melden und dann auch noch schlaue Dinge von sich geben. Ich hab mich auch ein- zweimal gemeldet, war aber am Ende froh, nicht drangekommen zu sein. In meinem Zeugnis würde heute immer noch stehen „Mandy könnte sich mehr am Unterrichtsgeschehen beteiligen.“ Gefühlt sieht es in meinem Kopf momentan aus wie im Spielzimmer meiner Kinder. Jede Menge bunte Legosteine, z.T. nach Farben sortiert. Aber wer setzt die „Sch…“ bitte zusammen und macht eine vorzeigbare Figur draus???? Entschuldigung für das „Sch…“-Wort, aber mir ist nichts charmanteres eingefallen.

Zum Glück gibt es in diesem Kurs eine Menge zu lachen. Allerdings verspüre ich eine leicht klischeebehaftete Sicht auf die Frau. Wir wurden bei der Gelegenheit einer Rentenbarwertberechnung darüber aufgeklärt, dass die durchschnittliche Lebenserwartung der Frau (nachlesbar in Erlasse § 14/2 BewG) NATÜRLICH länger sein muss, weil sie die Männer immer so ärgern. (Notiere: Wohl bisher die falschen Frauen kennengelernt.) Da fand ich die Begründung einer Mitleidenden viel schlüssiger, dass den Frauen die Einparkzeit gutgeschrieben wird!

Während der Besprechung des letzten Falls (§15a EStG), stellte der Dozent fest, dass mit Schwani, Götzel und Boadings seit der Gründung ihrer Autohaus Bamberg KG auch nicht mehr viel los sei. Daraufhin kam der Einwurf einer Mitleidenden, dass Boateng ja immerhin noch eine gute Figur auf dem Fußballfeld macht. Prompte Antwort: „Das kann ja wieder nur von einer Frau kommen!“ Da sang es in meinem Kopf nur noch: „Zieht den Bayern die Hosenträger aus, die Hosenträger aus…“ und ich war für die letzten Minuten wegen innerlichem Lachanfall leider raus aus dem 15a…

Und nochmal zum Thema Dialekt, der hat auch positive Seiten. Der sorgt nämlich für hohe Konzentration. Ich muss schon ganz genau hinhören, während ich schreibe. Ich sag nur: „Fuchzigdausendoanhunnerdzwanzg (Ich bin auf eure Übersetzung in Zahlenform gespannt). Jo, mei, des is mei Größe! Und wemmer die stülln Reservn aafdeckn, mussn mer des versteiern un zahlen a Steier.“ Wie bringt ihr Bayern euern Kindern eigentlich Rechtschreibung bei??? Das ist ja schon im sächsischen schwierig, aber bayrisch…

Neben dem Chaos im Kopf, der Schlaflosigkeit, der ich gestern mit einer kleinen Wanderung und einem Glas Wein abgeholfen hab, sind meine Augen echt schlecht geworden. Ich habe mir ja schon die BMF-Handbücher u.a. wegen der größeren Schrift zugelegt. Aber ich brauche doch meistens die Lesebrille. Finde ich doof, kann ich so nicht akzeptieren. Heute ging es allerdings mal wieder ohne Brille. Vielleicht war es der Wein gestern? Ersetzt ein täglich Glas Wein die Brille? Da sieht man doch alles gleich viel klarer… Wie heute schon so treffend von einer anderen mit Chaos im Kopf festgestellt wurde: Es könnte auch eine „sehbedingte Altersschwäche“ sein… Hab ich gestern auch gedacht, auf meiner Wanderung. Als ich aus dem Wald herauskam, bin ich gleich 5 Schritte wieder rückwärts gegangen, nachdem ich fast einen Herzinfarkt bekommen hab! Ich hab bestimmt 3 Minuten still gestanden und die Augen fokussierend zusammengekniffen, überlegt ob ich lieber zurückgehe, denn irgendwelchen Bullen oder anderen wilden Tieren wollte ich nicht in die Arme laufen.

oznor

Wieso stellt ihr Bayern Holz-Wildschweine auf die Wiese? Seid ihr verrückt? Ich hätte vor Schreck tot umfallen können!

Aber wie wir heute gelernt haben, 3 Tage BilStR gehen auch an einem Dozenten nicht spurlos vobei. Die kreativste Wortfindung, die auch noch schriftlich im Skript fixiert ist, kam von ihm. „Letztdings“ (=letztens). So eine niedliche Wortfindung, das muss unbedingt in den Duden. Und ich weiß jetzt übrigens, wo das Wort „Geld“ herkommt. Die Bayern sagen ja dazu „Göld“, also kommts bestimmt von „Gold“, oder?

(Notiere: Es wird schon seinen Grund haben, warum für unsere und ähnliche Berufsgruppen ein erhöhtes Burnout-, Schlaganfall-, Herzinfarkt-, Alkoholabhängigkeits- und Selbstmordrisiko besteht. Ich verspüre erste Anzeichen um mich herum)

Morgen rasen wir mit dem BilSt-Dozenten durch GewSt und IStR. Ich bin gespannt, ob er es schafft, mir das verhasste IStR halbwegs plausibel zu machen. Die Lesebrille muss auf alle Fälle mit, eine Lupe wäre noch besser, denn die DBA`s im Ordner sind sch…-klein gedruckt,

So, ich hab mich beim Schreiben köstlich amüsiert. Und nichts hiervon ist irgendwie böse gemeint, also zwecks Dialekt und so. Das ist alles ganz liebevoll kommentiert. Ich mag den Dialekt mittlerweile. Und Bamberg sowieso. Wenn ich jemals in eine Stadt ziehen würde, was ich eigentlich immer ausgeschlossen habe (ich bin bekennendes Dorfkind), wäre es Bamberg.

Liebe Grüße

Mandy from the Blog

Sie lebt noch…

die Betonung liegt auf „noch“ … Naja, ich übertreibe ein wenig. 5 Tage Intensivkurs liegen hinter mir und die waren wirklich intensiv. Ich fang mal von vorn an. Sonntag Abend, Mandy allein zu Haus. Ich realisiere die Einsamkeit, tigere hin und her, hab Angst vor dem nächsten Tag und schreibe voller Panik meinem Mann: „Bitte holen Sie die kleine Mandy aus dem Spieleparadies ab!“ Echt jetzt. Ich habe kurz überlegt, ob ich einfach wieder nach Hause fahre. Ich habe es nicht getan und mich der Herausforderung gestellt. Mein Resümeè nach 5 Tagen volle Dröhnung Steuerrecht:

Der Kurs ist personenmäßig vom Alter, von der Art der Vorbereitung und von der Anzahl der bisherigen Versuche bunt gemischt. Ich bin nicht die Älteste oder nicht die einzig „Ältere“ im Kurs. Ich bin nicht die einzige Verrückte, die sich nur über Fernlehrgang vorbereitet hat. Ich bin nicht völlig ahnungslos. Meine Schwachstellen sind genau die Punkte auf der Nochmal-Anschauen-Liste, die sind hier auch Thema und das ist gut so. Es ist unmöglich, alles abends nochmal nachzuarbeiten. Ich bleibe konsequent bis zur Pause sitzen, es sei denn, der Kaffee verlangt wirklich ausnahmsweise nach seinem Recht, und versuche alles aufzunehmen, ich will keine Sekunde des Unterrichts verpassen, ich hab ihn ja bezahlt, auch wenn ich mal nur Bahnhof verstehe oder am liebsten mit dem Kopf im Sekundentakt auf den Tisch hauen will vor Frust. Gerade nachmittags ist aber manchmal ein reges Begängnis während des Unterrichts, es verlassen doch einige immer mal wieder den Raum. Ich frage mich jedes mal: Müsst ihr dringend aufs Klo? Oder wisst ihr schon alles, seid gelangweilt und schüttelt das easy peasy aus dem Ärmel? (Rein rhetorische Frage, ich will es gar nicht wissen, wenn es so ist. Alles andere wäre Gift für meine Motivation) Oder seid ihr genauso frustriert wie ich und geht raus, weil ihr es nicht mehr aushaltet? (hier würde ich mich über postitive Antworten freuen, geteiltes Leid ist halbes Leid)

Ansonsten: Zu viel, zu schnell, zu wenig Zeit. Die Fälle, die wir nicht geschafft haben, muss man irgendwie noch lösen. Und die, die wir geschafft haben auch nochmal. Also muss ich den Rest auf danach verschieben.

Außerdem: Die Alterung schreitet fort. Schon Anfang Juli hat meine Frisörin mit einem kritischen Blick auf meine Ansätze gemeint „Deine Schule tut dir nicht gut.“ Super, danke für deine Ehrlichkeit… Es wird leider nicht besser. Die senkrechten Denkerfalten werden vom Stirnrunzeln tiefer, die Tränensäcke dicker, die Müdigkeit größer. Die Ernährung lässt zu wünschen übrig. Man kann auch von Fertigsalat vom Lidl oder Rewe leben. Die Ansprüche sinken, für großartiges Kochen oder Essenszubereitung ist keine Zeit.
Der KSt Dozent ist Schuld, dass ich meine guten Vorsätze zur gesunden Lebensweise nicht mehr eingehalten habe. Gestern war ich nach KSt und dem Schmelldurchlauf Organschaft und Zinsschranke von 16.00 bis 16.45 Uhr so fertig, da hab ich dann doch aufgegeben und einen großen Vorrat Schokolade gekauft. Ich hatte die Wahl zwischen Weinen (also das mit den Tränen, aber Wein wäre auch eine Variante gewesen 🙄) und Schokolade. Immerhin hab ich die Bio-Variante gewählt, die ist bestimmt nicht ganz so ungesund 😉 . Ich habe neben der Schokolade noch Kekse und ein Entspannungsbad gekauft und mich damit und einem extra starken Kaffee und der Zinsschranke in die Badewanne begeben.

Ein Rendezvouss mit der Zinsschranke

Ich kann euch sagen, das hat gut getan. Nach 3 in Kaffee eingetauchten Keksen war die Welt wieder in Ordnung und die Zinsschranke noch nur halb so beängstigend. Einmal den Fall gelöst (nach der Badewanne) und ich war beruhigt. Allerdings bin ich abends mit den Gedanken an KSt eingeschlafen, hab von der Zinsschranke geträumt und mit dem Gedanken an KSt wieder aufgewacht… Und ich schwöre, es war nicht der Dozent, von dem ich geträumt habe, nur von Zahlen und Paragrafen… Heute sollte es noch schlimmer kommen. Ich musste schon nach 3 Stunden UmwSt in der zweiten Pause zu DM gehen und Kekse kaufen. Das nimmt kein gutes Ende mit mir und meiner Figur. Das Mittagessen war bisher auch sehr gut und reichhaltig. Danke an den wahnsinnig engangierten Koch und vorab übrigens an den Erfinder des Stretchstoffes und des Gummizugs. Heute habe ich dann „zum Abschalten“ nach dem Kurs mal schnell die Wohnung gereinigt, denn jeden Tag Badewanne geht irgendwie auch nicht. Putzen hat ja angeblich auch meditative Wirkung. UmwSt ist zwar im wahrsten Sinne des Wortes „überstanden“, muss aber ganz dringend nochmal durchgearbeitet werden. Ich glaube, ich bin wirklich nicht so der Typ für Präsenzunterricht. Vor allem bei Dozenten, die mit einer relativ monotonen Vortragsweise sehr schnell die Lösungen ihrer Fälle besprechen, habe ich Probleme zu folgen und aufzunehmen, was sie sagen. Morgen wird bestimmt alles besser. Da steht USt auf dem Plan. Dann kommt meine Familie, worüber ich mich sehr freue. Mein Sohn nimmt meine Abwesenheit im Gegensatz zu meiner Tochter relativ gelassen. Er vermisst meine Erinnerungen an Ranzen packen und Hausaufgaben erledigen sicher nicht. Bei unseren täglichen Videoanrufen reagiert er leicht genervt auf meine tägliche Frage, ob er gut geschlafen hat in der Schule 🙂

Was macht Eure Vorbereitung? Berichtet doch mal von euren Kursen. Frustrieren die eher oder beruhigen sie euch? Wie sind die ersten Klausurenpräsenzkurse gelaufen? Davor fürchte ich mich ja schon wieder…

Ansonsten, haltet durch meine lieben Mitstreiter. Tut euch ab und an mal was Gutes.

Liebe Grüße aus dem schönen Bamberg

Macht diese Prüfung uns verrückt?

Ich habe die Befürchtung. Es gibt Steuerberater, die meinen, sie hätten seit dieser Prüfung einen Knacks weg. Eine Kollegin meint, hätte sie die Prüfung nochmal wiederholen müssen, wäre sie wahrscheinlich schon vor dem 2. Mal in der Klinik gelandet. Auch mein Chef hat mich gewarnt, ich solle mir nicht zu viel vornehmen und ich könnte ja ein Jahr später in die Prüfung gehen. Ich wäre nicht die erste, die mit einem Burnout aus der Sache heraus geht. Damals habe ich das etwas belächelt. Ich bin doch nicht der Typ, der sich verrückt macht. Ich nehme alles relativ gelassen und optimistisch. Manchmal kommt mir aber jetzt doch der Gedanke, sie könnten Recht haben. Es gibt erste Anzeichen für Verrücktheit: Neuerdings habe ich immer diese Lieder im Kopf. Heute z.B. singe ich im Kopf seit dem Aufwachen „Allein, allein, allein allein…“ Polarkreis 18, eine Dresdner Gruppe hat es so treffend gesungen. Meine Tochter fängt auch schon damit an. Sie hat heute morgen beim Abschiedskuscheln gemeint „Mama, ich hab die ganze Zeit dieses Lied im Kopf“ und gesungen: „Werd‘ dich für immer vermissen, Ich werd‘ dich nie vergessen, Jeden goldenen Tag, Werd‘ ich für immer vermissen …“ Glasperlenspiel, falls es interessiert. Ich werd euch auch vermissen. 😘

Jetzt sitze ich hier an meinem Tisch. Alles ist ausgepackt und eingerichtet. Ich schreibe „KIKI“ statt „MIKI“ bei der Beantwortung der Kommentare, merke es zum Glück noch und muss über mich lachen. 😂 Wie komm ich den auf „KIKI“? Dann wundere ich mich, warum der Mauszeiger sich nach oben bewegt, wenn ich die Maus nach unten ziehe und umgekehrt. Ist jetzt auch noch die blöde Maus kaputt?! Ein prüfender Blick zur Maus sagt mir, dass ich sie vielleicht mal richtig herum drehen sollte und löst einen Lachanfall aus 🤣. Jetzt komme ich mir schon ein wenig irre vor, wie ich hier laut lachend alleine in der Wohnung sitze… Geht es euch auch so?

Mal schnell noch mein erster Eindruck von Bamberg: grüner als erwartet, viele Bäume, die Balkone und Gärten sind üppig und zum Teil wuchernd bepflanzt, das gefällt mir. Nicht so städtisch karg. Bamberg ist doch relativ hügelig, die Wege sind länger und holpriger als gedacht. Bamberg ist urig, gemütlich und hat eine wunderhübsche Altstadt und Klein Venedig.

Klein Venedig

Die Ferienwohnung ist gemütlich und mit allem ausgestattet, was man braucht. Mein Sohn meinte, hier könnte er sich vorstellen, Urlaub zu machen. Auch in der Wohnung. Auschlaggebend war aber wahrscheinlich das W-Lan. Die SANDKERWA ist voll, laut und fast nicht zu fassen, diese Menschenmassen. Der Hausmeister der Mietwohnung meinte schon, das wär nichts für die Kinder, viel zu voll. Er empfahl mir einen sehr schönen Biergarten direkt am See. In der Aufregung hab ich ihn tatsächlich nicht richtig verstanden. Ich wollt aber auch nicht dreimal nachfragen oder ihn noch buchstabieren lassen. Es war irgendwas mit W… Hat hier irgendjemand eine Idee? (Verflixt, das reimt sich auch noch. „am See mit W… Idee“) Ich hoffe er hat wenigstens mich richtig verstanden, als ich ihm versicherte, ich würde hier im Wohnzimmer kein Feuer machen. Er musste nämlich den piepsenden Rauchmelder abmontieren und hatte keine Batterien da. Dieses Volksfest dauert ja mehrere Tage. Ich habe übrigens Menschen in Lederhosen und mit Hut gesehen!!! Merkwürdig fand ich die Toilettenmöglichkeiten für Männer in fast offenen Pissoirs, die da an einigen Ecken aufgestellt wurden und nur durch Aufstellwände (wie Bauzäune), auch mal nur von 2 (!) Seiten, vor Blicken geschützt sein sollen. Nach ein paar Bier juckt es die meisten Besucher wahrscheinlich nicht mehr, wie und wo sie sich erleichtern. Als wir total fußlahm waren, haben wir uns dann in ein asiatisches Restaurant verkrümelt. Dort konnte man als Nicht-Gast gegen 0,50 € in einen Becher mit der Aufschrift „Pipi-Kasse“ die Toiletten benutzen. Zum Glück stand da nicht „Pipi-Becher“ auf dem Becher….Die Nachfrage war groß. Auch ein gutes Geschäft. Danach konnte man gleich für 6 € den Flüssigkeitshaushalt mit einen Cocktail im Plastikbecher zum Mitnehmen wieder auffüllen und weiter bechern. Die Nachfrage war groß, das Angebot auch. Die Bedienungen haben mein Mitleid. Über das Müllaufkommen möchte ich gar nicht nachdenken. Obwohl mein Sohn uns vorschlug, auch einen Cocktail mitzunehmen um dann etwas beschwipst in die Ferienwohnung zurück zu gehen, haben wir das lieber gelassen, aus Angst dann völlig die Orientierung zu verlieren und den Berg nicht mehr hinauf zu kommen. Die Aussicht, seine beschwipsten Eltern den Berg hoch zu schieben, fand er dann auch nicht mehr so toll.

So, dann schreib ich mal noch eine Klausur zu Ende und hoffe, der Aufenthalt hier gibt mir den nötigen Rest, im positiven Sinne.

Servus, Eure Mandy

Aufi geht’s !

Es ist soweit. Da meine sehr nette Vermieterin mir kurzfristig angeboten hat, schon am Samstag die Wohnung zu beziehen, geht es morgen früh Richtung Bamberg. Sie lockte mich damit, dass ich ja die berühmte SANDKERWA anschauen könnte. Ich gebe zu, ich musste Google bemühen. Ein Volksfest ! Mir schoss gleich durch den Kopf, das wär doch was für die Kids, vielleicht noch ein Tag zusammen… tröstet etwas. Kurz gesagt, mein Mann und die Kids kommen mit, sehen wie und wo ich wohne, verbringen noch einen hoffentlich schönen Nachmittag auf der SANDKERWA mit mir und fahren Sonntag früh zurück nach Hause. Mir geht zwar wieder ein Klausur-Schreibe-Tag verloren, aber ich freu mich, dass ich nicht ganz alleine fahren muss und in der ersten Nacht Gesellschaft habe 🙂 Und ich hab den ganzen Sonntag zum Klausur schreiben oder Nacharbeiten.

Seit dieser Woche bin ich müde und etwas down. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich aufgrund des Spätdienstes meines Mannes und der wieder begonnenen Schule nicht mehr wirklich vernünftig durcharbeiten kann und wieder weniger geschafft habe als erhofft. Kaum ist mein Mann aus dem Haus, kommen die Kinder aus der Schule. Unterbrechungen durch Fahrten zum/vom Sport, Orchester etc., und das für zwei Kinder zum Teil an unterschiedlichen Tagen… Die Kleine hat natürlich viel zu erzählen aus der neuen Schule von den neuen Lehrern und Mitschülern. Hilfe bei den ersten Hausaufgaben und Aufbauarbeit an der „Ich kann das nicht – Front“ musste geleistet werden. Gefühlt 100 Zettel ausgefüllt und unterschrieben werden, Belehrungen, Datenbogen, Klassenfahrt, AG-Angebote etc. Dafür saß ich dann schon mal bis 23 Uhr an der Klausur. Der Blick danach in die Lösung hat mich auch nicht wirklich aufgebaut. Gestern Vormittag habe ich deshalb mit meinem Mann 2 „Abschieds“-Stunden am See verbracht. Eine herrliche Ruhe mitten in der Woche dort, das war traumhaft. Die Idylle wurde nur leicht gestört von einer Handvoll FKK-Rentner, die sich nackt und lautstark über leckere Bratwurst am Rennsteig, Urlaub an der polnischen Ostsee, faule deutsche und fleißige polnische Straßenbauarbeiter unterhielten. Außerdem habe ich mir Vitamin B-Komplex für die Nerven und Vitamin D3 besorgt, denn viel ans Sonnenlicht werde ich in den nächsten 4 Wochen wohl nicht kommen. Ich hoffe aber, ohne Ablenkung ganz viel aus den Kursen mitnehmen zu können. Für heute habe ich mir dann nach dem Koffer packen und restliche Wäsche waschen mal zur Erholung Nacharbeit der letzten Klausuren und einen Abschieds-Vino mit meiner Nachbarin verordnet. Den Vino gibt es aber erst, nachdem ich den Sohn zum Kinder- äh ups „Jugendlichen“-Geburtstag gebracht und die Tochter vom Orchester abgeholt und zur Feuerwehr gebracht habe…

Natürlich möchte ich mich in den fremden Landen gut integrieren und hoffe, die Bayern nehmen die kleene Sächsin freundlich auf und der Bäcker versteht, wenn ich versehentlich „Brötchen“ sage, dass ich „Semmel“ meine. Damit wir uns nicht missverstehen, habe ich mich informiert und die wichtigsten“Vokabeln“ gelernt:

  • bayrisch – sächsisch- hochdeutsch:
  • „I glaab, dir brennt da huat!“ – „Ich gloobe dei Hud brennt.“ – „Ich glaube, dein Hut brennt.“ (Da ist was ganz anderes gemeint…)
  • „Schau bloß, dass`t die schleichst!“ – „Mach’n Abgang!“ „Ich bitte dich, jetzt zu gehen.“ (Könnt ja sein, dass ich das mal sagen oder vielleicht sogar hören muss)
  • „Griaß Good.“ – „Tach“ – „Grüß Gott bzw. Guten Tag“

Aber es gibt laut Google noch einige Dinge zu beachten:

  • „Erwähnen Sie niemals, auf keinen Fall den FC Bayern München und den TSV 1860 München im gleichen Satz. Am besten, Sie sprechen gar nicht über Fußball.“ Das ist gaaar kein Problem für mich. Ich habe nämlich genau 0,00 Ahnung, obwohl die eine berühmte Leipziger Mannschaft ja auch seeehr gut sein soll 🙂
  • Setzen Sie sich in einer Gaststätte unter keinen Umständen an einen Tisch mit dem Schild „Stammtisch“. Ich alleine in einer Kneipe? Niemals.
  • Tragen Sie beim Autofahren keinen Hut. – Auch hier besteht keine Gefahr.
  • Und ziehen Sie um Himmels Willen keine Lederhose an! Egal wie gut sie passt – man sieht immer, dass Sie nicht von hier sind. – Ok, ich pack sie wieder aus.

Ihr merkt, ich bin ein wenig aufgeregt. Aber es wird schon schief gehen und hoffentlich viel bringen. Habt ihr noch Tips, was ich unbedingt mitnehmen, tun oder lassen sollte? Und wie laufen eure Intensiv-, Klausuren- und Präsenzkurse?

Liebe Grüße

9 Wochen Urlaub und weiter geht’s! Voll Power!

Hallo liebe Anwärter-Gemeinde,

na, was macht die Vorbereitung? Ich gönne mir mal ein paar Minuten Blog-Schreiben, auch wenn Lernen wichtiger wäre!

Seit Mitte August feier ich nun neun Wochen Urlaub ab!


Es wird viele hier geben, die das vom Zeitfenster noch toppen können und
das muss wohl auch so sein – das Lernen geht vor!

Bei mir ist es – wie schon mal erwähnt so – dass ich eigentlich zeitlich nicht wirklich groß vom Arbeitgeber entlastet werde – da aber nochmal ein dickes Danke an Kollegen, die doch irgendwie noch aushelfen! Hier kann man nicht oft genug Danke sagen!

Gut aber, dass es Whatsapp und Sprachnachrichten gibt, dann kann der Kollege/ die Kollegin auch mal ganz kurz Fragen senden – und der eine oder andere Fall bleibt nicht zu lange liegen! (Ihr hört leider raus – so 100% trennen will ich mich aber dann doch nicht von der Arbeit, was? 😉 ) Seit dieser Woche heißt es aber nun immer eine Woche Montags bis Freitags Intensivkursus beim Studienwerk und im Wechsel Montags bis Samstags Klausurenkursus.

Kann ich total empfehlen, da es sehr sehr viele AHA-Momente gibt und das Klausuren-Schreiben vor Ort einfach anders ist, als zu Hause!


Bin gespannt, wie man sich nach dem dritten oder vierten Tag Klausurenkurs fühlt? Ob man da am nächsten Morgen immer noch motiviert aufsteht und sich auf die nächste Klausur stürzt? Grüße an meine Kurskameraden, die sich auch letzte Tage schon diese Frage gestellt haben! Irgendwie werden wir es durchhalten!


Ich selbst ertappe mich immer noch dabei, dass ich bei Fragen des Dozenten im Intensivkursus den Stoff einerseits relativ sicher beherrsche – aber dann beim Aufgabenlösen doch hier und da unschöne größere Fehler mache oder wie beim Fachwirt wieder zu langsam bin! Also werden mir die kommenden zwölf Klausuren und das was man zu Hause noch schafft noch sehr sehr gut tun!

Dann wünsche ich uns mal weiter frohes Schaffe, starke Nerven, Gesundheit und viel Erfolg!

Wie ich immer sage – wir schaffen das! 🙂


Wasserstandsmeldung

Hi Leute,

sorry für die etwas längere Schreibpause, aber irgendwie fehlte mir doch neben Arbeit, Lernerei und Stadionbesuchen die Zeit ;).

Erstmal vielen Dank für eure Tipps unter meinen letzten Blogbeitrag, mal sehen was ich daraus mache.

Ich tendiere auf jeden Fall Richtung den Karteikarten, auch auf Empfehlung einer Freundin, die zuletzt erst erfolgreich das Examen absolviert hat.

Ansonsten kämpfe ich weiterhin damit Arbeit, welche aktuell doch ziemlich stressig ist und das Lernen in Einklang zu bringen. Das gelingt mir doch immer mehr, die Motivation sich an den Schreibtisch zu setzen ist doch öfter vorhanden. Somit bin ich mit der Entwicklung doch recht zufrieden.

Ab nächste Morgen heißt es dann erstmal Urlaub. Ein paar Tage Schwerin bzw. Stralsund sollen den Tank wieder etwas auffüllen. Die Lernsachen kommen natürlich mit und werden gelegentlich ausgepackt

Bis dahin 🙂
Sebastian

Was, schon nächste Woche?!

Ja, nächste Woche bin ich schon in Bamberg. Ganz allein. Heute war der erste Schultag in Sachsen. Große Angst bei meiner Tochter, neue Schule, neue Lehrer, neue Mitschüler. Aber alles war gut und sogar schön. Nächsten Montag ist mein erster Schultag. Ich frage mich auch, wie die Lehrer sind. Und die Mitschüler. Und wo die Toiletten sind. Und was ich mitnehmen soll. „Schon wieder die Kofferfrage“ werden einige denken… Naja, es geht eher um Lernmaterial. Werde ich mit dem, was wir dort besprechen und bekommen genug zu tun haben? Wahrscheinlich. Oder soll ich noch Fälle und Klausuren mitnehmen? Wahrscheinlch eher nicht.

Wisst ihr, was ich mich frage? Wenn die Finanzwirte diese Prüfung nach 3 Jahren zu 90% bestehen, dann liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ich diese Prüfung nach knapp 1 Jahr bestehe, bei gerade mal 30%. Und andere, die sich 1,5 Jahre oder 2 Jahre vorbereiten, eben entsprechend höher. Vielleicht ist das ’ne Milchmädchenrechnung. (Ich weiß gar nicht, ob ich Wahrscheinlichkeitsrechnung in der Schule hatte, WAHRSCHEINLICH nicht! 🙂 ) Es fühlt sich aber so an, als könnte ich nie alles wissen und können. Oder als müsste ich tatsächlich 3 Jahre lang Klausuren schreiben, um ein halbwegs sicheres Gefühl zu bekommen. Es kommen immer noch in den Klausuren völlig unerwartete Aufgaben. Immer wenn ich gerade denke, jetzt wird’s, läuft ganz gut, kommt wieder was doofes. Heute waren es mehrere aneinander beteiligte Kapitalgesellschaften, eine Kapitalerhöhung aus Fremdmitteln, ein Agio unter dem Verkehrswert, was alleine keine vGA begründet, eine Verteilung der neuen Anteile abweichend vom ursprünglichen Beteiligungsverhältnis zugunsten einer Gesellschaft, das führte zur Abspaltung der alten Anteile einer anderen Gesellschaft und einer vGA, weil man zugunsten der beteiligten Gesellschaft das Angebot eines Investors abgelehnt hatte, dann wurde daraus noch ein § 8c weil mit den in 2014 hin und her verkauften Anteile und der verminderten Beteiligungsquote durch die Kapitalerhöhung mehr als 50% Anteile „abgegeben“ waren, dann aber doch kein 8c, weil Konzernklausel… Puh, da war ich ziemlich blank. Aber wie ich gerade merke, so halbwegs bekomme ich es noch zusammen, ich weiß zwar nicht, ob ich es wirklich verstanden habe, aber ein bißchen was ist hängen geblieben. Habt ihr auch immer noch solche Lücken? Wie geht es euch derzeit mit euerm Wissensstand?

Und wie war das eigentlich in den vergangenen Prüfungen, hingen die Sachverhalte in ESt zusammen? Oder wie machen es die anderen Anbieter? WLW macht das gern. Da stehen im ersten SV Angaben für den zweiten und umgekehrt… „Die Sachverhalte hängen zusammen. Am besten fangen Sie mit dem KSt Teil an“. Dann mach ich das, weil KSt eh der erste Teil war und im zweiten Teil, dem ESt-Teil, steht dann drin, dass der Gesellschafter ein Grundstück an die GmbH vermietet! Tadaaa! BAS. Und dann muss man zig Angaben, das Gehalt, die Lst, die vGA’s und oGA’s aus dem ersten Sachverhalt nebenher für die Ermittlung des zVE für den zweiten SV notieren. Das ist doof. Aber jetzt fall ich bestimmt nicht mehr drauf rein.

Ich denke manchmal ganz kurz darüber nach, wie es dann ist, wenn ich dieses Jahr trotz der kurzen Vorbereitungszeit bestehen sollte, mit den (gefühlt) vielen Unsicherheiten und Wissenslücken. Kann man mich dann eigentlich als StB auf die Welt loslassen? Wie wird man denn ein GUTER Steuerberater, doch nicht alleine, indem man sich in einem Jahr das Allernötigste prüfungsrelevante reinprügelt. Dann hab ich zwar den Titel, aber wenn ich dann auf Arbeit sitze und immer nur denke, oh Gott, wie war das noch mal? Das müsste ich wissen… Da werden die Erwartungen viel größer. Davor graut mir auch schon wieder. Habt ihr auch solche Zweifel? Wie fühlt sich das denn an als frisch gebackener StB mit einer ganz anderen Verantwortung und einer hoffentlich gut funktionierenden Haftpflichtversicherung??? Wart ihr fertigen StB bereit für diese Verantwortung?

Ich mach dann mal weiter, Übung macht den Meister, wahrscheinlich…

Haftnotizen, Verweise etc.

Heute hab ich mal ne Frage… Ich benutze kein fertiges Griffregister, sondern klebe und beschrifte selbst. Die Vorschrift besagt:

„Die Textausgaben dürfen außer Unterstreichungen, Markierungen und Hilfen zum schnelleren Auffinden der Vorschriften (sog. Griffregister) keine weiteren Anmerkungen oder Eintragungen enthalten. Die Griffregister dürfen Stichworte aus der Überschrift und Paragraphen enthalten. Eine weitere Beschriftung ist nicht zulässig“

Die Richtlinien dürfen doch auch Griffregister mit Angabe der Richtlinie enthalten, oder?

Für verschiedene Gesetze nehme ich verschiedene Farben. Ich frage mich nur, ob das Benutzen unterschiedlich farbiger Haftis innerhalb eines Gesetzes zu verschiedenen Themen schon als Verweis zählt. Wenn ich z.B. normalerweise gelb für die ESt-Richtlinie benutze, wäre es dann problematisch, wenn ich zwischendrin pink für alle Richtlinien zum Grundstück benutze? Und blau für Entn./Einlagen? In ErbStG bzw. BewG habe ich die §§ für Bewertung BV in grün und für Grundvermögen in lila. Ist das schon ein Verweis?

Und wie beschriftet ihr die Richtlinien-Klebis? Nur die RL selbst (z.B. R 4.2 BV) oder auch den Absatz z.B. R 4.2 (2) BV PersG)? bzw. wie sieht das bei den gekauften Haftis z..B von WLW aus?

Hatte schon jemand Probleme damit, dass die Haftis einer §§-Kette direkt untereinander bzw. hintereinander auf einer Höhe geklebt waren?

Ich danke euch schon mal für eure Meinungen und Erfahrungen !

Hallo Welt!

„Wie geht es euch so? Mir geht es ganz gut. Das Essen ist gut. Wir machen jeden Tag schöne Sachen. Die Erzieher sind ganz nett. Ich freue mich trotzdem auf zu Hause. Liebe Grüße Eure Mandy“

So oder so ähnlich waren wohl meine Postkarten vor 30 Jahren aus dem Ferienlager geschrieben. Meine beiden sind diese Woche im Ferienlager 2 Dörfer weiter. Ich werde wohl keine Postkarte bekommen. Heutzutage ist das ja nicht mehr „modern“. Meine Tochter meinte „Ich schreib dir lieber keine. Da werde ich dann nur wieder so traurig.“ 🙁 Naja, ich weiß nicht, ob das eine Ausrede war. Aber ok. Sie sind ja auch nur 10 min mit dem Auto entfernt. Ich war damals an der Ostsee. Und nicht nur 6 Tage. Das war hart für mich. Zumal ich immer ein sehr ruhiger Einzelgänger war und aufgrund mangelnden Selbstbewusstseins nicht schnell Freunde fand.

Ein bißchen komme ich mir auch vor, wie im Straflager oder Arbeitslager. Noch acht Wochen, dann darf ich wieder nach Hause… Dann schreibe ich jetzt mal zur Situation in meinem Lager:

Hallo Welt! Wie geht es euch so? Mir geht es ganz gut. Ich sitze hier in meinem kleinen Steueruniversum im Dachgeschoss und komme mir vor, wie eine Einsiedlerin. Oder wie Rapunzel in ihrem Turm. Mehrmals täglich besuchen mich meine Katzen und wir unterhalten uns. Sie mauzen was das Zeug hält. Ich verstehe immer nur: „Komm mit raus, hol dir ’ne Maus! Sitz hier nicht rum, das ist voll dumm! Kraul mein Fell, aber schnell!“ (Ok. lass ich das jetzt so stehen? Beim Lesen bekomme ich langsam Angst um meinen Geisteszustand.) Ich erkläre ihnen immer sehr geduldig, dass ich lernen und Klausuren schreiben muss. Irgendwann resignieren sie dann und legen sich in mein Bett. Ansonsten ist es hier ganz ok und ich habe meine Ruhe. Zu essen gibt es genug. Die Nachurlaubs-Kilos sind noch nicht ganz verschwunden. Die zuckerfreien Gummibären sind aber jetzt alle und ich muss jetzt wohl die Süßigkeiten der Kinder plündern.
Am vergangenen Sonntag hatte ich frei und hab den Tag richtig genossen. Abends dachte ich „Wow, so fühlt sich Leben an…“ Wir haben uns mit Freunden zum SUP fahren getroffen. Danach dann noch mit den Nachbarn gegrillt und die Urlaube ausgewertet. Als alle meinten, der wäre viel zu schnell rum gewesen und ich sagte „Ich fands jetzt gar nicht so schlimm, nach Hause fahren zu müssen.“ hieß es gleich: “ Ja du musst auch nicht auf Arbeit!“ Klaaar…. Ich hab’s total gut. Ich hocke hier rum und vertreibe mir die Zeit. Diesen Samstag habe ich auch frei, da wir zum Schulanfang und zum 40. Geburtstag eingeladen sind. Da tanzen wir sozusagen auf 2 Festen und meine sozialen Kontakte gehen wieder von 0 auf 100. Könnt ihr eigentlich noch normal mit Leuten Smalltalk betreiben, ohne ständig an die Prüfung zu denken?

Ich hoffe, ihr seid noch richtig motiviert? Und aufnahmefähig? Mein Mann schaut mich manchmal etwas besorgt an. Beim gemeinsamen Essen schaue ich meistens an ihm vorbei und grüble. Er hatte ja die Hoffnung, wenn die Kinder nicht da sind, hätten wir vielleicht mal etwas Zeit füreinander. Oder Langeweile…. Tut mir leid. Ich kann jetzt keine Langeweile haben. Meine Zweifel treiben mich an. Ich überlege täglich, ob das ne gute Idee war, das alles über Fernlehrgang zu machen. Es wird sich am Ende zeigen. Dann versuche ich ganz schnell wieder positiv zu denken und mich daran zu erinnern, dass es auch genug Leute gibt, die es trotz Präsenzkurs nicht geschafft haben. Das Klausuren schreiben soll ja das wichtigste sein, oder? Ich werde am Ende wohl so bei 45 geschriebenen 6stündigen Klausuren rauskommen und hoffe, dass das reicht. Es sind weniger als geplant. Aber mehr, als ich im Präsenzkurs geschrieben hätte. Eigentlich will ich mir alle mit Lösung nochmal durchlesen, ich weiß nur noch nicht, wann. Vielleicht mal nachts. Naja, sind ja noch ein paar Wochen, da geht schon noch was rein ins Hirn… Ich schreib jetzt mal die nächste Klausur, mit sinkender Motivation.

Viele Grüße aus dem Turm, Eure Mandy